Bobst
Sieben Herausforderungen

09.01.2019 Die Druck- und Verarbeitungsbranche zur Herstellung von Verpackungen für alle Marken, flexible Verpackungen, Faltschachteln und Wellpappe macht zurzeit eine gewaltige Veränderung durch. Dabei ist es entscheidend, dass alle Verarbeitungsunternehmen die wichtigsten bevorstehenden Herausforderungen kennen und auf sie vorbereitet sind.

© Foto: Bobst
In der Bobst Group werden umfassende Untersuchungen der Marktbedingungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass heutige und zukünftige Kunden unter den sich ändernden Marktbedingungen stets die Lösungen erhalten, die sie benötigen.  Bobst empfiehlt, die nachfolgenden sieben Themen proaktiv zu behandeln.

1. Die Rolle der Verpackung - Schutz, Lieferung, Attraktivität


Die Rolle der Verpackung entwickelt sich im Laufe der Zeit weiter. Obwohl der Schutz der Waren immer noch oberste Priorität hat, muss die Verpackung auf nachhaltige Weise, d. h. häufig aus dünnerem Material und in einem anspruchsvolleren Design hergestellt werden. Die rasche Entwicklung neuer Einzelhandelsformate (insbesondere des Internet-Handels) führt zu komplexeren Liefermechanismen für die Schachteln. Außerdem müssen sie dadurch schneller und auf andere Weise hergestellt werden – mit höherer Produktivität und flexiblen Maschinen bei gleichzeitiger Beibehaltung höchster Qualität. Markeninhaber setzen die Verpackungen auch so ein, dass sie im Regal auffallen und für den Kunden attraktiv sind. Dieser aktuelle Trend verlangt nach kürzeren Produktionsdurchläufen, Wiederholungsaufträgen und Flexibilität. Dadurch wird der Druck auf die Verarbeitungsunternehmen erhöht, die Kapazitäten ihrer Verpackungsproduktionslinien entsprechend anzupassen. Hiermit kann man nahtlos zum zweiten Hauptthema übergehen.
 

2. Konventionelle und digitale Verfahren

 
Jahrzehntelang setzte die Druck- und Verarbeitungsindustrie im Verpackungsbereich konventionelle Verfahren ein.  Aber die neuen Digitallösungen ermöglichen heute entscheidende Fortschritte. Mit ihnen können Markeninhaber und Verarbeitungsunternehmen jetzt Lösungen schaffen, die bisher nicht möglich waren.  Digitalverfahren werden die Analogverfahren nicht komplett ablösen, werden aber jene Flexibilität schaffen, die für kürzere Produktionsdurchläufe notwendig ist. Dabei werden sie durch solche neuen Trends, wie den Bedarf nach Individualisierung, höherer Sicherheit und Rückverfolgbarkeit gefördert. Bobst investiert stark in Digitalkapazitäten für das Bedrucken von Verpackungen auf Basis einer breiten Vielfalt an Trägermaterialien.  Obwohl kein Zweifel daran besteht, dass die Digitaltechnik einen positiven Beitrag zur Verpackungsproduktion leisten wird, ist mehr als nur eine digitale Druckmaschine nötig, um letztendlich eine effektive Verpackungsproduktion zu erzielen. Dies bringt uns auch schon zur nächsten Herausforderung.
 

3. Die Digitalisierung des Arbeitsablaufs

 
Eine der größten Herausforderungen besteht im Management der verschiedenen Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Anlagenteilen sowie zwischen dem Markeninhaber, der Agentur und den Druck- und Verarbeitungsunternehmen. Die Automatisierung wird zu einer vollständigen Optimierung der Maschinenbetriebszeiten beitragen und eine effektive Kommunikation zwischen dem Besteller und dem Hersteller der Kartons sowie allen anderen Prozessbeteiligten ermöglichen. Auch wenn Druck- und Verarbeitungsunternehmen sehr viel Energie in die Auswahl der produktivsten Maschinen stecken, unterschätzen sie mitunter die Komplexität des gesamten Arbeitsablaufs. An dieser Stelle ist die hohe Fachkompetenz entscheidend. Die für eine Maschine angegebene maximale Druck- oder Verarbeitungsgeschwindigkeit bleibt nur solange eine theoretische Größe, bis sie zur Erzielung einer höchst effektiven Verpackungsproduktion zum angemessenen Preis in ein gut gesteuertes Gesamtverfahren integriert wird.
 

 4. Kostendruck

 
Wir leben heute in einer Welt, in der wir für denselben Preis mehr bekommen möchten – oder sogar etwas Besseres für weniger Geld. Markeninhaber, die endgültigen Entscheidungsträger in puncto Verpackung, möchten bessere, schneller hergestellte und stärker individualisierte Verpackungen mit höherer Sicherheit, wollen jedoch nicht mehr Geld dafür ausgeben.  Für die Verpackungsherstellung bestätigt sich der Fakt, dass die Kosten für eine bestimmte Schachtel künftig nicht höher liegen dürfen als heute. Die Gesamtkosten der Verpackungsherstellung werden durch drei Hauptelemente beeinflusst: Qualität, Produktivität und Kosten.  Diese drei Faktoren sind alle sehr wichtig. Sie dürfen nicht isoliert voneinander betrachtet werden – sondern über die gesamte Kette hinweg, vom Design bis hin zum Druck, zur Verarbeitung und zur eigentlichen Verpackung. Bobst ist das Prinzip vertraut, dass eine Kette genauso stark ist, wie ihr schwächstes Glied.  Dasselbe gilt auch für die Verpackungsherstellung, insbesondere in einem integrierten Arbeitsablauf.  Bei Bobst werden Digitaldruck, Qualitätsprüfungen und eine Null-Fehler-Verarbeitung in die gesamte Kette integriert, damit sich die Kunden auf höchste Qualität zum optimalen Preis verlassen können.

5. Personalbesetzung

 
Die Suche nach Arbeitskräften in unserer Branche kann eine Herausforderung darstellen – Fachkräfte, die volles Verständnis für die Branchenanforderungen haben, sind selten. Außerdem wird die Branche mitunter als weniger attraktiv im Vergleich zu anderen wahrgenommen. Die Tendenz des zunehmenden Einsatzes neuer Digitallösungen im Rahmen der gesamten Produktionskette wird die Attraktivität der Verpackungsherstellung steigern.

6. Arbeitskräfteschulung


Entsprechende Weiterbildung für das bestehende Personal müssen in die Arbeitskräfteplanung integriert werden. Durch enge Zusammenarbeit mit Universitäten und Schulen sowie durch eine Förderung der Berufsausbildung kann den Kunden dabei geholfen werden, sich auf die Herausforderungen von morgen einzustellen.
 

7. Services

 
Hierbei geht es nicht so sehr um die Instandhaltung oder Reparatur vorhandener Maschinen, sondern um ein gutes Verhältnis im täglichen Umgang mit den Lieferanten – diese sollten eher als „Partner“, und weniger als „Lieferanten“ betrachtet werden. Mit dem Aufkommen des Internets der Dinge (IoT) werden immer mehr Anlagen direkt mit den Herstellern verbunden. Eine vorbeugende Wartung ist deshalb keine blanke Zukunftsvision mehr. Innerhalb der Bobst Group wurde ein komplettes Portfolio an Services geschaffen, die den gesamten Druck- und Verarbeitungsprozess umfassen. Bobst strebt stets nach Spitzenleistungen und kann auf mehr als 125 Jahre Erfahrung bei der weltweiten Servicebereitstellung ihrer Kunden zurückgreifen. Dadurch können höhere Betriebszeiten, eine längere Lebensdauer der Anlagen, optimierte Produktionsqualität und Kosten sowie eine insgesamt höhere Investitionsrendite gewährleistet werden.
 
Wie man einfach erkennen, bestehen die Ziele von Bobst nicht darin, die Zukunft vorherzusehen, sondern kontinuierlich die bevorstehenden Herausforderungen einzuschätzen, um eine optimale Arbeitsweise der Verpackungsherstellung zu ermöglichen.
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