Etikettierung bei Mann & Schröder
Eine Frage der Präzision

11.12.2018 Mann & Schröder spezialisiert sich erfolgreich auf Pflegeprodukte, die viele Handelsunternehmen als Eigenmarke vertreiben. Die Anforderungen an Produktqualität und -ausstattung sind hoch. Für das Kennzeichnen setzt das Unternehmen auf Anlagen von Herma. Deren Möglichkeit, zentriert zu etikettieren, gewährleistet höchste Präzision – selbst bei komplexen Formen.

Still gestanden! Um höchste Präzision selbst bei schwierigen Produktformen zu erzielen, erlaubt die 362M von Herma das zentrierte Etikettieren. Dabei wird das Produkt im Moment des Etikettierens fixiert.
© Foto: Herma
Still gestanden! Um höchste Präzision selbst bei schwierigen Produktformen zu erzielen, erlaubt die 362M von Herma das zentrierte Etikettieren. Dabei wird das Produkt im Moment des Etikettierens fixiert.

Produkte im Bereich Schönheitspflege sind inzwischen für viele Handelsunternehmen eine wichtige Möglichkeit, um sich beim Verbraucher zu differenzieren: Premium-Eigenmarken des Handels haben in diesem Segment inzwischen eine große Bedeutung – und sie wachsen rasch weiter, wie Marktforscher immer wieder feststellen. Das liegt auch daran, dass sie hinsichtlich Produktqualität, -form und -kennzeichnung bekannten Herstellermarken in keiner Weise mehr nachstehen.

 

Über mehrere Jahrzehnte hinweg hat sich Mann & Schröder einen hervorragenden Ruf erworben, Handelspartner dabei zu unterstützen, solche innovativen Eigenmarkenprodukte von hoher Qualität zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Der Leistungsumfang reicht von der Produktentwicklung über die Fertigung und Abfüllung bis zum Etikettieren und Verpacken. Ein Fokus liegt dabei auf Emulsionen, Mundwässern, Tensiden und Nagellackentfernern. Das Familienunternehmen aus dem Kraichgau vollführt dabei sehr erfolgreich einen Spagat: Mit Hausmarken wie Aldo Vandini, Dulgon, Fruttini, Sanosan und Numis Med bedient es gleichzeitig kosmetische Nischen in unterschiedlichen Märkten für ganz individuelle Bedürfnisse der Schönheit. Eine erfolgreiche Strategie: Weit über 100 Millionen Euro setzt Mann & Schröder inzwischen jährlich um.

 

Große Chargen, kleine Chargen

Für die Produktion sind die beiden Geschäftsfelder allerdings eine Herausforderung. „Wir haben sowohl sehr große Chargen, die innerhalb kürzester Zeit bewältigt werden müssen, als auch relativ kleine Losgrößen, die aber genauso wirtschaftlich zu fahren sind. Und in beiden Fällen haben wir es mit stark wechselnden Produktformen zu tun“, umreißt Michael S. Müller, Produktionsleiter bei Mann & Schröder, die Aufgabenstellung. „Hohe Geschwindigkeit und Flexibilität sind bei uns ein absolutes Muss. Sie dürfen dabei jedoch nicht zu Lasten der Genauigkeit gehen.“ Dazu kommt: Etwa 40 Wochen im Jahr läuft die Produktion an den beiden Produktionsstandorten in Siegelsbach und Hüffenhardt im Drei-Schicht-Betrieb. Auch Zuverlässigkeit ist deshalb ein Wert, den Produktionsleiter Müller ungemein schätzt.

 

Aus diesen Gründen kommen bei Mann & Schröder inzwischen über 20 Etikettieranlagen von Herma zum Einsatz, darunter mehrere Anlagen vom Typ 362M. Sie werden vor allem für die Zweiseitenetikettierung verwendet, können aber auch auf die Rundum-Variante umgebaut werden – eine Option, die Mann & Schröder immer wieder nutzt. „80 Prozent der Produkte haben bei uns jedoch eine Zwei-Seiten-Etikettierung. Diese Variante hat für uns eine überragende Bedeutung“, so Müller. Allerdings: Die Etiketten werden aus Marketinggründen immer größer – und die Produktformen immer unregelmäßiger. So haben manche Kunststoffflaschen inzwischen regelrechte Griffmulden und Aussparungen, zum Teil sogar asymmetrisch, um die sich die Etiketten herumschmiegen müssen. „Auf eckigen und gerade geformten Flaschen, wo das Etikett möglicherweise noch einen Abstand von fünf Millimetern zum Rand hat, macht sich ein kleiner Versatz vielleicht noch nicht sofort bemerkbar. Aber wenn ein Etikett zum Beispiel genau dort sitzen muss, wo eine Rundung beginnt, fällt selbst der kleinste Versatz sofort auf.“ Das wird kaum toleriert bei Premium-Handelsmarken, für die die konkrete Kaufentscheidung in den allermeisten Fällen am Regal fällt.

Der erste Eindruck zählt: Die Etiketten für Kosmetika müssen perfekt sitzen, selbst wenn die Verpackung asymmetrisch geformt ist. © Foto: Herma
Der erste Eindruck zählt: Die Etiketten für Kosmetika müssen perfekt sitzen, selbst wenn die Verpackung asymmetrisch geformt ist.

Auf das Zentrieren kommt es an

Für Mann & Schröder ist deshalb eine Eigenschaft der Etikettieranlage 362M besonders wichtig, die Herma als Erster eingeführt hat: das zentrierte Etikettieren. Dazu fährt ein spezieller Zentrierer der Anlage synchron zum Transportband mit: Seine zwei kleinen Greifer umschließen das Produkt an der Oberkante schonend, aber fest und lassen es erst wieder los, wenn das Etikett aufgebracht ist. Bei der Herma Anlage wird das Produkt also auch während des eigentlichen Etikettiervorgangs fixiert und zentriert. Üblicherweise erfolgen sonst das genaue Ausrichten des Produktes und das Etikettieren in zwei getrennten Vorgängen. Selbst bei minimaler Positionsveränderung zwischen dem Zentrier- und dem Etikettiervorgang kann das Produkt, anders als bei der Herma Lösung, deshalb seine Position verändern – mit sichtbaren Folgen für den genauen „Sitz“ der Etiketten. „Das zentrierte Etikettieren ist natürlich ein relativ hoher technischer Aufwand. Aber für uns ist das eine Investition, die sich auszahlt“, betont Michael S. Müller. „Insbesondere wenn wir größere, ‚taillierte‘ Etiketten einsetzen, die tendenziell instabil sind.“

 

Mehrere tausend Produkte pro Stunde schaffen die 362M bei Mann & Schröder auf diese Weise, Basis dafür sind die beiden Herma Hochleistungsetikettierer, die dort standardmäßig verbaut sind. Die Bedienung der Anlage erfolgt über ein 12-Zoll-Touch-Panel, das lediglich die jeweils aktuell benötigten Menüpunkte zeigt und Schluss macht mit unübersichtlicher Tastenvielfalt – entscheidende Pluspunkte in Sachen betriebliche Effizienz und Sicherheit. Ihre hohe Flexibilität demonstriert die Herma 362M, die bei Mann & Schröder im Inline-Betrieb eingesetzt wird, eindrucksvoll in der betrieblichen Praxis: Selbst Produkte mit einer Höhe von 300 mm und einer Länge von 200 mm sind für sie kein Problem. Ferner sind Codiersysteme aller namhaften Hersteller sowie jede Art von Kontrollgeräten, etwa zur Code- oder Druckkontrolle, unkompliziert integrierbar.

 

So ist Mann & Schröder in nur 15 Minuten startklar: Die Herma Anlage 362M für die Zwei-Seiten-Etikettierung lässt sich bei Formatwechseln blitzschnell umrüsten und ist dennoch besonders leistungsstark. © Foto: Herma
So ist Mann & Schröder in nur 15 Minuten startklar: Die Herma Anlage 362M für die Zwei-Seiten-Etikettierung lässt sich bei Formatwechseln blitzschnell umrüsten und ist dennoch besonders leistungsstark.

„Unschlagbar in der Präzision“

„Um die Etiketten in dem hohen Tempo und mit der von uns geforderten Präzision aufzubringen, sind die Herma Anlagen unschlagbar“, sagt Produktionsleiter Michael S. Müller. „Für das Umrüsten bei einem Formatwechsel benötigen die Bediener lediglich 15 Minuten. Selbst wenn sie die 362M von Zweiseiten- auf Rundumetikettierung umstellen, sind sie üblicherweise in 25 Minuten fertig – das sind sehr gute Werte.“ Werkzeugloser Formatteilwechsel und Handräder mit Digitalanzeigen ermöglichen es zum Beispiel, optimale Einstellungen jederzeit wieder zu reproduzieren. „Aufgrund unseres sehr breiten Spektrums an Produktformen und -größen hilft uns diese schnelle Reproduzierbarkeit ungemein“, ergänzt Produktionsleiter Müller. Und in Zukunft dürfte sie eher noch wichtiger werden: Neben Europa ist Mann & Schröder seit einiger Zeit auch im chinesischen Markt sehr aktiv. „Die Verbraucher in China schätzen die Qualität und die Produktsicherheit deutscher Pflegeprodukte sehr“, berichtet der Produktionsleiter. Produziert werden auch sie ausschließlich im Kraichgau. Kein Wunder, dass im September bei Mann & Schröder gleich drei weitere Herma Etikettieranlagen an den Start gehen werden


Erschienen in packREPORT 7-8 August 2018

Weitere interessante Fachartikel aus packMITTEL und packREPORT finden Sie hier.

stats