Otto
Recycelte Tüten dank spanischem Start-up

13.12.2019 Gemeinsam mit dem spanischen Start-up Cadel Deinking startet Otto ab Januar 2020 einen Test, in dem gebrauchter Kunststoff aufbereitet und als neue Tüte wiedereingesetzt werden kann. Insgesamt 85.000 recycelte Polybeutel will das Unternehmen so in den nächsten acht Monaten für den Versand nutzen. Von der Kooperation zwischen Otto und Cadel Deinking werden auch weitere E-Commerce-Unternehmen profitieren.

© Foto: Otto
Polybeutel sind kleine rechteckige Kunststofffolien, in denen Kleidung und viele andere Produkte zum Schutz eingeschweißt sind und die auch zum Versand genutzt werden. Sie schützen die Ware, sind aber nicht unbedingt umweltfreundlich, da sie bisher größtenteils aus Einwegkunststoff bestanden. Laut einer Studie der Ellen Macarthur Foundation werden weltweit ca. 180 Milliarden Polybeutel pro Jahr hergestellt, von denen weniger als fünf Prozent in einem geschlossenen Kreislauf recycelt werden. Otto nimmt diese Herausforderung an und handelt gemeinsam mit dem spanischen Unternehmen Cadel Deinking.

Ab Januar 2020 wird Otto den recycelten Polybeutel acht Monate lang testen, um den Einsatz von Einwegartikeln zu reduzieren und den Produktionskreislauf durch bereits vorhandene Kunststoffe zu schließen. „Das Ziel ist es, die von uns eingesetzten Kunststoffbeutel zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial fertigen zu lassen. Durch den so geschlossenen Kreislauf reduzieren wir die Produktion neuer Tüten und setzen deutlich weniger Rohstoffe ein. Das Resultat sind weniger Müll und eine effiziente Weiternutzung bereits produzierter Materialien“, erklärt Benjamin Köhler, Leiter Corporate Responsibility bei Otto. So gehen insgesamt 85.000 Beutel durch Otto in den Umlauf und werden direkt an den Kunden weitergegeben.

Recyclete Polybeutel sollen zur Weiterverwertung geeignet sein

Polybeutelabfälle werden in der Regel nicht zu neuen Polybeuteln recycelt, sondern zu minderwertigerer Kunststoffware weiterverarbeitet, beispielsweise zu Müllbeuteln, die nach Gebrauch nicht erneut recycelt werden können. Ziel des aktuellen Pilotprojekts ist es daher, aus den Polybeutelabfällen, die Tinte und Klebstoffverunreinigungen enthalten, einen entsprechend klaren, recycelten Beutel herzustellen, ganz ohne Lösungsmittel und gefährliche Chemikalien.

Das Start-up Cadel Deinking zerkleinert in einem ersten Schritt gebrauchte Polybeutel, die die Kunden als Retoure an Otto zurückgeschickt haben. Anschließend werden die Beutel-Reste mit einer Entfärbe-Technologie gereinigt, damit Spuren von Pigmenten entfernt werden können. Schließlich werden die Kunststoffe getrocknet, geschmolzen und zur Weiterverwendung pelletiert.

Über die Initiative „Fashion 4 Good“ fanden Otto und Cadel Deinking zueinander; von der Verbindung profitieren nach Angabe von Benjamin Köhler auch andere E-Commerce-Unternehmen.
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