Glas
Ökobilanz von Bier-Mehrwegflaschen

06.03.2014

© Foto: Aktionsforum Glasverpackung
Die Ergebnisse der Deloitte-Studie „Umlaufzahlen und Transportentfernungen in der Getränkeindustrie“ werden in den Medien teilweise so interpretiert, dass sich das Ökobilanzergebnis von Mehrwegflaschen im Biersegment drastisch verschlechtert habe. Dem widerspricht der Bundesverband Glasindustrie e.V. (BV Glas) und stellt klar: Die Studie trifft keine Aussage über das Ökobilanzergebnis, sondern über geänderte Transportentfernungen und Umlaufzahlen durch die vermehrte Umstellung auf Individualflaschen. Berechnungen des BV Glas auf Grundlage der Studiendaten belegen: Der Einfluss der aktuellen Transportentfernungen und Umlaufzahlen auf das Ökobilanzergebnis ist weit geringer als angenommen. Berücksichtigt man das leichtere Gewicht der Individualflaschen gegenüber den traditionellen Poolflaschen, sowie die Tatsache, dass die ersten zehn Umläufe für die Einsparung von CO2 am entscheidendsten sind, relativiert sich der Einfluss auf das Ökobilanzergebnis bis an die Schwelle zur Signifikanz*.

Die Kritik an den Individualflaschen im Biersegment nimmt nicht ab. Nun legen die Daten der jüngst veröffentlichten Deloitte-Studie nahe, dass weitere Transportentfernungen von der Brauerei über den Handel zum Verbraucher und zurück sowie eine geringere Anzahl von Umläufen einen negativen Einfluss auf das Ökobilanzergebnis von Mehrwegsystemen hätten. Dabei stellt die Studie explizit keine Ökobilanzergebnisse vor, sondern beschreibt lediglich die Veränderung der Parameter Transportentfernung und Umlaufzahlen. Für den Transport von Bier in Glas-Mehrwegsystemen wurde eine durchschnittliche Entfernung von 437 km ermittelt. Dabei haben Poolflaschen mit 419 km kürzere Transportentfernungen als Individualflaschen (537 km). Die Umlaufzahlen der verschiedenen untersuchten Mehrwegsysteme variieren laut der Deloitte-Studie zwischen 19 und 49 Umläufen.

Der BV Glas hat mit diesen Daten eine Abschätzung der beiden Parameter auf das Ökobilanzergebnis für die Wirkungskategorie „Klimawandel“ gerechnet: Fast ebenbürtig mit der NRW-Poolflasche schneidet die Individualflasche im Hinblick auf den Einfluss der erreichten Umläufe ab. „90 Prozent der CO2-Einspareffekte werden durch die ersten zehn Umläufe erzielt, und diese werden von allen Mehrwegsystemen erreicht“, erläutert Dr. Johann Overath, Hauptgeschäftsführer des BV Glas.

Berücksichtigt man, dass Individualflaschen im Schnitt rund neun Prozent leichter sind als die NRW-Poolflasche, zeigt sich auch, dass weitere Transportentfernungen weniger Einfluss haben als angenommen: Über ihre jeweilige Transportentfernung würde die gewichtsreduzierte Individualflasche (350 Gramm) nur 14 Prozent schlechter abschneiden als die NRW-Flasche (380 Gramm). Die Individualflasche läge damit nur knapp über der Signifikanzschwelle von zehn Prozent!

„Fazit ist: Die Gewichtsreduzierung bei den Individualflaschen muss bei der Bewertung von Ökobilanzen mit berücksichtigt werden, da sie einen signifikanten Einfluss auf das Ergebnis hat. Unsere Berechnungen zeigen, dass steigende Transportentfernungen und zurückgehende Umlaufzahlen durch die Gewichtsreduzierung zum großen Teil ausgeglichen werden“, stellt Dr. Johann Overath klar.

* In der Regel wird bei Verpackungs-Ökobilanzen ein Schwellenwert von 10 Prozent angewendet.


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BU: Der Bundesverband Glasindustrie e.V.(BV Glas) ermittelt für Bier-Mehrwegflaschen eine positivere Ökobilanz als die Studie von Deloitte; er berücksichtigt nämlich die Gewichtsreduzierung bei Individualflaschen.
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