Studie zur verbesserten Haltbarkeit und Kalkulation im Lebensmitteleinzelhandel

22.02.2016

© Foto: Kompetenzzentrum für Ernährung
Um Lebensmittelverluste zu reduzieren, hat das Fraunhofer IVV die Auswirkung von ausgewählten aktiven Verpackungssystemen bei Kochschinken und Champignons untersucht. Aktive Verpackungen können die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern, indem sie Verderbnisprozesse, unter anderem bedingt durch Licht, Sauerstoff oder Wachstum von Mikroorganismen, verhindern oder reduzieren. Ein Sauerstoffabsorber beispielsweise in der Schinkenverpackung bindet den restlichen Sauerstoff und verzögert dadurch das Vergrauen des Produktes. Mithilfe dieser Maßnahme kann eine Veränderung der Produktqualität um vier Tage hinausgezögert werden. „Die Haltbarkeit von abgepackten Champignons im Handel ist auf wenige Tage begrenzt“, erklärt Dr. Peter Muranyi vom Fraunhofer IVV. „In der Folie eingeschweißte Champignons zeigen nach kurzer Zeit unansehnliche Verfärbungen. Eine feuchteregulierende Verpackung mit eingearbeitetem Kochsalz kann Kondenswasserbildung verhindern und Qualitätsveränderungen entgegenwirken.“ „Lebensmittelverluste im Lebensmitteleinzelhandel verschlechtern die Energiebilanz eines Unternehmens“, sagt Prof. Diane Ahrens von der Technischen Hochschule Deggendorf. Die Deggendorfer Wissenschaftler haben eine Filialleiter-App entwickelt, die bei Eingabe der vorhandenen Restmengen unter Berücksichtigung der Bestell- und Lieferrhythmen und Gebindegrößen die optimale Bestellmenge vorschlägt. In fünf Testfilialen eines Lebensmittelhändlers zeigte sich, dass durch die optimierte Prognose mittels App der Verlust bei Champignons von 8,5 Prozent auf 5,3 Prozent reduziert werden konnte. Eine Hochrechnung auf den gesamten Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland ergibt laut TH Deggendorf eine Einsparung von 1.697.882 kg Lebensmittelverlusten pro Jahr, entsprechend 135.830 kWh, im Frischwarenbereich.

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BU: Filialleiter-App und aktive Verpackungssysteme, um Energieverlust durch Lebensmittelmüll vorzubeugen.

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