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So werden Paletten hergestellt

13.05.2020 Gerade in der derzeitigen Situation ist es beruhigend, dass trotz Ausgangsbeschränkungen die Versorgung und der Fluss alltäglicher Güter weiter reibungslos gewährleistet ist. Die wenigsten aber wissen, welcher wichtige, aber oft unscheinbare Gegenstand diese Sicherheit mitträgt.

Viele Bereiche der Palettenherstellung sind inzwischen automatisiert.
© Foto: HPE
Viele Bereiche der Palettenherstellung sind inzwischen automatisiert.
Wir stellen das Licht an, fahren mit der U-Bahn, gehen einkaufen – all dies ist für uns selbstverständlich. Aber dass Strom, Energie und Güter fließen können, setzt eine komplexe Infrastruktur voraus. Damit zum Beispiel die Lebensmittel ihren Weg in die Supermarktregale finden und die Grundversorgung sichergestellt ist, müssen sie transportiert werden. Hierfür sind Paletten ein elementarer Baustein, ohne den unsere Infrastruktur nicht möglich wäre. Wie die Stützen der Versorgung hergestellt werden, verrät Marcus Kirschner, Geschäftsführer des Bundesverbandes Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE) e.V..

Egal ob für den heimischen Markt oder den Export, nach der Herstellung reisen Güter wie Nahrungsmittel, Medikamente oder auch Ersatzteile für Maschinen und Anlagen auf Paletten. „Damit großformatige und auch gefährliche Ladungen problemlos an ihren Bestimmungsort gelangen, produzieren wir die Paletten je nach Bedarf auch individuell“, so Kirschner. Für die Planung der nachhaltigen und widerstandsfähigen Paletten muss vieles bedacht werden: Wie viel wiegt die Ladung? Wird sie per Lastwagen oder Zug transportiert? Ist es ein Schifftransport oder geht es in die Luft? „Werden die Güter am Ziel noch unter freiem Himmel gelagert, hat die Palette auch dort das Gewicht ohne jede Schwäche auszuhalten“, betont der HPE-Geschäftsführer.

All dies muss abgewogen werden, um über Ausführung, Holzart, Vernagelung, Trocknungsgrad und Kennzeichnungen der Paletten zu entscheiden. Die Herstellung der Paletten, die bekannteste ist die Europalette und besteht aus elf Holzbrettern, neun Verbindungsklötzen und 78 Nägeln, findet auf hochautomatisierten Produktionsstraßen statt. Nach abschließender Hitzebehandlung sind sie bereit für den nationalen und internationalen Warentransport. „In der Regel bestehen die Fertigungsstraßen aus Sortier-, Nagel- und Holzbearbeitungsmaschinen sowie aus Transport- und Stapelvorrichtungen“, erklärt Kirschner. Ebenso werden spezielle Paletten für die Chemieindustrie, sogenannte CP-Paletten, und viele weitere individuelle Palettentypen mit CAD-Programm und Statik-Software geplant und hergestellt.

Ohne Paletten geht es nicht – gerade in Zeiten des Coronavirus

„Im täglichen Leben sind Paletten meist unsichtbar“, erklärt der Geschäftsführer und Holzpackmittelfachmann. Sind Produkte in den Läden dann aber einmal ausverkauft und es stehen nur noch die Paletten da, wird klar, dass eigentlich alle Waren des täglichen Bedarfs und der Grundversorgung auf ihnen unterwegs waren – ganz gleich ob Nahrungsmittel, Getränkekisten oder Toilettenpapier. Das haben viele in jüngster Zeit beim Einkaufen im Supermarkt zum ersten Mal bewusst erfahren. Weniger im Fokus der Verbraucher sind dabei individuelle Spezialpaletten, die mit rund 70 Mio. von 111 Mio. Stück sogar den Löwenanteil der in Deutschland hergestellten Paletten ausmachen. Viele nutzen die Zeit des Lockdowns und gehen jetzt Renovierungsprojekte in der Wohnung, im Haus oder im Garten an. So stehen auch beispielsweise Gipskartonplatten, Steine und Farbeimer im Baumarkt auf Paletten. „Wenn man sich überlegt, was ohne Paletten wäre, wird einem bewusst, wie bedeutend sie für die Versorgungssicherheit der Gesellschaft sind – und das noch mit positivem CO2-Effekt“, schließt Kirschner. HPE/FS
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