European Plastics Converters
Green Deal und Einweg-Kunststoffrichtlinie: ein Widerspruch?

22.01.2020 Einweg-Kunststoffartikel erfüllen viele wichtige Funktionen bezüglich Gesundheit, Hygiene, Konservierung und Haltbarkeit von Lebensmitteln. Ihr Verbot durch die europäischen Behörden und folglich ihre Reduktion auf der Ebene der nationalen Behörden und der Markeninhaber & Einzelhändler wirken sich jetzt schon auf die Umwelt negativ aus, da sie schnell und oberflächlich durchgeführt werden. Solche Entscheidungen werden getroffen ohne Berücksichtigung der Umweltauswirkungen des gewählten Ersatzmaterials oder ohne der Sicherstellung einer angemessenen Sammel- und Behandlungsinfrastruktur.

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Darüber hinaus sind Einwegkunststoffe sehr schwer zu unterscheiden und können aufgrund kultureller Besonderheiten und Verbrauchsgewohnheiten von Land zu Land variieren.

Einige Umweltskandale entstehen in den Ländern Europas aufgrund der forcierten Materialverschiebung, da Alternativen zu Kunststoffen bei weitem nicht so umweltfreundlich sind, mehr Wasser verbrauchen und viel mehr CO2/Energie produzieren. Die Gesamtauswirkungen der populistischen Richtlinie auf die Umwelt sind nicht so positiv wie für 2019 erwartet.

Der Green Deal führt in eine andere Richtung

Doch jetzt, im Januar 2020, fordert der Grüne Deal der EU genau die entgegengesetzte Richtung, wenn es um den Materialverbrauch in Europa geht. Wie können beide Ziele in Einklang gebracht werden?

Alexandre Dangis, EuPC-Geschäftsführer, bemerkt hierzu: "Wir hoffen, dass wir bald die Gelegenheit bekommen, EU-Kommissarin Sinkevičius zu erklären, was derzeit in der Realwirtschaft geschieht und welche Risiken der Ausstieg aus Kunststoffen birgt, ohne dass die Folgen für Gesundheit, Umwelt und Arbeitsplätze richtig eingeschätzt werden.“

Aussagen wie "wir wollen alle Kunststoffverpackungen verbieten" bedeuten sicherlich weitere und sehr ernsthafte Schäden für unseren Planeten in Bezug auf den CO2-Verbrauch und die Gefährdung von Gesundheitsfragen und Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit für die Verbraucher in der EU.

Deponie-Verbot statt Kunststoff-Verbot

Wir würden erwarten, dass die EU-Kommission stattdessen ein Kunststoff-Deponieverbot in Europa durch die Mitgliedstaaten ohne Ausnahmen umsetzt. Dies würde bedeuten, besonderes Augenmerk auf die Abfallwirtschaft zu werfen. Aber auch hier tut sich noch sehr wenig außer einiger konservativer Maßnahmen in einem zersplitterten Europa, wenn es um Abfallwirtschaftspläne geht.

Wird der Green-Deal-Fonds Mittel für den Verlust von Arbeitsplätzen in Europa und die Schließung von Kunststoffverarbeitungsanlagen bereitstellen? Wieder bestrafen die bisherigen Maßnahmen ausschließlich die Kunststoffprodukte und nicht den Umgang mit ihnen, und das widerspricht der weiteren Entwicklung eines Kreislaufwirtschaftsmodells.
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