KBA hebt Umsatz- und Ergebnisprognose für 2016 an

15.08.2016 Bei der Koenig & Bauer-Gruppe (KBA) prägten neben der erfolgreich verlaufenen Branchenleitmesse Drupa gute Auftrags-, Umsatz- und Ergebniszahlen das zweite Quartal 2016.

© Foto: KBA
Im Konzern lag der Auftragseingang von April bis Juni 2016 mit 352,5 Mio. € um 17,2 % über der Vorjahresperiode, obwohl in den Quartalszahlen nur etwa ein Drittel der zur Messe in dreistelliger Millionenhöhe erteilten Aufträge enthalten ist. Der Nachholeffekt sorgt für zusätzliche Impulse im zweiten Halbjahr, denn traditionell bucht KBA nur vollständig dokumentierte und finanziell abgesicherte Aufträge ein.

In den ersten sechs Monaten waren die Neubestellungen auf Konzernebene mit 618,8 Mio. € um 1,9 % höher als im starken Vorjahr. Im gleichen Zeitraum stieg der Umsatz im Vergleich zu 2015 um 29,7 % auf 553,9 Mio. € und der Auftragsbestand um 7 % auf 639,8 Mio. €. Der Mehrumsatz von fast 30 % gegenüber 2015, die gute Auslastung der Werke und Kosteneinsparungen aus dem zu Jahresbeginn abgeschlossenen Restrukturierungsprogramm wirkten sich trotz hoher Messe- und Entwicklungskosten positiv auf die Ertragslage nach sechs Monaten aus.

Dem erzielten EBIT von +20,7 Mio. € in der aktuellen Berichtsperiode stand im Vorjahr noch ein Verlust von –8,3 Mio. € gegenüber. Bei einem leicht negativen Zinsergebnis von –2,9 Mio. € wird ein Vorsteuerergebnis (EBT) von +17,8 Mio. € ausgewiesen. Das Konzernergebnis nach Steuern erreicht +17,2 Mio. € (2015: –9,3 Mio. €), was einem Ergebnis je Aktie von 1,05 € (2015: –0,55 €) ent-spricht.

Höhere Vorräte für die Umsatzrealisierung in der zweiten Jahreshälfte und lieferbedingt gestiegene Forderungen belasteten den Nettozufluss liquider Mittel. Dennoch war der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit dank des guten Ergebnisses mit –10,6 Mio. € deutlich besser als im Vorjahr (2015: –28,9 Mio. €). Der freie Cashflow erreichte –14,4 Mio. € gegenüber –25,2 Mio. € vor zwölf Monaten. Ende Juni 2016 standen 168,7 Mio. € an liquiden Mitteln zur Verfügung. Nach Abzug der Bankverbindlichkeiten belief sich die Nettoliquidität auf 154,5 Mio. €. Der von 2,4 auf 1,6 % gesenkte Abzinsungssatz für inländische Pensionen führte trotz des Konzerngewinns zu einer etwas niedrigeren Eigenkapitalquote von 25,5 % (Ende 2015: 26,5 %).

Im größten Segment Sheetfed brachte die Drupa-Messe für KBA Aufträge in dreistelliger Millionenhöhe. Rund ein Drittel dieser Bestellungen wirkte bereits im zweiten Quartal, die restlichen werden im weiteren Jahresverlauf eingebucht. Mit 290,8 Mio. € erreichte der Auftragseingang bei unverändert guten Margen den geplanten Wert, angesichts der schwächeren Konjunktur in einigen Kernmärkten aber nicht die hohe Vorjahreszahl von 368,1 Mio. €. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um 22,1 % auf 291,7 Mio. € zu. Ende Juni standen Aufträge im Wert von 281,9 Mio. € in den Büchern. Obwohl bereits sämtliche Drupa-Kosten und die Entwicklungsaufwendungen für eine neue digitale Bo-gendruckmaschine kostenseitig erfasst sind, stieg der Segmentgewinn auf 8,6 Mio. € (2015: 3,8 Mio. €).

Im Segment Digital & Web lag der Auftragseingang mit 66,0 Mio. € auf Vorjahreshöhe. Der Umsatz stieg um über 75 % auf 64,5 Mio. €, wobei Digitaldruckanlagen für den Dekor- und Wellpappenmarkt einen bedeutenden Anteil hatten. Der Auftragsbestand blieb mit 71,8 Mio. € auf einem guten Niveau. Obwohl Entwicklungsaufwendungen für den Wachstumsmarkt Digitaldruck das Ergebnis belastet haben, konnte der Segmentverlust über die gesamte Berichtsperiode durch ein positives Ergebnis im zweiten Quartal weiter auf –0,9 Mio. € redu-ziert werden (2015: –8,9 Mio. €). Damit ist auch dieses neu ausgerichtete Segment dem Jahresziel schwarzer Zahlen wieder nähergekommen.

Die erfreulich gestiegene Nachfrage im Wertpapier-, Blech-, Kennzeichnungs-, flexiblen Verpackungs- und Glasdirektdruck ließ im Segment Special den Auftragseingang gegenüber 2015 um 47,7 % auf 294,0 Mio. € ansteigen. Darüber hinaus wurde im Vergleich zum Vorjahr ein klarer Umsatzanstieg von 37,7 % auf 233,9 Mio. € erzielt. Der Auftragsbestand zur Jahresmitte war mit 310,2 Mio. € um 38,2 % höher als vor zwölf Monaten. Der höhere Umsatz und der Nachholeffekt aus einem nunmehr abgeschlossenen, größeren Wertpapierprojekt führten im zweiten Quartal zu einem Segmentgewinn von 20,1 Mio. €. Für die ersten sechs Monate beträgt das Seg-ment-EBIT 20,3 Mio. € (2015: 3,6 Mio. €).

Die Exportquote im Konzern stieg im Vergleich zum Vorjahr von 84,9 % auf 86,1 %. Ins europäische Ausland gingen 28,4 %, nach Nordamerika 14,1 %, in die Region Asien/Pazifik 30,4 % und nach Lateinamerika und Afrika 13,2 % der Lieferungen.

Ende Juni 2016 waren in der KBA-Gruppe 5.201 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig, 65 weniger als im Vorjahr. Ohne Auszubildende, Praktikanten, freigestellte Mitarbeiter und solche in Al-tersteilzeit sank die Belegschaft auf 4.719.

Auch die KBA-Gruppe ist mit ungünstigeren weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Die positive Book-to-Bill-Ratio bei einem gegenüber 2015 in den ersten sechs Monaten um fast 30 % höheren Konzernumsatz, der hohe Auftragsbestand, viele aussichtsreiche Kundenprojekte und das wachsende Servicegeschäft haben den Vorstand dennoch dazu veranlasst, die Umsatz- und Ergebnisziele für 2016 anzuheben. Das im Ver-packungsdruck hervorragend positionierte Segment Sheetfed ist bei der Umsatz- und Ergebnisentwicklung auf Kurs und mit dem vorhandenen Auftragsvolumen bereits über den Jahreswechsel hinaus ausgelastet. Im Segment Digital & Web visiert das Management bis zum Geschäftsjahresende schwarze Zahlen an. Im Segment Special erwartet KBA 2016 ein deutliches Wachstum mit einer signifikan-ten Ergebnisverbesserung. Das Wertpapiergeschäft hat den Auftragseingang ge-genüber 2015 nahezu verdoppelt. Die Bestellungen aus den Druckmärkten für flexible Verpackungen und Glaskörper sind ebenfalls zweistellig gestiegen. Vor diesem Hintergrund und angesichts der positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr will der Vorstand den Konzernumsatz über die ursprüngliche Prognose hinaus auf einen Wert zwischen 1,1 und 1,2 Mrd. € steigern und eine ebenfalls höhere EBT-Rendite von rund 4 % erreichen.

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BU: Gute Geschäftszahlen und eine für den Druckmaschinenbauer erfolgreiche Drupa-Messe in Düsseldorf prägten das zweite Quartal 2016 bei Koenig & Bauer

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