Alles nachhaltig oder was?

Qualitätssiegel im Überblick

Im Supermarkt wird der Verbraucher mit allerlei Qualitätssiegeln konfrontiert. Obwohl sie den Namen „Qualitätssiegel“ tragen, haben die Siegel nichts mit Qualität zu tun. Vielmehr geben sie Auskunft über einzelne positive und geschützte Eigenschaften und Umstände. Wir stellen die fünf wichtigsten Siegel vor.

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Der Blaue Engel ist das Siegel für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Das Siegel wird vom Bundesamt für Umwelt und Naturschutz (…) und dem Umweltbundesamt verliehen. Jedes damit ausgezeichnete Produkt belastet die Umwelt weniger und schützt die Gesundheit, indem es z.B. ressourcensparend hergestellt wird, energieeffizient oder reparaturfähig ist. Das Logo des Blauen Engels besteht aus drei Elementen: In der Mitte steht der blaue Engel des UN-Umweltprogramms, in der Umschrift der jeweilige Umweltnutzen („weil aus 100% Altpapier“). Unter dem Siegel steht das Schutzziel, etwa „schützt Umwelt und Gesundheit“.

Der Grüne Punkt ist das größte der zehn Recyclingsysteme in Deutschland. Die Aufgabe des Systems ist es, wiederverwertbare Verpackungsstoffe zu sammeln, zu sortieren und zu verwerten. Jede Verpackung (Joghurtbecher, Plastikflaschen oder Dosen), die mit dem grünen Punkt markiert ist, darf in den Gelben Sack oder die gelbe Tonne. Die Gelben Säcke werden von den örtlichen Entsorgungsunternehmen verteilt. Die Idee des grünen Punkts gibt es schon in sechs europäischen Ländern.

Viele Produkte kommen ganz oder in Teilen aus der dritten Welt. Das Fairtrade-Siegel garantiert einen fairen Umgang mit den Produzenten. Es ermöglicht stabile Preise und sichere Arbeitsbedingungen bei den Bauern vor Ort. Es gibt Fairtrade-Siegel für Kakao, Zucker, Baumwolle, Textilien, Gold und Kosmetik. Sie sagen nichts über die Qualität der Produkte aus. Fairtrade steht für bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Standards, wie das Verbot von Kinderarbeit, umweltschonender Anbau oder einem Diskriminierungsverbots. Es verpflichtet sich auch mit allen Vor- und Nachteilen dazu, kein genetisch verändertes Saatgut zu benutzen.

Das FSC (Forest Stewardship Council) ist ein 1992 gegründetes, internationales Siegel, das sich der nachhaltigen und rentablen Bewirtschaftung des Waldes verschrieben hat. Das FSC-Label ist dementsprechend auf Holz- und Papierprodukten zu finden. Heute sind 179 Millionen Hektar weltweit nach den FSC-Regeln zertifiziert. Das Label verschreibt sich zehn Grundsätzen wie dem Respekt der Rechte der indigenen Völker oder der Kontrolle und Bewertung des Waldzustandes.

Das Mehrwegsystem verfolgt ein denkbar einfaches Prinzip: leere Getränkeflaschen werden nicht zerstört, sondern bis zu fünfzigmal gereinigt und neu befüllt. Dadurch fällt die Ökobilanz eines Produkts wesentlich umweltschonender aus, da die Flasche nicht für jede einzelne Nutzung eingeschmolzen und neu produziert werden muss. Mehrwegflaschen haben übrigens meist niedrigeres Pfand  (zwischen 8 und 15ct.) als Einwegflaschen (25ct.) Die Deckel werden recycelt und nicht wieder benutzt.