Windmöller & Hölscher
Neue Filmex II und neue Aquarex

Freitag, 11. November 2016 Im Oktober war für Folienhersteller aus aller Welt nicht nur die Kunststoffmesse in Düsseldorf interessant, sondern auch die Expo bei Windmöller & Hölscher in Lengerich. Am 20. und 21. Oktober sowie am 24. und 25. Oktober öffnete der Maschinenhersteller sein Extrusionstechnikum und präsentierte seine Entwicklungen auf dem Gebiet der Blas- und Gießfolienextrusion. Auch die Expo steht unter dem Leitmotiv Packaging 4.0 – intelligent, intuitiv, integriert. Es werden konkrete Lösungen gezeigt, wie Packaging 4.0 bereits heute die Produktivität und Flexibilität in der Folienherstellung steigert und Kunden größere Transparenz entlang der kompletten Prozesskette bietet.

Die modulare Blasfolienanlage mit Wasserkühlung Aquarex ist besonders geeignet für die Produktion von innovativen Folienprodukten.
© Foto: W&H
Die modulare Blasfolienanlage mit Wasserkühlung Aquarex ist besonders geeignet für die Produktion von innovativen Folienprodukten.
Filmex II, die neue Generation von Gießfolienanlagen, feiert Premiere. Während in Düsseldorf per Shift-Screen eine Filmex II in der Konfiguration für die Herstellung von Stretchfolien präsentiert wird, ist in Lengerich eine Barierreanlage ausgestellt. Filmex II ist eine intelligente Maschine, die dank integrierter Prozesse eine konsistente und reproduzierbare Folienqualität gewährleistet. Die Integration des neu entwickelten Film Performance Monitors (FPM) kombiniert eine einzigartige Inline-Qualitätsüberwachung mit einer Datenverbindung zu den Weiterverarbeitungsmaschinen und ermöglicht so ein Feedback aus der Endanwendung. Durch die Vernetzung wird der komplette Produktionsprozess transparent und erlaubt eine zielgerichtete Optimierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit dem Ziel konstanter Top-Folienqualität. Als Folgeeinrichtung ist der Wickler Filmatic TC installiert, der exzellente Rollen mit perfekter Rollengeometrie produziert. Gezeigt wird eine asymmetrische Barrierefolie für Tiefziehanwendungen in einer Breite von 2.700 mm.

Die modulare Blasfolienanlage mit Wasserkühlung Aquarex ist besonders geeignet für die Produktion von innovativen Folienprodukten. Aufgrund der extrem schnellen Abkühlung der Schmelze bleibt der Kristallisationsgrad gering und die Folie erhält eine ausgesprochen amorphe Struktur. Dies ist der Grund für ihren hohen Glanz und ihre
hervorragende Thermoformbarkeit. Die Flexibilität der Aquarex hinsichtlich der Folienbreite war allerdings durch den Einsatz von Festkalibratoren bislang eingeschränkt; bei einer Änderung der Folienbreite musste der Kalibrator getauscht werden. Der von W&H neu entwickelte verstellbare Wasserkalibrator Aquacage erlaubt die automatische Verstellung des Durchmessers der Blase ähnlich wie bei der konventionellen Blasfolienextrusion. Daher ist zukünftig kein Wechsel von Festkalibratoren mehr erforderlich, was in einer erhöhten Flexibilität der Aquarex resultiert. Ein verstellbarer Kalibrator passt vom Durchmesserbereich zu einer Blaskopfgröße. Die Anlage wird mit der Herstellung einer asymmetrischen 7-Schicht-Barrierefolie für Thermoformanwendungen gezeigt und ist mit einem Filmatic II S Wickler ausgestattet.

Gezeigt wird eine 3-Schicht-Blasfolienanlage Varex II mit Inline- MDO-Reckwerk in einer Arbeitsbreite von 2.600 mm. Mit Hilfe der MDO-Technologie lassen sich Kunststofffolien mit einzigartigen Eigenschaftsspektren realisieren bei gleichzeitiger Reduzierung der Foliendicke. Im konkreten Fall geht es um die Herstellung einer besonders dünnen, atmungsaktiven Windel-Backsheet-Folie von nur noch 12 g/m² im Blasfolienverfahren mit Inline-Längsverstreckung. Folien für dieses Anwendungsgebiet werden heutzutage vorzugsweise im Gießfolienverfahren produziert, mit einem Flächengewicht von 14 – 17 g/m². „Der Trend geht aber ganz eindeutig in Richtung Blasfolie“, zeigt sich Dr. Lennart Ederleh, Leiter Kundenberatung Extrusionsanlagen, überzeugt. „Blasfolien werden die Gießfolien in dieser Anwendung ablösen, da einerseits andere Rohstoffe zum Einsatz kommen und andererseits prozessbedingt eine biaxiale Orientierung der Moleküle erzeugt wird. Beide Aspekte verbessern die mechanischen Eigenschaften der Folie und damit das Down-Gauging- Potenzial.“

Wiederverschließbare Verpackungen z.B. für Wurst oder Käse sind charakteristisch für den veränderten Lebensstil der Verbraucher und aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Bei der Herstellung stellt insbesondere die Wiederverschließbarkeit sehr große Anforderungen an die Folie, die als Deckelmaterial eingesetzt wird. Hier kommen seit langem sogenannte „Pressure Sensitive Adhesives“ PSA) zum Einsatz, die aufgrund ihrer extrem hohen Klebkraft sehr schwer zu verarbeiten sind. „Windmöller & Hölscher ist es gelungen“, berichtet Dr. Falco Paepenmüller, Leiter Produktbereich Extrusion, nicht ohne Stolz, „eine Möglichkeit zu finden, dieses Material in Verbindung mit einer EVOH Barriereschicht unkompliziert zu einer hochwertigen 7-Schicht- Barrierefolie mit PSA-Hotmelt-Schicht für „reclosable“- Deckelanwendungen zu verarbeiten.“ Gezeigt wird die Produktion dieses marktüblichen Produktes auf einer 7-Schicht-Anlage Varex II in 2.600 mm Arbeitsbreite und mit einer 500 mm Düse.
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