Expoprint Latin America
Impulse setzen für Investitionsbereitschaft

29.03.2018 Alle vier Jahre dient die Expoprint Latin America als regionales Schaufenster für modernste Druck- und Papiertechnik, Packmittel und Lösungen rund um den Verpackungsdruck.

© Foto: VDMA
Über 300 Aussteller aus aller Welt und 50.000 Besucher strömten vom 20. bis 24. März zur Messe in São Paulo und ließen die brasilianische Stadt zum Zentrum der lateinamerikanischen Druckindustrie werden.


Starke deutsche Präsenz

Alle führenden Hersteller von Druckmaschinen und Papierverarbeitungstechnik „Made in Germany“ waren in São Paulo mit eigenen Ständen vertreten, um dem Fachpublikum ihre innovativen Lösungen für vollvernetzte, automatisierte Druckereiprozesse vorzustellen. Zur starken Präsenz von Druck- und Papiertechnik „Made in Germany“ trug außerdem der von der PrintPromotion GmbH organisierte deutsche Gemeinschaftsstand bei.

„Unsere Gemeinschaftsstände bieten Unternehmen die Gelegenheit, ihre Produkte und Lösungen zu günstigen Konditionen in einem hochattraktiven Umfeld zu präsentieren“, erklärt Printpromotion-Geschäftsführer Dr. Markus Heering, der zugleich den Fachverband Druck- und Papiertechnik im VDMA leitet. „Denn gerade im Druckmaschinenbau und in der Papierverarbeitungstechnik steht Made in Germany für eingelöste Qualitätsversprechen, für zukunftsfähige Print 4.0 Lösungen und nahezu unverwüstliche Technik. Von daher ist einem deutschen Gemeinschaftsstand hohe Aufmerksamkeit gewiss“, betont er.

Diese Möglichkeit nutzten auf der Expoprint Latin America Firmen wie Kolbus, manroland web systems oder die Dienes Werke für Maschinenteile. Daneben waren Hugo Beck Maschinenbau, Planatol System, Gämmerler und E+S Gammerler Equipamentos Gráficos auf dem Gemeinschaftsstand vertreten. Auch Bobotex Hans Ladwig, Marbach America sowie Printpromotion selbst und die Messe Düsseldorf setzten auf die gemeinschaftliche Promotion in São Paulo. Wobei unter anderem die drupa 2020 im Mittelpunkt stand.

Gemeinschaftsstand stößt auf gute Resonanz

"Wir sind sehr zufrieden mit der Besucheranzahl an unserem Stand. Vor allem die Teilnahme aus den Nachbarländern war unerwartet hoch", stellt Jan Brunner von Karl Marbach fest. "Die Qualität der Besucher und damit auch die Anzahl der Geschäftsabschlüsse und -anbahnungen war höher als erwartet", sagt er. Auch Firmen, die das erste Mal an der Expoprint Latin America teilnehmen, zeigen sich erfreut: "Da wir erstmalig teilgenommen haben sind wir durchaus zufrieden mit dem Messeverlauf", sagt Oliver Jung von Bobotex Hans Ladwig.

Messe setzt Impulse in schwierigem Marktumfeld

Brasiliens Druckindustrie durchläuft aktuell eine Konsolidierungsphase, die in den letzten drei Jahren zu starker Investitionszurückhaltung führte. Das Exportvolumen deutscher Druck- und Papiertechnik sank von 165 Mio. Euro im Jahr 2013 auf Werte zwischen 71 Mio. und 77 Mio. Euro in den Jahren 2015 bis 2017. Viele Druckereien vor Ort geben auf. Keinbetriebe haben nicht mehr die nötigen Reserven, um in die überfällige Modernisierung zu investieren.

Der brasilianische Druckindustrieverband Abigraf rechnet ab 2019 mit einer Markterholung, in deren Folge sich der aktuelle Investitionsstau lösen dürfte. Denn erste Großdruckereien haben bereits begonnen, ihre Maschinen und Prozesse zu modernisieren. Andere müssen nun nachziehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Gerade bei der digitalen Vernetzung von Prozessketten besteht Nachholbedarf. So gibt es in Brasilien bisher nur wenige Druckereien, die Web-to-Print-Lösungen nutzen. Auch Anbieter von personalisierten Druckprodukten und Print-on-Demand-Lösungen sind bisher dünn gesät. Weiteres Innovationspotential besteht laut Marktbeobachtern im Verpackungsdruck und Packmittelbereich.

Kommt es 2019 zum erhofften Aufschwung, dann käme die Expoprint Latin America 2018 als Impulsgeber genau zur rechten Zeit. Die deutschen Aussteller sind zuversichtlich. Denn viele Fachbesucher aus der Region haben die Messetage genutzt, um sich eingehend über Lösungen für vollvernetzte und automatisierte Druckereiprozesse der Zukunft zu informieren. „Mit diesen Fragen waren sie an unserem Gemeinschaftsstand und an den Einzelständen der Firmen genau an der richtigen Adresse“, resümiert Heering.

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