IFOP-Umfrage
Franzosen wünschen sich nachhaltigere Verpackungen

30.06.2020 Die All4Pack findet vom 23. bis 26. November 2020 in Paris statt. Die Messeleitung wollte wissen, wie sich die Corona-Krise bei den Franzosen auf die Verwendung von Verpackungen ausgewirkt hat. Eine IFOP-Umfrage, die im Mai im Auftrag der Messe durchgeführt hat, gibt über das veränderte Verbraucherverhalten in Frankreich Auskunft.

© Foto: All4Pack

Die repräsentative IFOP-Umfrage wurde bei 1.001 Personen durchgeführt. Sie zeigt, dass die Mehrheit der Franzosen Verpackungen für extrem bzw. ausgesprochen nützlich hält. Diese Aussage trifft häufiger auf ältere Menschen zu (66 % gegenüber 22 % bei den 18-bis 24-Jährigen) und zeigt die generationsbedingten Unterschiede in der Wahrnehmung auf.

Verpackungen spielen eine Schlüsselrolle für Produkt- und Verbrauchersicherheit. Die Franzosen scheinen sich dessen durchaus bewusst zu sein, seit der Krise umso mehr.  Jedoch kollidiert die Nützlichkeit mit dem ebenfalls großen Wunsch nach umweltgerechten Verpackungskonzepten und -anwendungen. So sprachen sich ein Drittel der Franzosen vor der Corona-Krise dafür aus, Produkte mit weniger Verpackung zu kaufen. Immerhin 60 % von ihnen halten sich trotz Krise nach wie vor an diese Maßgabe.

Verhaltensänderung wegen Corona-Pandemie

Obwohl 60 % der Befragten angeben, ihr Verhalten in Bezug auf Verpackungen trotz Pandemie nicht geändert zu haben, erklären 40 %, dass sie seit dem Ausbruch der Krise mehr verpackte Produkte kaufen. Davon leben die meisten Befragten im Nordosten Frankreichs (48 %) und den Ballungsgebieten (45 %), wo sich das Virus stärker ausgebreitet hatte. Dieser Verhaltensunterschied begründet sich inder Schutzfunktion, die Verpackungen haben und weiterhin haben werden.

Wie werden nachhaltige Verpackungen gesehen?

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen darüber hinaus, dass eine breite Mehrheit der Franzosen (61 %) denkt, dass sich die Industrie nicht ausreichend für nachhaltige Verpackungskonzepte einsetzt. Dennoch ist ebenso festzustellen, dass die Verbraucher dieses Verhalten nicht „sanktionieren“ (der äußerste negative Wert belief sich auf lediglich 17 %). Die Mehrheit der Befragten positionierte sich im Bereich „wahrscheinlich“ negativ oder positiv. Das zeigt deutlich, wie unsicher sie bezüglich dieser Frage sind und dass es ein Informationsdefizit über die von der Industrie eingeleiteten Maßnahmen gibt.

„Verpackungen werden immer einen wichtigen Stellenwert haben. Sie sind unentbehrlich, dennoch befindet sich die aktuelle Produktgeneration am Ende ihres Lebenszyklus. Jetzt gilt es, die Zukunft neu zu erfinden. Die Industrie kann viele Innovationen vorweisen, aber sie sind der Öffentlichkeit leider nur wenig bekannt“,so Olivia Milan, Messeleiterin der All4Pack. Um dies konkret zu veranschaulichen, wurden einige Innovationen von der Messe ausgewählt, die auf der Veranstaltung von den betreffenden Ausstellern vorgestellt werden sollen:

  • Erfindung eines neuen recycelten Rohmaterials, das zu 100 % aus recyceltem EPS (isothermisches  Polystyrol: wird weltweit am häufigsten als  Verpackungsmaterial verwendet) aus Post-Consumer-Material besteht;
  • Biologisch abbaubare Verpackungen auf der Grundlage eines neuen Biorohstoffs, der als Kompost für die Landwirtschaft dienen kann;
  • Verpackungen, die entsprechend der Anforderungen des E-Commerce bis zu 1.000 Mal wiederverwendet werden können;
  • Innovative chemische Recyclingprozesse für gemischte und belastete Kunststoffe zwecks Wiederverwendung;
  • Maschineninnovationen, die einen sehr schnellen Wechsel innerhalb der Produktion ermöglichen: Die Herstellung von Pappschachteln wird innerhalb von zwei Wochen auf die Fertigung von Schutzmasken umgerüstet oder auch die Umwandlung eines Transportroboters in einen Reinigungsroboter, der 100 m² Fläche (in Krankenhäusern) innerhalb einer Minute desinfiziert.
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