Mit Unterstützung von Netstal und Kraus Maffei
Roth Werkzeugbau startet auf den Verpackungsmarkt

Dienstag, 13. Juni 2017 Roth Werkzeugbau wagt sich mit Unterstützung von Netstal und Kraus Maffei in den Verpackungsmarkt ein. Das nahmen die Thüringer zum Anlass, zum "Roth Packaging Day" einzuladen.

Mehr als 80 Besucher konnte Roth Werkzeugbau in seinem Technikum begrüßen.
© Foto: Roth Packaging
Mehr als 80 Besucher konnte Roth Werkzeugbau in seinem Technikum begrüßen.
Mehr als 80 Besucher konnte Roth Werkzeugbau am 23. Mai 2017 in seinem Technikum am Unternehmenssitz in Auma-Weidatal zum ersten „Roth Packaging Day“ begrüßen. Dies ist insofern außergewöhnlich, weil Roth im Verpackungsbereich bis dato noch kein etablierter Werkzeuganbieter ist. „Im Automotive-Bereich sind wir seit unserer Gründung unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung groß geworden, hier erwirtschaften wir bislang unseren Hauptumsatz“, sagt Marco Roth, Geschäftsführer bei Roth Werkzeugbau.

Roth berichtet, dass sich das Unternehmen seit rund vier Jahren intensiv mit den Besonderheiten von Verpackungswerkzeugen auseinandersetzt und bereits erste Projekte realisiert hat, wobei man durchaus auch viel Lehrgeldbezahlen musste. „Doch nun haben wir genügend Erfahrungen gesammelt, um den offiziellen Startschuss zu geben. Wir läuten damit eine neue Ära für unser Unternehmen ein. In den nächsten fünf bis zehn Jahren wollen wir rund 50 Prozent unseres Umsatzes im Packaging-Bereich erwirtschaften", führt Roth aus. Insbesondere für deutsche Produzenten ergeben sich durch diesen Markteintritt von Roth Werkzeugbau interessante neue Möglichkeiten, haben doch viele wichtige Verpackungshersteller im Umkreis von nur rund 300 km um Auma-Weidatal ihren Sitz.

Roth-Technikum mit Maschinen von Krauss Maffei und Netstal

Das neu gebaute Technikum spielt bei der Umsetzung der Verpackungs-Strategie gemäß Roth eine zentrale Rolle. "Der Kunde will von uns heute mehr als das reine Werkzeug: Wir unterstützen ihn dabei, seine Spritzgießprozesse effizienter zu machen. Dazu trägt nicht zuletzt unsere langjährige Partnerschaft mit der Krauss Maffei Gruppe bei", erklärt Roth. Zur Grundausstattung gehören vier Spritzgießmaschinen von Krauss Maffei der Baureihen CX und MX, die den Schließkraftbereich von 110 bis 1300 Tonnen abdecken. Alle Maschinen sind für 3K-Anwendungen ausgerüstet und mit 6-Achs-Robotik von Krauss Maffei ausgestattet. Auf diesen Anlagen werden Werkzeuge für Automotive-Anwendungen und Verpackungsprodukte mit dickeren Wandstärken, insbesondere für Mehrweg- und Logistikbehälter, abgemustert.

Für extrem dünnwandige Verpackungsanwendungen besitzt Roth seit Mitte 2016 zudem zwei schnelle EVOS Spritzgießmaschinen von Netstal mit 350 bzw. 550 Tonnen Schließkraft. Zwischen den beiden Maschinen befindet sich ein hochflexibler Knickarmroboter für das Einlegen von In-Mold-Labels (IML) und Entnahme der fertigen Artikel. Um den Abmusterungsprozess möglichst effizient und präzise gestalten zu können, hat Roth gemeinsam mit der Krauss Maffei Automation eine besondere Handlingslösung entwickelt, die optimal zu den Anforderungen im Testbetrieb eines Werkzeugbauers passt und die zugleich kurze Zykluszeiten zulässt. Die im Roth Technikum verwendeten Systeme wurden speziell für einen flexiblen Einsatz zur Werkzeugabmusterung konzipiert. Die ganze Bandbreite der Verpackungswelt aus einer Hand Der Packaging Day im Roth-Technikum war indes auch für die Krauss Maffei Gruppe so etwas wie ein kleiner Meilenstein.

Praktische Demonstrationen der Spritzgießmaschinen

Während der eintägigen Veranstaltung wurden auf insgesamt fünf Spritzgießmaschinen Live-Demonstrationen durchgeführt. Die Palette reichte dabei von im eigenen Betrieb verwendeten Magneten und Stapelboxen, über die beliebten Emsa-Frischhaltedosen mit dem zugehörigem Deckel und der patentierten TPE-Dichtung, bis hin zu einem IML-dekorierten Becher aus Polypropylen mit nur 0,4 mm Wandstärke. Bei der Entwicklung dieser höchst anspruchsvollen Anwendung konnte sich das Team von Roth Werkzeugbau auf die volle Unterstützung von Netstal verlassen.

Um die Wandstärken von Bechern weiter zu reduzieren will sich das Unternehmen bald an das von Netstal weiterentwickelte Injection Compression Molding Verfahren wagen. Getreu dem Firmenmotto „Was von Roth kommt, läuft!“ ist es also sehr gut vorstellbar, dass die interessierten Fachbesucher beim nächsten Packaging Day bereits eine serienreife Injection Compression Molding Anwendung bewundern können. Die zweite Ausgabe des Verpackungstags ist für 2019 vorgesehen.
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