Azubis fachlich breit qualifizieren
Klingele und Bahmüller starten Ausbildungskooperation

Mittwoch, 26. Juli 2017 Viele Unternehmen kämpfen um Fachkräfte. Um dem entgegenzuwirken, kooperieren Klingele und Bahmüller bei der Ausbildung. So möchten die Firmen ihre Azubis umfassend und fachlich breit qualifizieren.

Durch das Austauschprogramm können die Auszubildende über den Tellerrand des eigenen Unternehmens hinaus lernen.
© Foto: Klingele
Durch das Austauschprogramm können die Auszubildende über den Tellerrand des eigenen Unternehmens hinaus lernen.
Unternehmen in industrieintensiven Regionen fordert der sich abzeichnende Fachkräftemangel ein hohes Engagement in Recruiting und Personalentwicklung ab, insbesondere in den technischen Berufen. Vor diesem Hintergrund starten die Klingele Gruppe und Bahmüller eine Ausbildungskooperation. Ziel ist die Verbesserung der Qualifizierung angehender technischer Fachkräfte in beiden Betrieben. Im Fokus stehen die Ausbildungsberufe des Packmitteltechnologen und Industriemechanikers im Klingele Werk Remshalden sowie des Industriemechanikers für Verfahrenstechnik bei Bahmüller.

Gemäß der Kooperation, die am 19. Juli 2017 durch einen Vertrag besiegelt wurde, werden zukünftig bestimmte Lerninhalte, die im eigenen Betrieb nicht in ausreichendem Maße erfüllt werden können, über die Ausbildung im Verbund sichergestellt. Zudem werden neue praxisorientierte Inhalte in den Ausbildungsplan integriert. Über den Einsatz im jeweiligen Partnerbetrieb – mit neuen Themen und Kollegen - stärken die Nachwuchskräfte ihre sozialen Kompetenzen und lernen sich flexibel auf unterschiedliche Arbeitssituationen einzustellen.

Das Programm für die neue Initiative haben die beiden Unternehmen bereits entwickelt: Zukünftig absolvieren die Packmitteltechnologen von Klingele ihre Grundausbildung in der Metallbearbeitung über 12 Wochen bei Bahmüller und eignen sich dort insbesondere Fertigkeiten wie Drehen und Fräsen an. Die Klingele-Azubis und künftigen Maschinenführer sollen auf diesem Wege ein vertieftes Verständnis für die Wellpappenverarbeitungsmaschinen gewinnen und in die Lage versetzt werden, kleinere Reparatur- oder Instandhaltungsarbeiten später selbständig zu bewerkstelligen.


Austauschprogramm

Im Gegenzug erhalten die angehenden Bahmüller-Azubis aus dem Bereich Verfahrenstechnik im zweiten Ausbildungsjahr bei Klingele einen vertieften Einblick in die Erzeugung der Wellpappe und deren Verarbeitung. Dazu durchlaufen sie sämtliche fertigungsrelevanten Bereiche, angefangen von der Verpackungsentwicklung und der Arbeitsvorbereitung über die Wellpappenerzeugung und - verarbeitung bis hin zum Labor. Dieser Einsatz soll über einen Zeitraum von bis zu neun Monaten laufen. Bahmüller setzt mit dem neu geschaffenen Ausbildungsberuf des Industriemechanikers Fachrichtung Verfahrenstechnik darauf, gleich zu Beginn der beruflichen Laufbahn die Anforderungen in der Wellpappenbranche intensiv in der Praxis kennenzulernen.

Künftig arbeiten die Industriemechaniker als Verfahrenstechniker im Faltschachtelbereich sowie im Segment Flexo Folder Gluer, die zusammen mit dem Partner Göpfert unter BGM Bahmüller & Göpfert vertrieben werden. Eine Zusatzausbildung in der Elektrotechnik sowie die Perfektionierung der Fremdsprache wird angeboten. Trotz Industrie 4.0 beziehungsweise dem „Internet der Dinge“, ist zukünftig der Maschinenführer wichtiges Bindeglied bei den 3M Faktoren Material, Maschine und Mensch. Auf diese Weise stärkt der Maschinenbauer die Kundenorientierung in seinem Team und legt das Fundament, auf dem dann auch in Zukunft Produkte und Services eng am Kundenbedarf ausgerichtet werden. Neben dem „Praxisteil“ kommt aber auch die Theorie nicht zu kurz: Zukünftig werden die angehenden Industriemechaniker von Klingele an der Prüfungsvorbereitung für die Zwischen- und die Abschlussprüfung bei Bahmüller teilnehmen.


Vermittlung von Markt- und Technologie-Know-how

Klingele und Bahmüller sind in ihren speziellen Marktsegmenten seit Jahrzehnten erfolgreich und setzen beide auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung, um ihren Kunden auch in Zukunft innovative Produkte und Services zu bieten. Beide Unternehmen sind seit vielen Jahren eng miteinander vernetzt und arbeiten auch über das übliche Kunden- und Lieferantenverhältnis hinaus zusammen: Bahmüller liefert seit Jahrzehnten Maschinen für die Wellpappenverarbeitung an Klingele; Klingele wiederum testet unter anderem Neuentwicklungen von Bahmüller. Beide Unternehmen sind nur wenige Kilometer voneinander entfernt im Remstal ansässig.

„Das Anforderungsprofil, gerade für unsere Packmitteltechnologen, hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Wenn sie jedoch Markt- und Kundenwissen erfolgreich mit Technologie-Know-how kombinieren können, eröffnen sich ihnen interessante Perspektiven. Dafür schaffen wir über unsere Kooperation mit Bahmüller eine weitere Grundlage, und bieten unseren Nachwuchsfachkräften eine noch attraktivere und vielseitigere Ausbildung“, kommentiert Dr. Jan Klingele, Geschäftsführender Gesellschafter der Klingele Gruppe. „Wir wollen unseren Kunden und Geschäftspartnern auch in Zukunft kontinuierlich innovative Ideen und Neuentwicklungen bieten; deshalb investieren wir aktiv in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter und Auszubildenden! Wir freuen uns, dass uns dies mit der neuen Ausbildungskooperation mit Klingele erneut gelungen ist,“ freut sich Michael Holtmann, CEO bei Bahmüller.

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