Frisch muss sein
Dyhrberg setzt auf nachhaltige E-Versandverpackung

Mittwoch, 04. Oktober 2017 Herstellern von hochwertigen Lebensmitteln und Delikatessen bietet der Onlinehandel einen erfolgsversprechenden Vertriebskanal. Das sensible Produkt muss aber gut und frisch beim Kunden ankommen. Die erste Lachsräucherei der Schweiz vertraut daher bei der Versandverpackung auf den Foodmailer.

E-Commerce Foodmailer: die Standardvarianten Premium und Eco.
© Foto: Dinkhauser
E-Commerce Foodmailer: die Standardvarianten Premium und Eco.
Beste, auserlesene Qualität und keine Massenware – das sind Kernpunkte und Philosophie der Manufaktur Dyhrberg AG in Klus-Balsthal. Eine Stunde westlich von Zürich wird seit mehr als 50 Jahren Lachs nach alter nordischer Tradition im Holzofen geräuchert. Zu den Kunden zählen sowohl Gourmetrestaurants in der Schweiz, als auch der anspruchsvolle Hobbykoch, die die Spezialitäten im Onlineshop bestellen können. Dann soll die Spezialität natürlich frisch und unversehrt beim Kunden ankommen. Derzeit gibt es noch wenige funktionierende Verpackungssysteme die den hohen Anforderungen im Lebensmittelversand gerecht werden. Gefordert sind integrierte Gesamtkonzepte mit einem klaren Profil: eine sichere, nachhaltige und vor allen Dingen konsumentenfreundliche Versandverpackung – auch für sensible, temperaturgeführte Güter.

36% der Konsumenten wollen umweltfreundliche Verpackungen

„Unsere Kunden erwarten von uns einen nachhaltigen Umgang mit dem Produkt. Das umschließt im besonderen Maße auch die Verpackung als oft ersten physischen Kontakt mit dem Kunden“, fasst Ralf Weidkuhn, Leiter Marketing & Verkauf von Dyhrberg, seine Ansprüche an die richtige Dyhrberg Verpackung zusammen. Damit ist er nicht allein: laut einer aktuellen Umfrage des E-Commerce Centers Köln verlangen 36% der Konsumenten eine umweltfreundliche Verpackung.

Der Foodmailer - Perfekte Isolierung und Recyclebarkeit

Das 170 Jahre alte Familienunternehmen Dinkhauser Kartonagen hat 2015 den Foodmailer entwickelt und dafür bereits mehrere internationale Auszeichnungen erhalten. Der Clou: Der Foodmailer besteht zu 100% aus Wellkarton, ist damit zu 100% recyclingfähig und erreicht trotzdem dieselbe Isolierung wie herkömmliche Styroporboxen bei einem um 60% reduziertem Volumen. Ein Argument, das angesichts von einem prognostizierten 2.000% Wachstum von E-Food in den nächsten 5 Jahren immer wichtiger wird. Die Innenkomponenten bestehen aus speziellem lebensmitteltauglichem Papier. Das Handling beschreibt Weidkuhn als einfach, aber „Überzeugt hat uns schlussendlich die Möglichkeit, sowohl Format als auch Bedruckung auf unsere individuellen Bedürfnisse anzupassen“. Und so entstand in enger Zusammenarbeit mit Luis Flores, Vertriebsleiter Dinkhauser Kartonagen Swiss AG, und der beteiligten Werbeagentur eine ansprechend gestaltete Isolierverpackung, die aus Sicherheitsgründen mit einem integrierten Selbstklebeverschluss verschlossen wird. Simultan wurden die internen Abpack- und Versandprozesse an diese neue Lösung angepasst, so dass eine problemlose Markteinführung gelang. „Lebensmittelversand ist ein noch junges und sensibles Thema im Markt. Eine enge Kooperation mit dem Kunden in der Einführungsphase ist daher extrem wichtig, um das Risiko zu minimieren“, fasst Luis Flores das gemeinsame Projekt zusammen.

Nach mehr als 2 Jahren Entwicklung umfasst das Foodmailer Konzept heute 4 Bausteine:
  • Eine Verpackung, die zu 100% aus dem Monomaterial Wellpappe besteht und durch eine spezielle Konstruktion auf voluminöse und oft ökologisch bedenkliche Isolationsmittel verzichten kann.
  • Spezielle IcePacEco, die auch zu nahezu 100% aus Papier bestehen, einfach mit Wasser gefüllt werdn und somit gemeinsam mit dem Kartonmaterial recycled werden können.
  • Einen eigens entwickelten Foodmailer Kalkulator, der sich ändernde Parameter wie momentane Aussentemperatur, Versanddauer oder gewünschte Ankunftstemperatur berücksichtigt und so exakt die jeweils benötigte Anzahl der IcePacs berechnet.
  • Kurzfristige Verfügbarkeit durch ein Standardsortiment in 3 Grössen und gleichzeitig auch jede Möglichkeit der Individualisierung, um so die bedruckte Außenverpackung als Markenbotschafter einzusetzen.

Zustellung und Distribution als Hemnisse beim Lebensmittel-E-Commerce 

Laut aktuellen Studien geben 70% der möglichen Online Kunden die Probleme bei Zustellung und Distribution als Hauptgrund an, warum sie Ihre Lebensmittel (noch) nicht im Internet bestellen. Zentrale Anforderungen sind die Frische der Ware beim Empfänger und eine für den Versender und Empfänger praktikable und kostengünstige Gesamtlösung. Verschiedene Ansätze von einfachen braunen Kartons, über Styroporboxen und verschiedene Tauschsysteme bis hin zur Zustellung mit speziellen Kühlfahrzeugen versuchen derzeit dieses Thema zu lösen. Die Verpackung kann hier einen wichtigen Lösungsbeitrag leisten. „Der Fakt, dass der Foodmailer zu 100% aus Wellpappe besteht, bietet natürlich sowohl im Handling als auch in der Entsorgung durch den Endkunden große Vorteile. Und sind damit auch ökologisch nachhaltig“, fasst Walter Freimüller, GF der Packit! Verpackungen in Oberösterreich zusammen. Die Boxen werden flach angeliefert, erreichen dieselben Isolationswerte wie vergleichbare Styroporboxen, lassen sich nach Gebrauch flach zusammenlegen, und gehen dann in das übliche Kartonrecycling. Darüber hinaus ist Wellpappe natürlich ideal bedruckbar, so dass jeder Kunde die Verpackung auch als Markenbotschafter verwenden kann. „Gerade Lebensmittelindustrie und –handel sind sich schon seit Jahren der großen Bedeutung der Verpackung für Ihren Verkaufserfolg bewusst und nehmen daher gerne dieses Angebot in Anspruch“ ergänzt Paul Schäfer, Geschäftsführer von Dinkhauser Kartonagen Hall.

Die passenden Icepacks zum Foodmailer
Von Anfang an war das Ziel, eine 100% Lösung zu erreichen. Damit ist klar, dass auch die Kühlmittel zum Gesamtkonzept passen müssen. Gemeinsam mit einem Partner wurden daher spezielle, auf Papier basierende Icepacks entwickelt, die sich erst bei Gebrauch mit Wasser vollsaugen und für die notwendige Kühlung während des Versands sorgen. Natürlich liegen sowohl für die Icepack als auch für die Verpackung selbst die notwendigen lebensmitteltechnischen Zertifikate vor, um auch hier dem Kunden die notwendige Sicherheit zu bieten.

Zur Optimierung der notwendigen Menge an Icepacks für jeden konkreten Versand hat Dinkhauser eine eigene Software entwickelt. Der foodmailer-Kalkulator berechnet die exakte Menge an Icepacks pro Transport, die von Produkt, Außentemperatur und Lieferzeit abhängig ist. Das Resultat dieser punktgenauen Kühlung: Versand- und Verpackungskosten werden minimiert, Lebensmittel bleiben frisch.

Seit Markteinführung stetiger Wachstum
Nachdem die fertige Lösung für den Frischeversand (Temperaturbereich +2 bis +10 Grad) im Herbst 2015 dem Markt präsentiert wurde, konnten in den letzten Monaten bereits mehrere Projekte gemeinsam mit Kunden umgesetzt werden. Um Interessenten den Einstieg zu erleichtern, bietet das Unternehmen inzwischen drei Standardgrößen S, L und M sofort ab Lager schon in Einheiten ab ca. 300 Stück an. „Dieses noch junge Segment entwickelt sich rasant weiter. Mit den drei Standardgrößen erhalten unsere Kunden die Möglichkeit, schnell und ohne großes Vorinvest zu starten und Ihre Erfahrungen zu machen“, blickt Freimüller optimistisch in die Zukunft.


Erschienen in packREPORT Nr. 9 September/2017

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