BdS geht DUH scharf an
„Tatsachen falsch dargestellt“

27.08.2020 Der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) reagiert auf eine Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH).

Die DUH-Umfrage stellte Fast-Food-Ketten an den Pranger.
© Foto: imago images / MiS
Die DUH-Umfrage stellte Fast-Food-Ketten an den Pranger.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH), Berlin, hatte vor wenigen Tagen verkündet, dass sich „kaum eine der großen Gastronomieketten in Deutschland an einem Mehrwegsystem für Kaffee oder Speisen zum Mitnehmen beteiligt“. Weiter hieß es dazu aus der Bundeshauptstadt: „Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unter 65 der größten Gastronomie-, Bäckerei- und Tankstellenunternehmen. Bundesweit agierende Anbieter von Mehrwegsystemen für Kaffeebecher und Essensboxen stehen Gastronomen für eine Beteiligung längst zur Verfügung und schützen so die Umwelt und das Klima. Bundesumweltministerin Svenja Schulze muss die Unternehmen deshalb mit einer verbindlichen Mehrwegquote und Abgabe von mindestens 20 Cent auf Einwegbecher und -Essensboxen zum Umstieg verpflichten“, lautete die Forderung der DUH.

„Hauptverantwortliche für Einweg-Müllberge“

„Große Kaffee- und Fast-Food-Ketten wie Starbucks, Burger King oder McDonald's gehören zu den Hauptverantwortlichen für die massiv wachsenden Einweg-Müllberge während der Corona-Krise. Unsere Umfrage und eigene Stichproben zeigen, dass die großen Gastronomieunternehmen weitgehend am bisherigen Wegwerfmodell festhalten, anstatt auf umweltfreundliches Mehrweg zu setzen. Die Zeit für Einwegmüll oder halbherzige Pilotprojekte ist längst vorbei: Wir brauchen jetzt bundesweite Mehrwegsysteme für Becher und Essensboxen. Da die Gastronomiebranche aber offenkundig nicht Willens ist, ein solches Mehrwegsystem aufzubauen oder sich an bestehenden Systemen zu beteiligen, muss Bundesumweltministerin Svenja Schulze sie dazu verpflichten", forderte in diesem Zuge die stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

BdS: „Inhaltlich und sachlich falsche Aussage“

Scharfer Gegenwind kommt nun vom Bundesverband der Systemgastronomie (BdS), München: „Wir widersprechen der inhaltlich und sachlich falschen Aussage aus der Umfrage der Deutschen Umwelthilfe über die Verwendung von Mehrwegbechern in der (System-) Gastronomie. Von einem ‚Mehrwegboykott‘ unserer Mitglieder kann überhaupt keine Rede sein. Hier werden seitens der DUH – leider nicht zum ersten Mal – Tatsachen falsch oder unvollständig dargestellt, um eine vorgefertigte Agenda und ein bestimmtes Meinungsbild zu bestätigen“, erklärt BdS-Hauptgeschäftsführerin Andrea Belegante. „Wenn man sich die Mühe gemacht hätte, genauer auf den Umgang und die Verwendung mit Mehrwegbechern und Mehrwegbehältnissen zu schauen, hätte die DUH erkennen müssen, dass unsere Mitglieder und auch wir als Verband seit Jahren das Thema Mehrweg aktiv vorantreiben. So haben unsere Mitglieder seit langem Kooperationen mit Mehrwegbecher-Pfandsystemen. Es gibt Preisaufschläge bei Verwendung von Einwegbechern bzw. Preisnachlässe bei Verwendung von Mehrweg und somit Anreize für die Gäste, Mehrwegalternativen zu nutzen. Als Verband haben wir beispielsweise Hygieneleitfäden für den Umgang mit Mehrwegbechern und -behältnissen, gemeinsam mit dem Lebensmittelverband Deutschland erarbeitet. Das alles sind klare Bekenntnisse zur Nutzung und Ausweitung von Mehrwegoptionen. Und zur Wahrheit gehört auch: Trotz aller öffentlichen Absichtserklärungen bleibt die Gästenutzung von Mehrwegbechern im mittleren, einstelligen Prozentbereich. Dennoch werden unsere Mitglieder und wir weiterhin daran arbeiten, Mehrweg zu fördern.“

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