Lenze
50-Millionen-Euro-Investition in Mechatronic Competence Campus

04.10.2018 Ende September wurde der Grundstein für den  Lenze Mechatronic Competence Campus gelegt. Dieser soll Anfang 2020 in Betrieb gehen.

Legten den Grundstein für den MCC: (v.l.n.r.) Armin Laschet, Monika Rehmert, Babette Herbert mit ihren Enkelkindern, Nikolaus Belling, Christian Wendler.
© Foto: Lenze
Legten den Grundstein für den MCC: (v.l.n.r.) Armin Laschet, Monika Rehmert, Babette Herbert mit ihren Enkelkindern, Nikolaus Belling, Christian Wendler.
Der Lenze Mechatronic Competence Campus steht für eine neue Arbeitswelt, die Abteilungsgrenzen überwindet, und eine schnelle, flexible Produktion, in der Industrie 4.0 nicht Teil eines Showrooms ist, sondern in der Praxis Einsatz findet.Der hochmoderne Entwicklungs- und Fertigungsstandort in Nordrhein-Westfalen ist mit rund 50 Millionen Euro die größte Einzelinvestition in der 70-jährigen Geschichte Unternehmens. 7.500 m2 umfasst der Neubau, insgesamt stehen auf dem Campus 30.000 m2 für Entwicklung, Fertigung, Service und Lager zur Verfügung. Im Endausbau werden hier rund 800 Mitarbeiter beschäftigt sein, die bislang auf drei getrennte Standorte in Extertal verteilt sind.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Besonderes Augenmerk legt Lenze auf die bessere Zusammenarbeit – von der Ideenfindung über die Produktentwicklung, Prototypenbau und Nullserie bis hin zur Serienreife sollen die unterschiedlichen Disziplinen enger zusammenrücken. Ein zentrales Element des Entwicklungsstandortes ist daher das Technikum. „Hier kommen Produktmanager mit engem Kontakt zum Vertrieb und deren Kenntnis der Kundenanforderungen mit dem Entwicklungsteam, den Service-Mitarbeitern und der Operations-Abteilung zusammen. Alle diese Disziplinen sind gleich wichtig. Wir sorgen dafür, dass Kommunikationsbarrieren abgebaut werden und eine einfache Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen möglich wird“, betont Dr. Hans-Peter Mertens,  Geschäftsführer der Lenze Operations. Ebenso können Kunden hier mit einbezogen werden, die spezifische Entwicklungen begleiten und live erleben können.
 

Aufgabe des Mechatronik-Campus

Der Mechatronik-Campus ist für Lenze ein entscheidender Schritt, um mehr Innovationen zu fördern, die Ergebnisse des Innovationsprozesses zu verbessern und das Time-2-Market deutlich zu verkürzen. „Mit dem MCC schaffen wir nicht nur eine der zukunftsorientiertesten Mechatronik-Produktionsstätten Deutschlands, sondern vor allem auch ein wichtiges Referenzprojekt für die Zukunft der Zusammenarbeit. In agilen, interdisziplinären Teams werden unsere Mitarbeiter in Extertal künftig auf zahlreichen offenen Flächen zusammenarbeiten und für unsere weltweiten Kunden die besten mechatronischen Lösungen und Services erarbeiten“, so Christian Wendler, CEO von Lenze.
 

Verbesserungen in der Produktion

Entscheidende Verbesserungen soll es aber auch in der Produktion geben. „Hier kommen neueste Automationstechniken zum Einsatz“, so Dr. Mertens weiter. Industrie 4.0 finde auf dem MCC ihren praktischen Niederschlag. Vernetzung und Steuerung werden von Grund auf neu konzipiert, basierend auf einer SAP-Umgebung. In der Produktion selbst kommen fahrerlose Transportsysteme zum Einsatz, direkt angeschlossen ist ein modernes Hochregallager mit Platz für mehr als 16.000 Paletten und über 15.000 Behältern. Rund 300 Lenze-Antriebe werden in der Logistik verbaut.
Die Veränderungen gegenüber den bisherigen Produktionsabläufen werden dramatisch sein. Der Make-2-Order-Prozess, bei dem aus vorgefertigten Elementen die kundenspezifischen Fertigprodukte entstehen, soll zwischen 50 und 85 Prozent schneller werden – im Extremfall sinkt die Durchlaufzeit von 32 Tagen auf nur noch 5, weil unnötige Materialbewegungen und Liegezeiten wegfallen. 300 Palettenkilometer pro Jahr werden künftig eingespart, 10 Prozent weniger Energie und 48 Prozent weniger Fläche benötigt. „Was wir hier in der Produktion einsetzen, ist nicht die Industrie 4.0 der Zukunft, sondern die von heute: bodenständig, praxisnah und wirtschaftlich sinnvoll“, betont Dr. Hans-Peter Mertens, „insofern kann diese vernetzte Fertigung auch Vorbild für unsere Kunden sein.

Die digitalen und stark vernetzten Automatisierungslösungen in der Produktion beschleunigen nicht nur die Auslieferung. Sie erhöhen auch die Flexibilität und werden zu neuen Angeboten im Produkt- und Service-Portfolio führen. „Auch das ist ein Aspekt, der die Zukunftsfähigkeit von Lenze stärkt“, ist sich Dr. Mertens sicher. Denn der Campus dient auch als Labor, in dem Neues erprobt und verbessert werden soll. Was sich ab 2020 in Extertal bewährt, wird dann auf die anderen Standorte weltweit ausgerollt.
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