Corona
Deutlicher Umsatzverlust im Onlinehandel

09.04.2020 Um fast 20 % ist der E-Commerce im März 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen. Einzig die Kategorien, die auch im Einzelhandel stark nachgefragt wurden, konnten zum Teil deutliche Zuwächse verzeichnen: Lebensmittel, Drogeriewaren, Medikamente und Do-it-yourself- beziehungsweise Baumarkt-Sortimente. Damit sind fast alle Zuwächse, die der Onlinehandel im Januar und Februar erzielt hatte, vernichtet worden.

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Der Onlinehandel stagniert nahezu zwischen Januar und März mit einem geringen Plus von 1,5 % im Vergleich zum 1. Quartal 2019. Das Wachstum im ersten Quartal dieses Jahres lag damit deutlich unter den starken Vorjahreswerten von 11,2 %. Die Kunden kauften im Onlinehandel zwischen Januar und März 2020 Waren für 16.482 Mio. € inkl. USt ein (1. Q. 2019: 16.244 Mio. € inkl. USt). Im 1. Quartal 2020 lag das Wachstum in der Kategorie Lebensmittel bei 28,1 % gegenüber dem Vorjahr und erwirtschaftete einen Online-Umsatz von 361 Mio. € inkl. USt (1. Q. 2019: 282 Mio. € inkl. USt). Allein im Monat März betrug die Steigerung 55,8 %. Medikamente wurden im 1. Quartal 2020 für 227 Mio. € inkl. USt (1. Q. 2019: 171 Mio. € inkl. USt) gekauft. Hier stieg der Umsatz im Monat März um 88,2 %. Im absoluten Wachstum war diese kleine Warengruppe somit Spitzenreiter.

Im Januar und Februar konnten die E-Commerce-Umsätze noch um 8,8 % auf 12.856 Mio. € inkl. USt zulegen. Zahlreiche Kategorien zeigten sich nach jahrelangem Wachstum ungebremst mit über 10 % im Plus. Auch die großen Kategorien Bekleidung (+9,5 %), Unterhaltungselektronik (+8,9 %) und Computer/Zubehör (+9,6 %) zeigten weiter eine sehr dynamische Entwicklung. Im März brach dann der Umsatz über alle Kategorien hinweg um 18,1 % ein. Das Bekleidungssegment stürzte sogar um mehr als 35 % ab. Unterhaltungselektronik zeigte ein Minus von 20,9 %, Computer und Zubehör verzeichnete trotz der Ausgaben für Homeoffice-Lösungen einen Rückgang um 22,7 %.

Zusätzlich zu den wöchentlich erhobenen Konsumenten-Informationen hat der BEVH seit Anfang März regelmäßig seine Mitglieder nach der Geschäftslage befragt. Erst in den letzten Märztagen, die in der Konsumentenbefragung nicht mehr erfasst werden konnten, zeigte sich eine Belebung der Nachfrage, die den aufgelaufenen Umsatzverlust jedoch bei weitem nicht wettmachen kann.

Warengruppen-Cluster „Freizeit“

Der gesamte Online-Umsatz des Warengruppen-Clusters stieg im 1. Quartal 2020 auf 1.889 Mio. € inkl. USt (1. Q. 2019: 1.861 Mio. € inkl. USt) um insgesamt 1,5 %.

Warengruppen-Cluster „Einrichtung“

Im 1. Quartal 2020 stieg der Online-Umsatz auf insgesamt 2.623 Mio. € inkl. USt (1. Q. 2019: 2.542 Mio. € inkl. USt). Dies ist ein Wachstum von 3,2 % im ersten Quartal.

Warengruppen-Cluster „Bekleidung inkl. Schuhe“

Bekleidung wurde online im 1. Quartal 2020 für 3.046 Mio. € inkl. USt (1. Q. 2019: 3.132 Mio. € inkl. USt) gekauft. Der Umsatz ging somit um 2,7 % gegenüber dem Vorjahr zurück. Der Bereich Schuhe erwirtschaftete einen Online-Umsatz von 1.022 Mio. € inkl. USt (1. Q. 2019: 1.049 Mio. € inkl. USt). Auch hier lag die Veränderung bei minus 2,7 % gegenüber dem Vorjahr.

Warengruppen-Cluster „Unterhaltung“

Die Umsätze für Computer, Zubehör und Spiele wuchsen lediglich online im 1. Quartal 2020 um 0,8 % und beliefen sich auf 1.376 Mio. € inkl. USt (1. Q. 2019: 1.366 Mio. € inkl. USt). Die Online-Umsätze bei Büchern und E-Books lagen bei 942 Mio. € inkl. USt. (1. Q. 2019: 944 Mio. € inkl. USt) und sanken um 0,2 %.

Warengruppen-Cluster „Täglicher Bedarf“

Das Gesamtvolumen des Warengruppen-Cluster „Täglicher Bedarf“ stieg online um insgesamt 17,3 % mit einem Gesamtumsatz von 1.231 Mio. € inkl. USt (1. Q. 2019: 1.050 Mio. € inkl. USt). Allein der Umsatz bei Drogerie hat sich gegenüber dem Vorjahr um 17,2 % gesteigert.

Dienstleistungen

Dramatische Verluste erlitten die Dienstleistungen im E-Commerce, die insbesondere von Onlinebuchungen für Reisen, Veranstaltungen oder Flug- bzw. Bus- und Bahn-Tickets geprägt sind. Sie stürzten im März allein um mehr als 75 % im Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum ab. Im gesamten 1. Quartal 2020 erzielten sie mit 3.886 Mio. € inkl. USt 13,4 % weniger Umsatz als 2019 (4.489 Mio. € inkl USt).

Versendertypen im E-Commerce-Handel

Im 1. Quartal zogen die Apothekenversender voran. Diese Kategorie wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 25 % und erreichte einen Online-Umsatz von 200 Mio. € inkl. USt (1. Q. 2019: 160 Mio. € inkl. USt). Die größten Einbußen erzielten die Onlineshops der stationären Händler, die um 9,5 % auf 2.047 Mrd. € inkl. USt nachgaben (1. Q. 2019: 2.263 Mrd. € inkl. USt). Ein Wachstum von 4,9 % gegenüber dem Vorjahr und einen Umsatz von 8.011 Mio. € inkl. USt (1. Q. 2019: 7.639 Mio. € inkl. USt) erwirtschafteten die Online-Marktplätze. %ual gleichauf lagen die Internet Pureplayer mit einem Plus von ebenfalls 4,9 % und einem Umsatz von 2.395 Mio. € inkl. USt (1. Q. 2019: 2.283 Mio. € inkl. USt).

Im gesamten Interaktiven Handel (Online- und klassischer Versandhandel) kauften im 1. Quartal 2020 die deutschen Verbraucher Waren für 16.785 Mio. € inkl. USt (1. Q. 2019: 16.740 Mio. € inkl. USt). Daran hat der Onlinehandel einen Anteil von 98,2 % und konnte insgesamt um 1,2 Prozentpunkte zum Vorjahresquartal zulegen.

Jeder dritte Onlinekäufer bestellt inzwischen mehrmals in der Woche im Internet. Dies und ein deutlich gestiegenes Bestellvolumen über Mobilgeräte haben den Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce im Jahr 2019 auf 72,6 Mrd. € inkl. USt getrieben. Das ist ein Plus von 11,6 % gegenüber dem Vorjahreswert von 65,1 Mrd. € inkl. USt. Der Gesamtumsatz mit Waren sowie Dienstleistungen im Interaktiven Handel, der neben Onlineverkäufen auch schriftliche und telefonische Bestellungen enthält, erreichte in 2019 94 Mrd. € inkl. USt.

Details zur Studie des BEVH finden Sie hier.
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