Deutscher Kosmetikmarkt 2020
„Make Up-Segment entwickelt sich weiterhin negativ“

12.10.2020 Für die Branche war es eine sehr beunruhigende Nachricht: Der vermeldete Einbruch des Kosmetik-Absatzes in Frankreich aufgrund der Corona-Pandemie hat auch in Deutschland für Unruhe gesorgt.

2020 – ein schwieriges Jahr, nicht nur für die Kosmetikbranche.
© Foto: imago images / Norbert Schmidt
2020 – ein schwieriges Jahr, nicht nur für die Kosmetikbranche.

Die Frage drängt sich auf: Wie sieht es denn diesbezüglich aktuell hierzulande aus?

Auf Anfrage von verpackungswirtschaft.de äußert sich dazu Martin Ruppmann, Geschäftsführer VKE – Kosmetikverband/Berlin:

„Die Innenstädte hierzulande füllen sich zwar wieder, dennoch profitieren die stationären Geschäfte davon leider immer noch nicht im erhofften Maß, aber es wird schrittweise besser.

Die Selektivkosmetik ist nicht im gleichen Umfang vom verhaltenen Konsumtrend betroffen wie beispielsweise das Fashion-Segment. Gemäß Hystreet.com lag die Passantenfrequenz in den wichtigsten Einkaufsstraßen in Deutschland im Juli und August bei ca. -15 % im Vergleich zum Vorjahreswert.

Nachdem die Konsumenten*innen während des Lockdowns verstärkt Online-Shopping betrieben haben, kehren sie nun auch wieder zurück ins stationäre Geschäft. Wie nachhaltig die Verschiebung von Off- zu Online ist, lässt sich aktuell nicht absehen. Da gibt es sicherlich weiterhin einen direkten Zusammenhang mit der Pandemieentwicklung.

Viele VKE-Mitglieder haben als Ersatz für die Beratung vor Ort neue digitale Tools entwickelt. Diese finden gerade für die Dekorative Kosmetik, aber auch für das Pflegesegment eine hohe Akzeptanz. Für die Industrie war die Krise somit auch ein Treiber für die Digitalisierung.

Der Markt der selektiven Beauty verzeichnete für den Zeitraum Januar bis August ein Umsatzminus von 18 % - insbesondere natürlich verursacht durch den Shutdown. Mittlerweile erholt sich der Markt langsam. Das Duftsegment ist im zweiten Halbjahr recht gut gestartet und hat dabei die weiterhin negative Entwicklung des Make Up-Bereichs ausgeglichen.

Wir bleiben optimistisch. Zum Zeitpunkt unseres Gespräches sind es noch gut zweieinhalb Monate bis Weihnachten. Sollte die Situation in Sachen Infektionszahlen nicht noch weiter eskalieren, gehen wir davon aus, dass die Menschen das Maskentragen als ‚New Normal‘ empfinden und dann noch mehr in die Geschäfte gehen, schnuppern, testen (wo es möglich ist) und kaufen.

Dann kommen wir im Vergleich zu anderen Ländern noch einmal mit einem blauen Auge davon. Sollten sich die aktuellen Markttrends fortsetzen, sehen wir die Chance, das Jahr 2020 insgesamt mit maximal 15 Prozent Umsatz Minus zu beenden.“


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