Atlantic Zeiser, Tritron und Actega
UV LED-Inkjetdruck nach Lackschicht möglich

31.01.2020 Atlantic Zeiser, der Tintenspezialist Tritron und das auf Überdrucklacke spezialisierte Unternehmen Actega haben in einem gemeinsamen Entwicklungsprojekt bewiesen, dass sich ein analog applizierter Klarlack auf Faltschachteln nachträglich mit brillantem UV LED-Inkjetdruck kombinieren lässt.

© Foto: Atlantic Zeiser
 Aufwändige Lösungen mit Corona- oder Plasmasystemen zur Vorbehandlung der Oberflächen werden damit genauso überflüssig wie spezielle Lackaussparungen. Den drei Unternehmen gelang es, Tinten- und Offset-Lackrezeptur so aufeinander abzustimmen, dass diese perfekt miteinander harmonieren, Druckereien wie Markenhersteller keinerlei Einschränkungen im Late Stage Customization mehr haben und jegliche weitere Oberflächen-Vorbehandlung des Faltschachtelkartons entfallen kann. Der übliche Schutzlack über der im Offset gedruckten Farbe dient somit zusätzlich als Primer für den anschließenden UV LED-Inkjetdruck.

Der Glanzgrad des neuen Codierlacks entspricht denen konventioneller Dispersionslacke, ebenso die Verarbeitung im Lackwerk. Man erhält eine geschlossene und geschützte Kartonoberfläche, bei der selbst haptisch kein Unterschied erkennbar ist. Mit der bei Atlantic Zeiser und Tritron entwickelten UV LED-härtbaren Tinte erreicht man auf diesem Codierlack eine gestochen scharfe Druckqualität (Barcode-Grading A), eine exzellente Haftung gemäß TESA-Test und hervorragende Kratzbeständigkeit (Erichsen). Zwei namhafte Pharmaunternehmen sowie ein Kosmetikhersteller setzen diese Lösung von Atlantic Zeiser, Tritron und Actega inzwischen ein.

Optimale Lösung für große Flächen

Bislang wiesen am Markt verfügbare Dispersionslacke beim Einsatz von nachträglichem UV LED-Inkjetdruck zwei Defizite auf: Die Haftung und Kratzbeständigkeit waren nicht gegeben, und die Druckqualität war je nach Lackbeschaffenheit unzureichend. Lackaussparungen waren jedoch nur für kleine Codierflächen ein probates Mittel. Aber wenn beim Late Stage Customization – wie angestrebt – ganze Seiten einer Verpackung individualisiert werden, ging das schon aus optischen Gründen nicht. Der Glanz und die Brillanz fehlten dann einfach auf einer großen Fläche, und der Karton wäre auf dieser Seite zudem ungeschützt.

Der alternative Einsatz von Corona- oder Plasmasystemen zur Vorbehandlung von lackierten Flächen bedeutete jedoch neben dem zusätzlichen Invest auch Einschnitte in Bezug auf Flexibilität, Prozesssicherheit und Effizienz. Denn das Einrichten dieser Systeme war immer aufwändig und oftmals fehlerbehaftet.

Die von Atlantic Zeiser, Tritron und Actega entwickelte Lösung ist ein wichtiger Meilenstein, die Vorteile des Digitaldrucks effizient zu nutzen. Markenhersteller und Druckereien haben damit ein wirtschaftlich sehr interessantes Lösungspaket an der Hand. Es liefert monochrom, aber auch im Vierfarbdruck überlegene Druckqualität – und das bei Geschwindigkeiten von bis zu 60 Meter pro Minute.
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