Minebea Intec
Wägelösungen für die Impfung gegen Corona

09.04.2020 In China arbeitet das Biotech-Unternehmen Cansino zusammen mit der medizinischen Abteilung des Militärs an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Covid-19-Virus. Unterstützt werden die Forscher durch Produkte von Minebea Intec: Diese spielen eine wichtige Rolle im Herstellungsprozess und sorgen dafür, dass hochpräzise Verwiegung und Dosieren möglich ist.

Cansino Biologics Headquarter in Tianjin
© Foto: Cansino Biologics
Cansino Biologics Headquarter in Tianjin
Die Entscheidung, auf die Lösungen des deutschen Herstellers zu setzen, lag auf der Hand: Cansino setzt nur hochwertige Industrieanlagen ein und setzte bereits 2014 bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Ebola auf Qualität "Made in Germany" von Minebea Intec.

Das Unternehmen mit Sitz in Tianjin ist eines von 41 Unternehmen weltweit, die an einem Impfstoff gegen das Virus arbeiten. Cansino war eine der ersten Institutionen, die mit der Arbeit an einer Impfung gegen Covid-19 begonnen hat, und kürzlich von der chinesischen Regierung die Erlaubnis erhielt, Tests an Menschen im Rahmen einer klinischen Studie zu beginnen. Zuvor sorgten die Produkte von Minebea Intec bei der Herstellung der ersten Substanzen für zuverlässige Wiegeergebnisse, präzise Dosierung und schnelle Übertragung der Messdaten.

Präzises Wiegen und Formulieren

Die Produkte des führenden Herstellers von Wäge- und Inspektionstechnologien werden von vielen Kunden in der pharmazeutischen und biochemischen Industrie geschätzt. Das Biotech-Unternehmen Cansino setzt bei der Herstellung des Impfstoffs an drei wesentlichen Punkten auf die Expertise von Minebea Intec. Mit der auf dem Adenovirus basierenden Virus-Vektor-Impfstofftechnologie wurden die RNA-Fragmente des Covid-19-Virus in das Adenovirus eingefügt, um einen rekombinanten Protein-Impfstoff zu bilden. Dieses Kombinationsprodukt wurde in einen Bioreaktor gegeben, unter dem drei kompakte PR 6212-Wägezellen installiert sind.

In diesem Bioreaktor werden die Kombinationsprodukte unter genau kontrollierten Bedingungen hochskaliert und gereinigt, um die Grundlage für den Impfstoff zu schaffen. Die Wägezelle PR6212 wird hier zur Gewichtsmessung in Echtzeit eingesetzt, um bei Bedarf schnellstmöglich Anpassungen vornehmen zu können. Die Ergebnisse der Wägezelle sind hochgenau und haben eine Fehlerklasse von nur 0,04%, obwohl der Bioreaktor die Materialien ständig umrührt und damit präzise Messungen erschwert. Die Wägezellen sind an einen Kabelverbindungskasten PR 6130/65S angeschlossen, der einen IP-Schutz bis IP69 aufweist und damit extrem widerstandsfähig gegen äußere Kräfte ist. Die Daten werden dann über einen Datentransmitter PR 5211/10 an ein Computersystem übertragen.

Nach dem Scale-up-Prozess im Bioreaktor wird das entstehende Produkt von allen unerwünschten Substanzen gereinigt. Das resultierende, reine Produkt kann jedoch in dieser Form nicht direkt am Menschen getestet werden. Es muss mit Zusatzstoffen wie Adjuvantien und Stabilisatoren ergänzt werden. Hier kommt eine mobile IF-Bodenwaage von Minebea Intec zum Einsatz, die eine sehr hohe Wägeauflösung von bis zu 30.000 d bietet und durch ihre hochwertigen Materialien den Prozess zusätzlich begünstigt, was sie für den Einsatz in anspruchsvoller Umgebung ideal macht. Der gereinigte Rohstoff wird in einem Behälter auf der Bodenwaage platziert, die zusätzlichen Zutaten werden dann über die manuelle Rezepturfunktion der Waage zugegeben. Nach einer weiteren Testphase im Labor folgt die letzte Phase: die klinische Prüfung der Substanz. "Der Prozess, einen Impfstoff gegen Korona zu finden, ist derzeit eine der wichtigsten Aufgaben weltweit. Ergebnisse werden so schnell wie möglich benötigt - aber ohne Kompromisse bei Qualität und Sicherheit", betont Wang Jiang, Geschäftsführer von Minebea Intec China. "Unsere Produkte spielen eine entscheidende Rolle, um optimale Genauigkeit und Echtzeit-Wägeergebnisse zu liefern.

Covid-19: Wie der Impfstoff getestet wird

Für den Ad5-nCoV-Impfstoff stützt sich Cansino auf eine auf dem Adenovirus basierende virale Vektorplattform, die auch für den Ebola-Impfstoff verwendet wurde. Der Impfstoff wurde bereits erfolgreich an Tieren getestet. Dabei wurde sowohl die Sicherheit des Impfstoffs überprüft als auch die Fähigkeit der Substanz eingestuft, eine Immunität gegen das Virus zu induzieren. In der ersten Phase der Versuche am Menschen werden gesunde Menschen im Alter von 18 bis 60 Jahren in Wuhan getestet, wo die ersten Fälle von SARS Covid 19 gemeldet wurden. Die 108 Teilnehmer werden in drei Gruppen aufgeteilt, die unterschiedliche Dosen des Impfstoffs erhalten werden. Das Hauptziel ist die Sicherheit des Impfstoffs, aber auch die Wirksamkeit und die Höhe der Antikörper werden gemessen.
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