Mayr-Melnhof
Bilanz 2013

25.03.2014

© Foto: Mayr-Melnhof Karton AG
Die Mayr-Melnhof Gruppe konnte im Geschäftsjahr 2013 sowohl bei Jahresüberschuss als auch bei betrieblichem Ergebnis an die hohen Werte des Vorjahres anschließen. Beide Geschäftssegmente, MM Karton und MM Packaging, haben dazu einen maßgeblichen Beitrag geleistet. Trotz unverändert verhaltenem Privatkonsum und zunehmender Wettbewerbsintensität im Hauptmarkt Europa gelang es, die Kapazitäten des Konzerns in hohem Maße auszulasten und die langjährige Ertragsstärke zu behaupten. Strategiegemäß wurde die Expansion in den Kernkompetenzbereichen Karton und Faltschachtel fortgesetzt. MM Karton konnte zusätzlich zur soliden Position bei Recyclingkarton neue Marktanteile bei Frischfaserkarton erschließen. Mit der Akquisition des Holzstoffwerkes MMK FollaCell in Norwegen wurde zudem die Eigenversorgung mit hochwertigen Holzstofffasern erweitert. Mit den neu errichteten Standorten in Polen und der Türkei sowie Akquisitionen in Vietnam und Kolumbien setzte MM Packaging den Wachstumskurs in Märkten mit Zukunftspotential fort. Der 20. Ordentlichen Hauptversammlung am 30. April 2014 wird eine Dividende je Aktie von 2,40 EUR nach 2,25 EUR je Aktie im Vorjahr vorgeschlagen werden. Darüber hinaus soll anlässlich eines weiteren Jahrzehnts Notierung der Mayr-Melnhof Karton AG ein Jubiläumsbonus von ebenfalls 2,40 EUR je Aktie ausgeschüttet werden - sohin insgesamt 4,80 EUR je Ak

Die konsolidierten Umsatzerlöse des Konzerns lagen mit 1.999,4 Mio. EUR um 2,4 % bzw. 47,2 Mio. EUR über dem Vorjahreswert (2012: 1.952,2 Mio. EUR). Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus Mengensteigerungen in beiden Divisionen. Mit 165,4 Mio. EUR lag das betriebliche Ergebnis um 3,0 % bzw. 5,1 Mio. EUR unter dem Vorjahr (2012: 170,5 Mio. EUR). Die Operating Margin erreichte somit 8,3 % (2012: 8,7 %). Der Return on Capital Employed lag bei 15,4 % (2012: 17,5 %). Dem gesunkenen Zinsniveau entsprechend verminderten sich die Finanzerträge auf 1,6 Mio. EUR (2012: 2,6 Mio. EUR) und die Finanzaufwendungen auf -4,0 Mio. EUR (2012: -5,2 Mio. EUR).

Das Ergebnis vor Steuern erreichte 156,4 Mio. EUR nach 161,3 Mio. EUR im Vorjahr. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag reduzierten sich von 41,0 Mio. EUR auf 33,5 Mio. EUR, wobei dieser Rückgang insbesondere auf eine einmalige Steuerrückvergütung im laufenden Jahr zurückzuführen ist. Entsprechend verringerte sich der effektive Konzernsteuersatz von 25,4 % auf 21,4 %. In der Folge erhöhte sich der Jahresüberschuss von 120,3 Mio. EUR auf 122,9 Mio. EUR. Die Umsatzrentabilität blieb mit 6,1 % (2012: 6,2 %) weitgehend unverändert. Das Gesamtvermögen des Konzerns lag mit 1.702,5 Mio. EUR per 31. Dezember 2013 um 73,4 Mio. EUR über dem Vergleichswert des Vorjahres. Das Konzerneigenkapital stieg von 1.067,1 Mio. EUR auf 1.111,8 Mio. EUR. Dieser Zuwachs resultiert im Wesentlichen aus dem Periodenüberschuss, dem die Dividendenzahlung für 2012 als Abzugsposition gegenübersteht. Die Eigenkapitalquote blieb mit 65,3 % (2012: 65,5 %) in hohem Maße stabil. Die Eigenkapitalrentabilität belief sich auf 11,3 % (2012: 11,7 %).

Die Finanzverbindlichkeiten, welche überwiegend langfristigen Charakter haben, erhöhten sich infolge der Aufnahme von zinsgünstigen Bankkrediten um 12,2 Mio. EUR auf 169,6 Mio. EUR. Die sonstigen langfristigen Rückstellungen sind dem Sozialkapital zuzurechnen und wurden mit 99,1 Mio. EUR nahe am Vorjahresniveau (31. Dezember 2012: 97,9 Mio. EUR) gehalten. Die verfügbaren Mittel des Konzerns lagen mit 303,5 Mio. EUR unter dem Vergleichswert zum 31. Dezember 2012 (335,4 Mio. EUR), sodass die Nettoliquidität von 178,0 Mio. EUR auf 133,9 Mio. EUR zurückging. Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen sowie von Tochterunternehmen waren wesentliche Gründe dafür.

Die Finanzverbindlichkeiten, welche überwiegend langfristigen Charakter haben, erhöhten sich infolge der Aufnahme von zinsgünstigen Bankkrediten um 12,2 Mio. EUR auf 169,6 Mio. EUR. Die sonstigen langfristigen Rückstellungen sind dem Sozialkapital zuzurechnen und wurden mit 99,1 Mio. EUR nahe am Vorjahresniveau (31. Dezember 2012: 97,9 Mio. EUR) gehalten. Die verfügbaren Mittel des Konzerns lagen mit 303,5 Mio. EUR unter dem Vergleichswert zum 31. Dezember 2012 (335,4 Mio. EUR), sodass die Nettoliquidität von 178,0 Mio. EUR auf 133,9 Mio. EUR zurückging. Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen sowie von Tochterunternehmen waren wesentliche Gründe dafür.

Infolge stabiler Konsumerwartungen auf den europäischen Hauptmärkten bleibt das Karton- und Faltschachtelgeschäft von hoher Wettbewerbsintensität sowie kurzfristiger, aber steter Disposition der Kunden geprägt. Ziel von MM bleibt es, auch unter diesen Rahmenbedingungen den langfristigen Wachstumskurs fortzusetzen, sowohl organisch durch verstärkte Marktdurchdringung als auch durch Akquisitionen, insbesondere in Wachstumsregionen.

Mehrmenge, Produktivitätserhöhungen und kontinuierliche Optimierungen des Produktportfolios in beiden Divisionen sollen dazu beitragen, Marktanteile zu verteidigen bzw. auszubauen und die langfristige Ergebnisdynamik des Konzerns auf hohem Niveau zu halten. Mit der aktuell guten Kapazitätsauslastung unserer Werke sowie einem weitgehend stabilen Kostenbild bei Faserstoffen und Energie entwickelt sich der Konzern entsprechend auf Kurs.

Die Investitionstätigkeit wird ungebrochen mit Fokus auf den Einsatz neuester Technologie sowie Verbesserung der Kosteneffizienz fortgesetzt. Darüber hinaus ist für 2014 eine Sonderinvestition in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrags für die Einführung von ""Foodboard"" im österreichischen Stammwerk Frohnleiten mit Umsetzungsschwerpunkt im 4. Quartal vorgesehen. Infolge des geplanten Umbaustillstands sowie des Einmalertrags aus der Akquisition des norwegischen Holzstoffwerkes MMK FollaCell im letzten Jahr ist bei MM Karton in 2014 ein betriebliches Ergebnis unter Vorjahr zu erwarten. Demgegenüber sollte sich MM Packaging weiterhin mit einer soliden Operating Margin behaupten.

Das vierte Quartal war traditionell durch eine saisonale Verlangsamung im Auftragseingang sowie Investitionsstillstände in der zweiten Dezemberhälfte gekennzeichnet. Mit rund 95 % lag die Kapazitätsauslastung in der Kartonerzeugung auf Vorjahresniveau. Die Operating Margin von MM Karton belief sich auf 5,3 % nach 6,5 % im vierten Quartal des Vorjahres. Auslastungsbedingt sowie infolge des Einmalertrags aus der Akquisition des Holzstoffwerks MMK FollaCell im dritten Quartal 2013 konnte nicht an die Margin des Vorquartals (3. Quartal 2013: 10,3 %) angeschlossen werden.

MM Packaging erzielte eine Operating Margin von 7,8 % nach 9,2 % im dritten Quartal 2013 und 7,9 % im vierten Quartal des Vorjahres. Aufgrund eines höheren Absatzvolumens und besserer Kartonpreise wurden mit 502,3 Mio. EUR konsolidierte Umsatzerlöse über der Vorjahresperiode (4. Quartal 2012: 485,0 Mio. EUR) erwirtschaftet. Das betriebliche Ergebnis betrug 35,2 Mio. EUR (4. Quartal 2012: 37,2 Mio. EUR). Die Operating Margin des Konzerns erreichte somit 7,0 % (4. Quartal 2012: 7,7 %). Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 34,2 Mio. EUR (4. Quartal 2012: 36,3 Mio. EUR). Infolge von Steuerrückvergütungen lag der Periodenüberschuss mit 30,1 Mio. EUR leicht über dem Vergleichswert des Vorjahres (4. Quartal 2012: 28,9 Mio. EUR).

Kurzfristige Visibilität infolge anhaltend vorsichtiger Disposition der Kunden sowie hoher Wettbewerbsdruck prägten, ähnlich wie im Vorjahr, die Nachfrageentwicklung auf den europäischen Kartonmärkten. Der durchschnittliche Auftragsstand lag mit 76.000 Tonnen nahe am Vorjahresdurchschnitt 2012: 66.000 Tonnen). Mit einem attraktiven Produktportfolio sowie hoher Flexibilität in der Fertigung gelang es MM Karton, die Marktanteile bei Recyclingkarton zu festigen und bei Frischfaserkarton weiter auszubauen. Dadurch konnten die Kartonmaschinen über das gesamte Jahr mit hoher Effizienz ohne bedeutende marktbedingte Stillstände durchfahren. Die Kapazitätsauslastung lag im Jahresdurchschnitt bei 98 % (2012: 97 %).

Obgleich die Beschaffungsmärkte, insbesondere bei Altpapier und anderen Faserstoffen, ein anhaltend stabiles Preisbild zeigten, hat sich der Druck auf die Verkaufspreise unvermindert fortgesetzt. Dieser Entwicklung konnte sich auch MM Karton nicht entziehen. Dennoch gelang es, durch konsequente Optimierungsmaßnahmen die durchschnittlichen Verkaufserlöse seit Jahresbeginn unter Wahrung der Marktanteile schrittweise zu erhöhen. Sowohl die Produktion als auch die verkaufte Tonnage lagen mit 1.604.000 Tonnen bzw. 1.599.000 Tonnen über den Vergleichswerten des Vorjahres (2012: 1.572.000 Tonnen bzw. 1.534.000 Tonnen).

Parallel zur verkauften Menge erhöhten sich die Umsatzerlöse von 936,9 Mio. EUR auf 964,6 Mio. EUR. Rund 63 % davon entfielen auf Westeuropa, 21 % auf Osteuropa und 16 % auf das außereuropäische Geschäft (2012: 64 %; 20 %; 16 %). Das betriebliche Ergebnis belief sich, inklusive des Einmalertrags in Höhe von 10,0 Mio. EUR aus der Akquisition MMK FollaCell, auf 65,3 Mio. EUR (2012: 66,6 Mio. EUR). Die Operating Margin betrug demnach 6,8 % (2012: 7,1 %).

Zeigte sich die Nachfrage auf den europäischen Faltschachtelmärkten in der ersten Jahreshälfte 2013 in zunehmendem Maße von fortschreitender Konsumabschwächung geprägt, war seit Jahresmitte wieder eine etwas robustere Entwicklung spürbar. Ein hohes Maß an Ausschreibungsaktivitäten der Großkunden und bestehende Überkapazitäten intensivieren weiterhin den Wettbewerbsdruck unter den Anbietern. Einzelne Werksschließungen in der Branche brachten dabei jedoch kaum Entspannung. Mit einer breiten Vielfalt von Effizienzsteigerungsmaßnahmen und Serviceinitiativen konnte MM Packaging die Werke auch unter verschärften Rahmenbedingungen wettbewerbsstark und attraktiv halten. Daher verzeichneten die Faltschachtelbetriebe in 2013 wieder eine insgesamt hohe Auslastung. Marktanteile innerhalb und außerhalb Europas konnten gehalten bzw. weiter ausgebaut werden.

Unserer dynamischen Entwicklung in Polen entsprechend wurde im Frühjahr 2013 der neu errichtete Faltschachtelstandort in Bydgoszcz plangemäß in Betrieb genommen. In Gaziantep, im Zentrum der Wachstumsregion Ostanatolien, wurde der nunmehr vierte Faltschachtelstandort in der Türkei errichtet. Der Produktionsstart ist für Anfang 2014 geplant. Außerhalb Europas wurde die Expansion in Wachstumsmärkte fortgesetzt und ein Mehrheitsanteil an einem führenden Faltschachtelhersteller in Vietnam, MMP Vidon mit Sitz in Ho Chi Minh City, erworben.

Die verarbeitete Tonnage der Division erhöhte sich von 650.000 Tonnen auf 671.000 Tonnen. Gleichzeitig wurde die Anzahl an bedruckten Bögen (Bogenäquivalent) infolge zunehmender Materialeffizienz von 1.802 Mio. auf 1.874 Mio. gesteigert. Die Umsatzerlöse lagen mengenbedingt mit 1.138,7 Mio. EUR leicht über dem Vorjahreswert (2012: 1.120,7 Mio. EUR). In geographischer Hinsicht waren West- und Osteuropa mit einem Umsatzanteil von 56 % bzw. 32 % weiterhin von hoher Kontinuität geprägt (2012: 60 % bzw. 30 %), während das außereuropäische Geschäft von 10 % auf 12 % zulegen konnte. Mit 100,1 Mio. EUR lag das betriebliche Ergebnis leicht unter dem Vergleichswert des Vorjahres (2012: 103,9 Mio. EUR), welcher durch Einmalaufwendungen infolge der Schließung eines Faltschachtelwerkes in England belastet war. Die Operating Margin zeigte sich mit 8,8 % (2012: 9,3 %) weiterhin solide.


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