VDMA
Afrika-Konferenzen

11.03.2014 PrintPromotion-Geschäftsführer Dr. Markus Heering erläutert im Interview, was die PrintPromotion GmbH mit den kostenlosen Fachkonferenzen, die zur Zeit in Afrika stattfinden, bezweckt und welche Zukunftschancen seine Branche in den Märkten Afrikas sieht.

© Foto: VDMA
Nach den Stationen Laos, Kambodscha und Myanmar im Vorjahr macht die PrintPromotion GmbH dieser Tage in Afrika halt. Was erwarten Sie von den Print Media Management Konferenzen in Johannesburg und Nairobi?
Wir haben rund 200 Anmeldungen von Fachbesuchern. Vertreter aus neun Mitgliedsunternehmen aus dem Fachverband Druck- und Papiertechnik im VDMA werden Vorträge zu Innovationen in unterschiedlichen Druck- und Papierverarbeitungsverfahren halten. Wobei es uns bewusst darum geht, hier keine Werbeveranstaltungen zu inszenieren, sondern über moderne Technologien und deren Potentiale aufzuklären.

Lohnt sich das dann in bisher kleinen Märkten wie Laos oder Kenia?
Wir verfolgen mit unseren Konferenzen eine langfristige Strategie, zu der auch fortlaufende Qualifizierungsangebote gehören. Die PrintPromotion GmbH geht diesen Weg seit 40 Jahren. VDMA und Mitgliedsfirmen tragen sie zu gleichen Teilen, um gemeinsam Märkte anzugehen, in denen es sich für einzelne Unternehmen noch nicht wirklich lohnt. Wir setzen dort zarte Pflänzchen, weil wir an das Entwicklungspotential dieser Länder glauben.

Gibt es denn auch kurzfristige Effekte?
Unsere Erwartungen richten sich auf die langfristigen Chancen. Doch auf den Konferenzen ergeben sich für unsere Unternehmen viele interessante Kontakte. Sie haben in der Regel keine Vertreter vor Ort. Teils nutzen sie die Gelegenheit zur Kontaktpflege zu regionalen Partnern. Und natürlich  können sie erste Eindrücke von den jeweiligen Märkten, den Themen der Druck- und Verpackungsbranche vor Ort oder der
Wettbewerbssituation gewinnen.

Wie schätzen Sie die Marktchancen auf dem afrikanischen Kontinent ein?
Bei 54 Staaten auf sehr unterschiedlichem wirtschaftlichen Niveau und der vielerorts angespannten Sicherheitslage sind Prognosen schwierig. Dafür ist der Kontinent zu heterogen. Südafrika ist für unsere Industrie der mit Abstand wichtigste Markt in Afrika. Kenia ist vergleichsweise stabil – aber wie im gesamten Kontinent ist das Marktniveau bescheiden. Allerdings ist eine Entwicklung zu beobachten. Die Bildungsanstrengungen nehmen zu, was den Bedarf an Schulbüchern, Schulheften und Fachbüchern steigert. Auch Printmedien verzeichnen wegen der zunehmenden Alphabetisierung eine wachsende Leserschaft. Daneben kommt der Verpackungsmarkt in Gange. Was mit hygienischen
Lebensmittelverpackungen begann, hat bei den Verpackungsmaschinen vielerorts zu solidem Wachstum geführt. Nun registrieren Anbieter in diesem Markt zunehmend die Vorteile bedruckter Verpackungen. Da auch immer mehr internationale Lebensmittelkonzerne den afrikanischen Kontinent als Absatzmarkt entdecken, rechnen wir auch von dieser Seite mit steigender Nachfrage nach hochwertiger Druck- und Papierverarbeitungstechnik.

Haben Sie eine Vorstellung, wie schnell die Entwicklung in Gang kommt?
Das lässt sich nicht seriös vorhersagen. Wir beobachten Tendenzen, die  in Teilen Afrikas einen wirtschaftlichen Aufwärtstrend andeuten. Druck- und Papierverarbeitungsmaschinen zählten in der Vergangenheit oft zu den ersten Maschinen, die in aufstrebenden Märkten nachgefragt wurden. Hier erleben wir einen Wandel. Mittlerweile sind es Verpackungsmaschinen, die Märkte öffnen und denen unsere Mitgliedsunternehmen dann folgen.

Eine letzte Frage. Wie steht es um die Wettbewerbssituation in Afrika?
Auch da ist eine pauschale Antwort schwierig. Natürlich werben dort auch  Druck- und Papiertechnikhersteller aus Ländern wie China um Kunden.
Und es wird einen Gebrauchtmaschinenmarkt geben. Doch mit unserer langfristig angelegten Aufklärungs- und Qualifizierungsstrategie sprechen wir andere Kunden an. Wir wollen ihnen zeigen, dass sich Investitionen in moderne Technologie auszahlen, weil sie damit international mithalten können und mit hochwertigen Print-Produkten auch in ihren heimischen Märkten mehr Kunden überzeugen.

Foto: VDMA

www.vdma.org
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