Finat veröffentlicht Marktstudie
Untersuchung zum digitalen Etikettendruck in Europa

Mittwoch, 20. September 2017 Die Digitaldrucktechnologie hat die Etikettenverarbeitung, wie alle anderen Druckbereiche auch, deutlich verändert. Daher wurde die Rolle des Digitaldrucks in der europäischen Etikettenindustrie untersucht. Die Studie gibt den aktuellen Stand, den erwarteten Marktanteil und das Wachstum bis zum Jahr 2022, Referenzwerte der Verarbeiter sowie Produktionstrends erfasst.

© Foto: Finat

Wert des europäischen Marktes

Die Studie hat ergeben, dass der Digitaldruck im Jahr 2016 insgesamt 9,7 % des Wertes des europäischen Etikettendruckmarkts repräsentierte und damit einen Prozent über dem weltweiten Gesamtwert lag. Obgleich es sich hier nur um einen kleinen Prozentsatz des Gesamtumsatzes der europäischen Etikettendruckindustrie von über 16 Milliarden Euro handelt, unterstreicht diese Zahl doch die umfassende Akzeptanz des robusten und innovativen Leistungspotentials des Digitaldrucks.

Bevorzugte Technologien der Verarbeiter

Die Studie hat ebenfalls den Marktanteil des Digitaldrucks nach Inkjetdruck und Tonerdruck aufgeschlüsselt. Von den 2000 in Europa installierten digitalen Etikettendruckmaschinen sind 76 % tonerbasierte und 24 % inkjetbasierte/hybride Systeme. Jedoch zeigt die Wachstumskurve bis 2022, dass die Anzahl der Inkjet-Druckmaschinen über die Jahre schneller zunehmen wird als die der tonerbasierten Systeme.

Digitale Herausforderungen

Die Verarbeiter wurden gebeten, die Herausforderungen zu benennen, mit denen sie bei ihren aktuellen Digitaldruckmaschinen konfrontiert sind. Ganz oben auf der Liste standen die Betriebskosten, während die servicebedingten Druckmaschinen-Stillstandzeiten an zweiter Stelle genannt wurden. Danach folgte interessanterweise die Schwierigkeit, ausreichend Aufträge für die verfügbare Digitaldruckkapazität zu finden. Ein anderes Problem, nämlich das Drucken von stark deckendem Weiß, wurde bei den tonerbasierten Druckmaschinen zusätzlich auf die Liste gesetzt. Die Besitzer von Inkjet-Druckmaschinen haben dagegen die Veredelungsanforderungen und die Farbabstimmung erwähnt.

Markeninhaber
Einige Endnutzer verlangen – wahrscheinlich für die Produktion mehrerer Versionen – den Kombinationsdruck von Etiketten. Aber die Umfrage zeigt, dass sie im Allgemeinen noch nicht den Toner- oder Inkjetdruck oder etwa den Digitaldruck spezifizieren. Allerdings bestehen die Endnutzer jetzt zunehmend darauf, dass die Etikettenverarbeiter von sich aus den Digitaldruck einsetzen. Die Umfrage hat bestätigt, dass sich damit in der Tat ein deutlicher Richtungswechsel für die Etikettenindustrie abzeichnet.

Vorstellung der Ergebnisse
Organisiert wurde die Studie von dem Marktforschungsinstitut LPC (USA), das seit mehr als 20 Jahren umfassend in den einzelnen Teilbereichen der Etiketten-und Verarbeitungsindustrie tätig ist. Die beiden Direktoren Jennifer Dochstader und David Walsh haben die Finat Digital Label Study 2017 durchgeführt und auf dem europäischen Etikettenforum (ELF) im Juni dieses Jahres den Finat-Mitgliedern ihren vorläufigen Bericht präsentiert.

Eine Entdeckungsreise
Finat Geschäftsführer Jules Lejeune ist mit dem Endergebnis sehr zufrieden. Er bezeichnet die Finat Digital Label Study 2017 als „ein detailgenaues Porträt der Industrie und ihrer Endnutzermärkte, das uns auf eine Entdeckungsreise in neue Welten führt. Wie andere Verpackungsformate auch profitieren Etiketten bereits von einer größeren Flexibilität im Drucksaal, von einer umfassenderen Kunden-Kommunikation und von einem deutlich erweiterten Portfolio an Produktangeboten für Markeninhaber auf der ganzen Welt.“


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