Somic stellt Neuentwicklung vor
Schnell und kostengünstig ins Regal

08.08.2019 Mit der Somic ReadyPack bekommen vorverpackte Lebensmittel, Tiernahrung, HealthCare- und weitere Produkte eine schützende Umhüllung vom Endverpackungsspezialisten.

 Die Somic ReadyPack im Einsatz
© Foto: Somic Verpackungsmaschinen GmbH & Co. KG
Die Somic ReadyPack im Einsatz

Tief „Axel“ hatte den Chiemgau tagelang im Griff gehalten und auch in Amerang für Sorgenfalten gesorgt. Doch pünktlich zur Hausmesse Ende Mai wichen die Regenfluten dem Hoch „Ophelia“: Passend zur Enthüllung der neuen Verpackungsmaschine ReadyPack von Somic herrschte Sonnenschein im Chiemgau.

Über 150 Kunden waren der Einladung gefolgt, erlebten einen spannenden und abwechslungsreichen Tag mit vielen Informationen zum weltweiten Verpackungsmarkt und einer „Weltneuheit“ aus Amerang: Die neue Somic ReadyPack.

 © Foto: Somic Verpackungsmaschinen GmbH & Co. KG

Kurzweilig und informativ stellte Verkaufsleiter Stefan Julinek, der von Angelina Eilenberger zur Neuentwicklung befragt wurde, die neue, kompakte Maschine für einteilige Kartonverpackungen vor. Mit ihr bekommen vorverpackte Lebensmittel, Tiernahrung, HealthCare- und weitere Produkte eine schützende Umhüllung vom Endverpackungsspezialisten. Das Besondere an der neuen Maschine ist: Sie ist als Einstiegs- und Ergänzungsmodell konzipiert bei „kleinstmöglichem Footprint, höchster Qualität und stabiler Performance, eben mit allen bisher bekannten Somic-Prinzipien“, wie Julinek betonte. Bislang galt das Familienunternehmen als Spezialist für individuell ausgerichtete Maschinen im mittleren bis hohen Leistungsbereich. Mit der ReadyPack steht nun erstmals eine kleinere Verpackungsmaschine für Standardaufgaben zur Verfügung, die ab Werk in kürzester Zeit lieferbar ist, da sie aus Standardkomponenten besteht. „Wir wollen mit dieser Neuentwicklung vor allem Kunden in osteuropäischen Märkten und Schwellenländern ansprechen, die zunehmend von Handverpackung auf automatisierte Verpackung umstellen", erläuterte Verkaufsleiter Stefan Julinek in seiner Ansprache. Aber auch für Engpässe im Verpackungsprozess biete diese Maschine die ideale Lösung. Denn der Einstieg in die jüngste Somic-Maschinentechnologie ist zum kleinen Preis zu haben: „Bei einem ReadyPack Wraparounder mit Vollformatsatz sprechen wir von einem Preis weit, weit unter 300.000 Euro“, betonte Julinek. Das sei ein äußerst attraktiver Einstieg in die Automation, die seitens Somic bis hin zur Finanzierung und in den After Sales-Bereich durchdacht worden sei, so der Verkaufsleiter. Vor allem für Einsatzbereiche, bei denen ein schneller Return on Investment wichtiger als die höchste Packleistung sei, könne diese Maschine ein sehr gute Möglichkeit sein, Handarbeit durch Automation zu ersetzen. Die ReadyPack kann sowohl als Tray Packer als auch als Wraparound Packer vorkonfiguriert werden. Bei Ausführung als Tray Packer ist die ReadyPack bei Bedarf später zum Wraparound Packer erweiterbar.

Die Lösung für potentielle Somic-Kunden lautet: Schnell und kostengünstig ins Regal mit einer aufs Wesentliche reduzierten Endverpackungsmaschine, die auf bestehender Somic-Qualität aufbaut. So sind Gruppierungen ein- bis dreireihig möglich, ebenso wurde der bekannte Fächersammler verbaut. „Beim Fächersammler ist entscheidend, wie viele Produkte je Fach gesammelt werden: bei einem Produkt pro Fach ergibt sich eine Zuführleistung von 120 Packungen in der Minute, bei zwei Produkten ergeben sich 160 Produkte je Fach“, erläuterte Julinek und fügte an: „Und das auf nur 6,5 qm Fläche“. Trotz geringem Preis verzichtet Somic nicht auf das bewährte Steuerungssysteme von Schneider Electric (ehemanls Elau), aber auch Alan Bradley- oder Rockwell-Steuerungssysteme können ohne Einschränkungen angeboten werden. Und auch bei der Bedienung wurden keine Kompromisse gemacht und bestehende Komponenten verbaut, die schnelle und einfache Formatwechsel möglich machen.

Die ReadyPack schafft abhängig vom Produk eine Sammelleistung von bis zu 160 Packungen in der Minute. Als Traypacker können bis zu 18 Packungseinheiten je Minute entstehen, als Wraparround noch bis zu zwölf. Bei den Produktabmessungen liegen die Möglichkeiten in der Breite zwischen 50 und 160 mm, in der Länge zwischen 90 und 250 mm sowie in der Höhe zwischen 5 und maximal 80 mm. Der Formatbereich des Kartons darf zwischen 150 bis 450 mm in der Länge, 100 bis 300 mm in der Breite sowie 50 bis 250 mm in der Höhe betragen.

Manfred Bonetsmüller © Foto: Somic Verpackungsmaschinen GmbH & Co. KG
Manfred Bonetsmüller

Rückblick: Vor annähernd 45 Jahren gründete Manfred Bonetsmüller das Unternehmen, das beinahe zufällig aus der Laune eines Patentanwalts heraus seinen heutigen Namen trägt. Eigentlich sollte das neue Unternehmen Somac (Anmerkung der Redaktion: Abkürzung für Sondermaschinen) heißen, erhielt aber kurzfristig bei der Anmeldung den Namen Somic, weil das eben einfach besser klingen würde, wie der Anwalt und Berater von Manfred Bonetsmüller damals meinte. Umgangssprachlich formuliert hat Manfred Bonetsmüller ein feines Näschen: Mit Gespür für den Markt erkennt er frühzeitig den anstehenden Trend zur Automatisierung in der Lebensmittelindustrie. Der Preisdruck erfordert die Rationalisierung und das Ersetzen menschlicher Arbeitskraft durch maschinelle Leistung. Der Start des Unternehmens vollzieht sich in Vogtareuth. Hier widmet er sich Anlagen für den innerbetrieblichen Transport. Das Unternehmen wächst. Aber erst die Entscheidung, sich auf Endverpackungsmaschinen zu fokussieren, bringt den ganz großen Durchbruch. Ende der 70er-Jahre folgt der erste Umzug. Wasserburg ist das Ziel. 20 Jahre später geht auch an diesem Standort nichts mehr. Der Sitz des Unternehmens verlagert sich erneut. In Amerang beginnt ab 2001 die endgültige Blüte: Wachstumsraten im zweistelligen Bereich können hier gut abgebildet werden, erst vor gut drei Jahren wurde das neue 7.000 m2 große Hauptgebäude der Somic Verpackungsmaschinen GmbH & Co. KG eingeweiht.

Erfolgsgeschichte: In Amerang hat sich der Umsatz von Somic in den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt. © Foto: Somic Verpackungsmaschinen GmbH & Co. KG
Erfolgsgeschichte: In Amerang hat sich der Umsatz von Somic in den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt.

Zur Hausmesse kam der Gründer pünktlich zum Veranstaltungsbeginn. Mit Wohlgefallen blickte der stets freundliche Unternehmer zufrieden in die Runde und auf die eigene Lebensleistung. Die Leitung von Somic liegt heute in den Händen der zweiten Generation: Manfred Bonetsmüllers Sohn Patrick, Ralf Kettner, Bernhard Wild und Dr. Gerhard Huber lenken die Geschicke ganz im Vertrauen im Sinne des Gründers. Etwa 350 Mitarbeiter zählt die Gruppe, die inzwischen einen Umsatz von über 50 Millionen Euro im Jahr erwirtschaftet.

Doch zurück zum Hier und Jetzt: Mit der ReadyPack folgt Somic dem Trend, dass immer mehr Maschinenbauer nicht mehr nur auf das Herstellen von hochkomplexen Verpackungsmaschinen setzen, sondern ihren Blick mit einfachen Standardanlagen auch auf sich entwickelnde Märkte richten. Weltweit, das berichtete Vera Fritsche vom Verband der Deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), wächst die Nachfrage nach verpackten Nahrungsmitteln zwischen 2018 und 2023 um 13,2 Prozent. Im Gegensatz zu den gesättigten Märkten im Westen werden im mittleren Osten, Afrika und Asien über 20 Prozent Nachfrageplus erwartet. Damit erhöht die ReadyPack die Chancen für Somic, an diesem Nachfragesog teilhaben zu können. Auf den folgenden Seiten stellen wir die neue Maschine vor.


Erschienen in packREPORT Nr. 6/2019

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