Baumanns Kolumne: Mit Folie fixiert
Sicher² - auf den Punkt gebracht

Donnerstag, 16. Februar 2017 Fixierverpackung, Membran- oder Membranpolsterverpackung, Spannfolien-Tray sind verschiedene Bezeichnungen für das gleiche Produkt. Gemeint ist ein Träger aus Wellpappe, auf den eine Polyurethan- oder LDPE-Spezialfolie aufgeklebt ist. Ein System, das empfindliche Güter fixiert und im Versand höchsten Produktschutz garantiert. Eine Versandlösung, die weitgehend unbekannt ist.

Der Träger aus Wellpappe fixiert empfindliche Güter und garantiert im Versand höchsten Produktschutz. Eine Versandlösung, die noch weitgehend unbekannt ist.
Der Träger aus Wellpappe fixiert empfindliche Güter und garantiert im Versand höchsten Produktschutz. Eine Versandlösung, die noch weitgehend unbekannt ist.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mir vor 15 Jahren ein amerikanisches Unternehmen die ersten Membranverpackungen vorgestellt hat. Am Beispiel eines 19 Zoll Röhrenmonitors wurde gezeigt, wie extrem dehnfähig und reißfest Spannfolie sein kann, trotz einer Materialstärke von wenigen 40-150 µ. Der Falltest bewies das sehr eindrucksvoll. Der schwere Monitor, fixiert zwischen zwei Folien, die auf einen Wellpapp-Rahmen geklebt waren, hatte den Test unbeschadet überstanden. Diese neuen Fixierverpackungen revolutionierten den bis dato höchst aufwändigen Versand schwerer empfindlicher Waren. Heute gibt es mehrere deutsche Hersteller, die viele verschiedene Varianten für unterschiedlichste Anwendungen entwickelt haben. Diese Lösung hat sich bewährt.

Aufgrund des gestiegenen Wettbewerbs ist der Preis für Spannfolien-Trays in den letzten zehn Jahren gesunken. Allerdings sind sie immer noch teurer als andere Methoden, die Ware in einer Versandverpackung zu fixieren. Ab einem gewissen Warenwert bzw. bei sehr empfindlichen oder wertvollen Produkten rechnet sich jedoch diese zuverlässige Sicherung, um Transportschäden zu vermeiden. Weitere Vorteile: Fixierverpackungen ermöglichen am Packplatz ein einfaches und schnelles Handling von unterschiedlichen Produkten und Produktgrößen. Das ist besonders effektiv im Ersatzteilversand, bei Rücksendungen von reparierten Teilen oder für Waren, die nicht mit einer eigenen Um- oder Transportverpackung ausgestattet sind. Scharfe Kanten oder "unförmige" Waren sind typische Probleme, die den Produktschutz aufwändig machen. Kein Problem für die reißfeste PU-Folie!

Im Bereich Gefahrgut, z.B. beim Versand von Airbags, sind Spannfolien-Trays zum Standard geworden. In der Automobilindustrie ist es üblich, Ersatzteile per Luftfracht zu schicken. Hier gelten hohe Sicherheitsstandards. Klappert es beim Securitycheck im Karton, bleibt die Fracht am Boden und geht zurück an den Absender. Das hat sich durch das Niederzurren der Airbags im Spannfolien-Tray erledigt.

Inzwischen hat sich die Konstruktion der Fixierverpackungen entsprechend unterschiedlichster Anforderungen weiter entwickelt. Auch die Folien können mit speziellen Eigenschaften ausgerüstet werden, um z.B. vor Korrosion oder elektrostatischer Entladung (ESD) zu schützen. Thema Umwelt: Laut Hersteller ist der Folienanteil einer Fixierverpackung so gering, dass die Entsorgung ungetrennt über den Altpapierrecyclingprozess möglich ist.

Diese Verpackungslösung ist wertvoll für Logistiker, die mit immer wiederkehrenden Transportschäden zu tun haben. Der Wechsel zu einer verlässlichen Verpackungstechnik könnte überfällig sein, dann gilt: Besser spät als nie.

Über Jörg Baumann

Jörg Baumann ist seit 20 Jahren in der Verpackungsbranche aktiv und hat durch die Verknüpfung von Verpackung und Ladungssicherung neue Wege beschritten. Seine besondere Stärke besteht darin, für die Industrie neue, wirtschafliche Lösungen im Bereich der Ladungssicherung, Gefahrgut und Verpackung aufzuspüren und diese durch gezielte Produktentwicklung in die Praxis zu transferieren. www.baumann-excellence.de


Baumanns Kolume erscheint in jeder PackReport-Ausgabe. Dort schreibt Jörg Baumann exklusiv. Weitere Infos hier.

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