Werner & Mertz
Globale Verpflichtung unterzeichnet

02.11.2018 Werner & Mertz hat auf der „Our Ocean Conference“ auf Bali die globale Vereinbarung zur Beseitigung von Plastikabfällen und Verschmutzungen durch Kunststoff der Ellen MacArthur Stiftung unterzeichnet. Damit verpflichtet sich das Unternehmen zur Umstellung aller Verpackungen auf 100 % Recyclat bis 2025.

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Zu den über 250 Unterzeichnern zählen Unternehmen, NGOs, politische Entscheidungsträger und Einzelpersonen.

Reinhard Schneider, geschäftsführender Gesellschafter von Werner & Mertz, begrüßt die gemeinschaftliche Aktion gegen Plastikmüll: „Ein weltweites breites Bündnis zur Vermeidung von Kunststoffabfällen war längst überfällig. Umso mehr freut es mich, dass die Ellen MacArthur-Stiftung so viele namhafte Akteure für ein verpflichtendes Commitment gewinnen konnte. Wenn der Plastikabfall nach Gebrauch beim Endverbraucher gesammelt und hochwertig recycelt wird, werden wir alle gemeinsam weiteren Eintrag von Plastik in das empfindliche Ökosystem der Meere verhindern können.“

 

Recyclat-Initiative hat Vorbildrolle

Wie Kreislaufwirtschaft in einem mittelständischen Unternehmen erfolgreich umgesetzt wird und dabei eine Vorbildrolle für die Lösung eines globalen Problems – der Plastikvermüllung der Meere – übernehmen kann, zeigt die Recyclat-Initiative von Werner & Mertz.

„Wir verfolgen ein echtes Kreislaufprinzip mit dem Ziel, kein Rohöl für die Produktion von Plastikverpackungen zu verbrauchen und stattdessen Wertstoffe aus der Quelle „Gelber Sack“ so hochwertig aufzubereiten, dass diese als Basis für sogar lebensmitteltaugliche Verpackungen dienen. Wir sind momentan sogar der weltweit führende Markenhersteller von 100 % recycelten Kunststoffverpackungen“, erklärt Reinhard Schneider, Wegbereiter der Reyclat-Initiative.

Mit 215 Millionen PET- Verpackungen aus 100 % Altplastik mit einem Anteil von 20 % Recyclat aus dem Gelben Sack hat die Recyclat-Initiative eindrucksvoll bewiesen, dass es möglich ist, hochwertige Verpackungen aus Altplastik in den Markt zu bringen und dabei 79 % CO2 Emissionen gegenüber der Herstellung von Verpackungen aus Virgin Material einzusparen. Seit Beginn der Recyclat-Initiative sind, mit Stand Oktober 2018, schon 11.971 Tonnen CO2 eingespart worden. (Studie Alpla, Denkstatt, Wien 2017) 100 % recycelte Kunststoffverpackungen für mehr als 80 % seiner Produkte qualifizieren Werner & Mertz als weltweit führenden Vorreiter der New Plastics Economy. Das Unternehmen verspricht ein komplett recyceltes Verpackungsportfolio bis 2025: 100 % aus 100 % recyceltem Kunststoff.

Die Lösung liegt an Land und nicht im Meer

Die Marke Frosch und das dahinter stehenden Familienunternehmen Werner & Mertz setzen sich in der Recyclat-Initiative gemeinsam mit Partnern aus Industrie, Handel und NGO dafür ein, das Richtige richtig zu tun. Das bedeutet: Der Plastikmüll, der tagtäglich bei den Verbrauchern anfällt, wird zu neuen Verpackungen wiederverwertet. Plastik soll nicht einfach in Verbrennungsanlagen verheizt werden oder – noch schlimmer – weiterhin die Meere verpesten. Zwar ist Europa laut Informationen der IUCN (International Union for Conservation of Nature) nicht der hauptsächliche Verschmutzer der Weltmeere durch Plastik, kann aber eine weltweite Vorbildrolle für den Schutz der Ozeane übernehmen, ohne auf CO2-intensive Verbrennung setzen zu müssen.

Die Recyclat-Initiative ist ein wichtiger Schritt zu diesem internationalen Ziel: Sie bringt geschlossene Systeme für Produktion, Nutzung und echte Wiederverwertung von Kunststoffverpackungen ohne Qualitätsverlust voran. Die Initiative schafft ein öffentliches Bewusstsein, die direkten Ursachen der Meeresverschmutzung statt nur die Symptome zu bekämpfen. Die Lösung kann nur an Land und nicht im Meer liegen.

Aktionen, wie die Verwendung von Ocean- und Beach-Plastik in Verpackungen und Kleidung, können Aufmerksamkeit erwecken, ändern aber nichts an den Ursachen. Nur effektive Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen verhindert, dass weiterer Plastikmüll in die Meere nachgeschoben wird.

Transparenz gegenüber den Endverbrauchern ist ein wichtiges Credo der Recyclat-Initiative: Die Herkunft des Rohstoff-Materials von den Recyclingverpackungen wird offengelegt. „Wir finden, dass nur echtes Post-Consumer-Recyclat den Namen Recyclingplastik verdient“, so Reinhard Schneider. Der Verbraucher verbinde richtigerweise mit dem Begriff „Recyclat“ ein Material, welches dem Post-Consumer-Strom entstamme – also aus den ihm vertrauten und bestehenden haushaltsnahen Sammlungen, wie beispielsweise Plastik aus dem Gelben Sack oder den bepfandeten Flaschensammlungen.

 

PIR ist kein echter Verpackungsmüll

Leider werde das Vertrauen der Verbraucher in dieser Hinsicht zurzeit hart auf die Probe gestellt, bedauert Reinhard Schneider. Denn was aktuell an Recyclingverpackungen aus Verpackungsmüll in den Handel gelange, bestehe nicht immer nur aus Kunststoffabfällen aus Privathaushalten. Es handele sich oftmals um Kunststoffabfälle aus der Industrie, sogenanntes Post-Industrial-Recyclat (PIR).

PIR sind Kunststoffe, die noch keine Gebrauchsphase durchlaufen haben und deren Wiederverwertung eigentlich direkt beim Verpackungshersteller erfolgt zur Verringerung der Materialverschwendung während des Produktionsprozesses. Daher landen PIR-Materialströme ohnehin mit sehr niedriger Wahrscheinlichkeit in der Umwelt. Sie sind in der Regel sortenrein, haben einen hohen Wiederverwendungswert und werden sogar gehandelt. Das bedeutet, dass PIR von den Herstellern allein schon aus wirtschaftlichen Erwägungen derzeit wiederverwertet wird. Es bedeutet aber auch, dass PIR kaum dazu beiträgt, die eigentliche Plastikabfall-Menge zu verringern – schon gar nicht nach Übergang zum Endverbraucher, wo die Potentiale am Größten sind.

Wird nun das PIR als Plastikflakes weiterverkauft und somit aus der eigenen Verwertungskette des Herstellers hinausgenommen, muss dieser Industrieabfall und Produkte aus diesem aber nicht mehr „Post-Industrial-Recyclat“ genannt werden, sondern darf – wie auch das benutzte Plastik aus Privathaushalten – einfach als „Verpackungsmüll“ bezeichnet werden. Es handelt sich also bei PIR genau genommen um Einwegplastik, das nun unter neuem Namen den Weg zum Endverbraucher findet. Mit der Ausnahme, dass das Material gut recycelt werden könnte – sofern es jemand macht. Aber dies passiert zurzeit eben nicht – zumindest nicht durch diejenigen, welche das Material in Umlauf bringen. Sie führen stattdessen immer wieder weiteres neues PIR dem Plastikberg zu anstatt gebrauchtes Plastik zu verwerten. Es wird bewusst die Wertstoffquelle ignoriert, die am meisten Not tut und darüber hinaus sogar das größte Potential hat.

Die Privilegierung von ineffizienten Produktionsprozessen ist die Konsequenz, wenn PIR als Recyclat bewertet wird, warnt die New Plastics Economy.

Die Recyclat-Initiative setzt auf das richtige Altplastik mit dem größten Nutzen zum Schutz der Umwelt und wünscht sich von allen Herstellern, dass auch sie die Chance für eine Zukunft ohne Plastikmüll im Meer nutzen – mit der New Plastics Economy.

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