Papstar Forschungsprojekt zu Einmalgeschirr
Biologisch abbaubar, aber zu langsam

31.01.2020 In einem gemeinsamen Forschungsprojekt von Papstar und Schönemackers mit der Hochschule Rhein-Waal wurde das Recycling-Verhalten von Besuchern des Klever Street Food Festivals untersucht sowie Abbaubarkeit des Einmalgeschirrs von Papstar.

© Foto: Papstar
Im ersten Teil der Studie wurde die Recyclingbereitschaft der Besucher des Klever Street Food Festivals getestet. Für das biologisch abbaubare Geschirr aus Holz/Frischfaser-Karton, Palmblatt, Zuckerrohr und Maisstärke wurden eigene Abfallbehälter "Nachwachsende Rohstoffe" aufgestellt. Das Ergebnis: Die ausgiebig informierten Festivalbesucher legten eine hohe Bereitschaft zur korrekten Entsorgung an den Tag, sodass 400 kg des Einweggeschirr-Abfalls gesammelt werden konnten (im Kontrast zu 1000 kg regulärem Restmüll).

Die Studentin des Studiengangs „Biologische Ressourcen“ an der Hochschule Rhein-Waal Denise Brandt konnte mit Hilfe dieser Abfälle ihr Forschungsprojekt durchführen. Der Titel: „Kompostierung von biologisch abbaubaren Geschirr und Bioabfällen vom Straßenlebensmittelfest in Kleve in der Industriekompostierungsanlage Schönmackers in Goch“. Die Ergebnisse konnte die Studentin nun ihrem Supervisor Dr. Matthias Kleinke sowie Vertretern von Papstar und Schönmackers Umweltdienste vorstellen.

Unterschiedliche Grade der Verrottung

Alle eingebrachten Wertstoffe sind komplett abbaubar, jedoch nicht in der für die Wirtschaftlichkeit einer Kompostierungsanlage unabdingbare Zeitspanne von 2-3 Wochen. So zeigten die einzelnen Materialien im Rotte-Prozess unterschiedliche Abbaugrade.

Während die auf Maisstärke basierenden und transparenten PLA-Becher schon nach wenigen Tagen nicht mehr nachzuweisen waren und auch Produkte aus Karton oder Zuckerrohr durch gute Kompostierungseigenschaften punkteten, erwiesen sich die formstabielne Teller aus Palmblatt oder das Besteck aus Maisstärke als wesentlich widerstandsfähiger und benötigten deutlich mehr Zeit zur sukzessiven Auflösung etwa der Faserstruktur.

„Im Endeffekt hat der Zusatz ‚biologisch abbaubar‘ für alle untersuchten Materialarten seine Berechtigung, allerdings wird es kaum ein Kompostwerk geben, das sich eine um mehrere Wochen aufwendig verlängerte Durchlaufphase inklusive Nachrotte erlauben kann", so Studentin Denise Brandt und Nadine Püttmann, Vermarktung und Qualitätssicherung Kompostwerk Goch. Kleinke, Betreuer der Arbeit, gab bei der Präsentation zu Bedenken, dass eine Verbrennungsanlage zur Stromerzeugung auf dem Street Food Festival-Gelände die ökonomischste Lösung darstellen könnte.
stats