Projekt Ricircola in Italien angelaufen
Verbraucher sollen verantwortungsvoller handeln

28.09.2020 Mit einem von der Universität Bologna entwickelten und koordinierten Forschungsprojekt soll unter Einbeziehung von Verbrauchern ein nachhaltiger Umgang mit Kunststoffverpackungen erprobt werden.

© Foto: Ilip/CIRI FRAME

Die Idee vom Interdisziplinären Zentrum für industrielle Forschung im Bereich erneuerbare Energiequellen, Umwelt, Meer und Energie (CIRI FRAME) der Alma Mater Studiorum – Universität Bologna zur Förderung der Kreislaufwirtschaft zielt darauf ab, den Umgang mit Kunststoffschalen für Lebensmittel am Ende ihres Lebenszyklus zu verbessern. Zu diesem Zweck werden alle Akteure der Lieferkette und vor allem auch die Verbraucher direkt einbezogen und zu verantwortlichem Handeln angehalten. Im Dienste der Nachhaltigkeit arbeiten Amadori, Apofruit, BPER Banca, Conad, Ilip und Hera zusammen, um die Initiative zu unterstützen.

Bis zum 15. November haben Verbraucher in drei Conad Verkaufsstellen in der Romagna die Möglichkeit, zwei Produkte mit einer neuen Verpackung zu kaufen und sich somit aktiv am umfangreichsten italienischen Forschungsprojekt zur Kreislaufwirtschaft für Lebensmittelschalen aus Kunststoff zu beteiligen.

Kunden, die die mit dem Symbol Ricircola gekennzeichneten Hähnchenfilets von Amadori und Tafeltrauben von Solarelli – Apofruit kaufen, werden gebeten, nach dem Verzehr des Produkts die leere Kunststoffschale zu den Sammelstellen zurückzubringen, die in den teilnehmenden Supermärkten eingerichtet werden. Für den Aufwand erhalten sie 20 Cent pro abgegebener Schale zurück. Die zurückgenommenen PET-Verpackungen des Herstellers Ilip werden dann von dem Logistikdienstleister Hera gesondert zur Verwertungsanlage des Herstellers zurückgebracht, womit sich der Kreis schließt. Der recycelte Kunststoff wird anschließend zur Herstellung neuer Schalen verwendet. Das ausschließlich in der Emilia-Romagna entwickelte Projekt wird auch von der BPER Bank unterstützt, die sich für Nachhaltigkeit einsetzt. Eine aktive Rolle spielt dabei die Regionaldirektion für Romagna und Marken.

Unter anderem soll den Verbrauchern bewusst gemacht werden, dass Kunststoffverpackungen nach dem Gebrauch kein Müll sind, sondern ein Wertstoff, der wiederverwertet werden sollte. Wenn sich die Kunststoff-Lieferkette an den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft ausrichtet, ist es möglich, die Vorteile von Plastikverpackungen zu nutzen und gleichzeitig die negativen Umweltauswirkungen durch falsche Entsorgung drastisch zu reduzieren.

„Mit der Initiative soll deutlich gemacht werden, dass nicht Kunststoff an sich das Problem ist, sondern dass weniger Plastikmüll daraus entstehen muss. Darum heißt das Projekt auch Plastic Waste Free, erklärt Augusto Bianchini, Professor an der Alma Mater Studiorum – Universität Bologna und wissenschaftlicher Referent für das Projekt. „Mit dem Projekt Ricircola wollen wir einen neuen Umgang mit Kunststoffen festlegen, der für die Umwelt und auch wirtschaftlich und sozial nachhaltiger sein kann“. Um die Nachhaltigkeit dieses Verfahrens zu prüfen, wendet CIRI FRAME ein eigenes wissenschaftliches Modell an, mit dem die Auswirkungen der Initiative auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft quantifiziert werden können.

stats