IFEU Studien Update
Flexible Verpackungen spielen Schlüsselrolle gegen globalen Erwärmung

06.02.2020 Eine jüngst aktualisierte und erweiterte Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung (IFEU) zeigt deutlich auf, dass flexible Verpackungen ein wirksamerer Weg zu mehr Ressourceneffizienz und zu einem geringeren CO2-Fußabdruck sind als die Verwendung starrer Verpackungen oder die ausschließliche Fokussierung auf Recycling. Die neue Studie, von Flexible Packaging Europe (FPE) in Auftrag gegeben, bestätigt damit die Ergebnisse einer Vorgängerstudie.

© Foto: IFEU (Institut für Energie- und Umweltforschung)
Die erweiterte Studie beinhaltet ein Szenario, bei dem alle nicht flexiblen (d.h. starren) Verpackungen für schnelllebige Konsumgüter (Fast Moving Consumer Goods, FMCG) durch flexible Verpackungen ersetzt werden, wo immer dies möglich ist. Da kohlensäurehaltige Getränke nicht auf diese Weise verpackt werden können, wurde das Getränkesegment nicht in die Studie einbezogen (konservativer Ansatz).

Die Studie zeigt, dass durch die Substitution aller starren Verpackungen von Nichtgetränke-FMCG auf EU-Ebene die Menge an Abfall von Primärverpackungen um jährlich 21 Millionen Tonnen reduziert werden könnte. Dadurch ließe sich die Gesamtmenge an Primärverpackungen aus Nichtgetränke-FMCG in der EU um 70% verringern, was das enorme Potenzial flexibler Verpackungen zur Vermeidung von Verpackungsabfällen unterstreicht.

Auch die positiven Auswirkungen auf die Umwelt wären beeindruckend. In einer Ökobilanz-Betrachtung (LCA) kommt die Studie zu dem Schluss, dass eine solche theoretische Substitution das gesamte globale Erwärmungspotenzial (GWP) aller europäischen FMCG-Primärverpackungen (ohne Getränke) um 33% senken würde – selbst wenn für die Zwecke des Nachweises angenommen wird, dass flexible Verpackungen stofflich nicht verwertet würden.

Starre Verpackungen wären 30 % aufwändiger

Das entgegengesetzte Szenario – die Substitution aller flexiblen Verpackungen für nicht getränkehaltige FMCG in der EU durch starre Verpackungsformate – würde der Studie zufolge das Gesamt-GWP von Primärverpackungen um etwa 30 % erhöhen. Und dies trotz der deutlich höheren tatsächlichen Verwertungsraten von starren Verpackungen. Selbst wenn starre Verpackungen komplett, also zu 100 % recycelt würden, würde diese theoretische Substitution trotzdem zu einem um 14% höheren GWP führen, so die Studie.

Neben dem GWP wurden auch die Umweltauswirkungen der abiotischen Erschöpfung, die sich auf die Nutzung nicht erneuerbarer Ressourcen bezieht, und des Wasserverbrauchs mit dem LCA-Ansatz bewertet. Die Studie zeigt für alle drei Wirkungskategorien sehr ähnliche Ergebnisse in der gleichen Größenordnung.

Resultat: Es geht um Vermeidung

Die Autoren der Studie kommen zu dem Ergebnis, dass es nicht nur auf die Recyclingfähigkeit von Verpackungen, sondern vor allem auch auf ihre Vermeidung ankommt. Dies kann durch einen höheren Einsatz von flexiblen Verpackungen erreicht werden, was nicht nur zu weniger Abfall an Primärverpackungen führen würde, so die Autoren, sondern auch zu einem geringeren Kohlenstoff-Fußabdruck und einem geringeren Ressourcenverbrauch.

Umgekehrt könnte die ausschließliche Konzentration auf die Recyclingfähigkeit und das Erreichen von Recyclingzielen dazu führen, dass flexible Verpackungen durch leichter recycelbare, starre Verpackungen ersetzt werden. Dieser Ansatz wäre mit Blick auf die Klimaerwärmung und die Ressourceneffizienz eindeutig nachteilig und würde dem in der EU-Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle verankerten Ziel zuwiderlaufen, die Erzeugung von Verpackungsabfällen zu vermeiden.
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