Fraunhofer IML
»Es geht ums Ganze!«

10.09.2015 Die Zukunft der Logistik ist digital, Technologien spielen für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen eine größere Rolle als jemals zuvor. Industrielle Produktions- und Geschäftsprozesse erleben derzeit einen rasanten Wandel. Wer jetzt den Anschluss verliert, wird sich langfristig nicht behaupten können. Wie Unternehmen die neuen Chancen für sich nutzen, zeigte der »Zukunftskongress Logistik – 33. Dortmunder Gespräche« am 8. und 9. September. Unter dem Motto »Business digital – Technologien für die Geschäftsmodelle von morgen« diskutierten wieder mehr als 450 Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft über die nächsten Schritte auf dem Weg in die digitale Zukunft. Vertreter der Industrie zeigten wegweisende Beispiele aus der Praxis.

© Foto: Fraunhofer IML
Die Digitalisierung stellt die Wirtschaft vor immer neue Herausforderungen. Soft- und Hardware werden zu Schlüsselqualifikationen sowie zur Basis neuer Geschäftsmodelle gleichermaßen. Individualisierung und wachsende Komplexität lassen die Autonomisierung zum Mittel der Wahl werden, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Mittlerweile halten wir alle Basistechnologien in den Händen, um die Dinge zu durchaus massentauglichen Preisen intelligent zu vernetzen. Nun gilt es, Managementstrukturen adäquat anzupassen und Wettbewerbsvorteile zu sichern. »Wollen Sie in der heutigen Zeit auf eine Strategie aus dem letzten Jahrhundert vertrauen? Es geht jetzt ums Ganze! Wir brauchen dringend den Mut und gezielte Strategien, die vierte industrielle Revolution in Geschäftsmodelle und Produkte umzusetzen – bevor es andere tun«, appellierte Prof. Dr. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML in seiner Eröffnungsrede.
Fraunhofer-Präsident Prof. Dr. Reimund Neugebauer betonte in seiner Keynote ebenfalls die großen Chancen, aber auch die besondere Rolle der Datensouveränität für das Gelingen der vierten industriellen Revolution.

Mit kleinen Ideen zum großen Erfolg
Die Vorträge des Zukunftsplenums am ersten Kongresstag beschäftigten sich mit zentralen Fragen rund um digitale Geschäftsmodelle der drei Branchen »Software«, »Industrie und Handel« und »Dienstleistungen«. Auch hier machten die Referenten immer wieder deutlich, dass es oft die zunächst vermeintlich kleinen Ideen und Innovationen sind, die große Erfolge bringen. Angefangen vom Amazon Dash Button oder der Beacon-Technologie bis hin zu Apps wie Uber oder Pinterest.

Ganz nach dem Motto »keine App – kein Geschäft« liegt es auf der Hand, dass in einer digitalen Welt Software zum wettbewerbsentscheidenden Faktor wird. Doch bieten sich völlig neue Möglichkeiten für die Software-Produktion sowie deren Anwendung. Es zeigte sich ganz klar, dass eines der Haupthemmnisse derzeit noch die Datensicherheit ist. Doch gerade der Standort Deutschland, mit seinen hohen Standards und strengen Datenschutzgesetzen, verfügt hier im internationalen Wettbewerb über eine ausgezeichnete Ausgangsposition. Auch hier wird derzeit mit vereinten Kräften von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an Standards gearbeitet. Hier können und sollten alle Akteure – vom Großkonzern bis zum KMU – die Chance nutzen, diese Standards nun aktiv mitzugestalten.

Wenn künftig jede Software letztendlich ein Service für den Kunden ist, hat dies auch entscheidende Konsequenzen für den gesamten Dienstleistungssektor. Produkte und Dienstleistungen verschmelzen immer stärker miteinander. Daher müssen besonders Dienstleister Geschäftsmodelle und Prozesse völlig neu denken – von der Bestellung bis zur Finanzierung. Gerade in der Einbindung von Finanzdienstleistungen liegt ein bisher ungenutztes Potenzial.

Business Digital in der Praxis
Das Fraunhofer-Symposium »Business Digital« am zweiten Kongresstag konzentrierte sich auf Best-Practice-Beispiele für zukunftsfähige Geschäftsmodelle. Dazu wurden Fragestellungen direkt aus der Praxis diskutiert: Wie kann digitaler Handel in einer vernetzten Zukunft aussehen? Welche Chancen und Risiken bergen die großen Datenmengen? Wie kann Industrie 4.0 erfolgreich gemanagt werden? In vier Schwerpunktsequenzen stellten Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft konkrete Beispiele für Industrie 4.0-Lösungen vor.

Detaillierte Informationen zum Kongress finden Sie online unter http://www.zukunftskongress-logistik.de/.


www.iml.fraunhofer.de

BU: Wie die Digitalisierung die Geschäftsmodelle von morgen revolutioniert

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