DUH Dauerbrenner
„Einwegflaschen aus 100 % Rezyklat sind Showprodukte“

04.11.2020 Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert groß angelegte Kampagnen von Lidl, Danone und Pepsi zu Einweg-Kunststoffflaschen aus 100 Prozent Rezyklat als Greenwashing.

© Foto: imago images / Waldmüller

Selbst wenn Einweg-Kunststoffflaschen vollständig aus Rezyklat bestünden, seien sie nicht als ökologisch gleichwertig mit regionalen Mehrwegflaschen einzuschätzen, kritisiert die Deutsche Umwelthilfe.

Da auch Mehrwegflaschen nach ihrem langen Produktleben recycelt würden, sei Mehrweg und Recycling umweltfreundlicher als Einweg und Recycling. Zudem würden Einweg-Plastikflaschen nicht in einem geschlossenen Materialkreislauf geführt und schaden der Umwelt. Bei jedem Recyclingvorgang von Kunststoff gehe Material verloren. Der größte Teil der Einweg-Plastikflaschen gehe in andere Anwendungsbereiche, wo unklar sei was mit dem Material nach der Nutzungsphase passiert. Gemäß einer aktuellen Studie der Kunststoffindustrie würden 70 Prozent der Einweg-Plastikflaschen in Deutschland aus fossil basiertem Neumaterial hergestellt.

„Pro Jahr werden in Deutschland 16,4 Milliarden Einweg-Plastikflaschen hergestellt. 70 Prozent dieser Flaschen werden aus fossil basiertem Neumaterial hergestellt und heizen den Klimawandel an. Dass einwegorientierte Konzerne wie Lidl, Danone und Pepsi nun versuchen, mit Imagekampagnen, diese Plastikflut als Umweltschutz zu verkaufen, ist besonders dreist. Die Kampagnen sind verzweifelte Versuche von Einwegabfüllern, der kritischen Auseinandersetzung vieler Verbraucherinnen und Verbraucher mit den Umweltauswirkungen von Plastikmüll irgendetwas entgegenzusetzen. Die suggerierten geschlossenen Materialkreisläufe und vereinzelte Showprodukte täuschen nicht darüber hinweg, dass Einweg-Plastikflaschen klimaschädliche Verpackungen sind. Die Lösung der Plastikmüllkrise kann nicht noch mehr Einweg-Plastik sein! Wer eine klimafreundliche Kaufentscheidung treffen möchte, sollte Mehrwegflaschen nutzen“, so Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH.

Nur in wenigen Flaggschiffprodukten setzten einwegorientierte Getränkehersteller 100 Prozent Rezyklate ein. In den restlichen Plastikflaschen würden nur geringe oder gar keine Rezyklate eingesetzt. Der Durchschnittswert liege lediglich bei 30 Prozent und sei im Vergleich zu Glas-Mehrwegflaschen gering. Für die Produktion von Weißglasflaschen würden durchschnittlich 63 Prozent und für Grünglas 80 Prozent Altglasscherben eingesetzt.

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