Folien für den Hygienemarkt
Breathable Backsheet-Folien von Windmöller & Hölscher

Mittwoch, 17. Mai 2017 Backsheet-Folien sind ein Wachstumsmarkt. Rund 590.000 Tonnen werden pro Jahr verbraucht – Tendenz steigend. Rund 50% davon sind atmungsaktive Folien, beispielsweise für Windeln. “Experten schätzen das Wachstum für den Hygienemarkt auf rund 4,4% CAGR bis 2020“, erläutert Ali Hassan, Spezialist bei Maschinenbauer W&H für den Hygienemarkt.

Die Varex II mit Inline-Längsverstreckung [MDO] kann besonders dünne, atmungsaktive Windel-Backsheet-Folie mit einem Flächengewicht von nur noch 12 g/m² produzieren.
© Foto: Windmöller & Hölscher KG
Die Varex II mit Inline-Längsverstreckung [MDO] kann besonders dünne, atmungsaktive Windel-Backsheet-Folie mit einem Flächengewicht von nur noch 12 g/m² produzieren.
Windel- und Inkontinenzprodukte zeigen dabei besonders hohes Potenzial. „Entwicklungen wie das zunehmende Alter unserer Gesellschaft, die wachsende Akzeptanz der Produkte und weltweit höhere Verfügbarkeit, insbesondere in Wachstumsregionen, sind treibende Faktoren“, ergänzt sein Kollege Dirk Dreier. Wurden atmungsaktive Backsheet-Folien traditionell vor allem im Gießfolienverfahren hergestellt, raten die Experten von W&H auf Blasfolien-Anlagen umzusteigen. „Wir sehen einen klaren Trend im Markt für Backsheet-Folien auf Blasfolientechnologie umzusteigen“, so Hassan.

Für die Produktion von atmungsaktiven Backsheet-Folien im Blasfolienverfahren sprechen laut den Experten gleich mehrere Argumente: Geringeres Gewicht pro Quadratmeter und damit weniger Rohstoffeinsatz sowie bessere mechanische Eigenschaften bei vergleichbarem Ausstoß und Geschwindigkeit. „Windel-Backsheet-Folien haben im Gießfolienverfahren ein marktübliches Flächengewicht von ca. 16 g/m². Die besonders dünne, atmungsaktive Windel-Backsheet-Folie im Blasfolienverfahren mit Inline- Längsverstreckung [MDO] weist ein Flächengewicht von nur noch 12 g/m² auf. Das ist ein Down-Gauging-Potenzial von rund 25 Prozent bei gleicher oder sogar besserer Produktperformance“, erklärt Hassan. Durch die Verstreckung der Folie kann durch die Verwendung von speziellen Rohstoffen in Kombination mit den Einstellparametern der Varex II mit Inline-MDO die individuell erforderliche Atmungsaktivität hergestellt werden.

50% weniger Randbeschnitt mit Optifilp-MDO

Bisher waren Dickstellen in den Randbereichen, der so genannte Neck-In- Effekt und eine Verjüngung der Folienmitte, der „Smilie-Effekt“, eine Belastung für den Nettoausstoß der Produktion. Bei der Gießfolienherstellung tritt der Neck-In-Effekt sogar gleich zweifach auf: Nach der Chill-Roll-Walze und nach dem Inline-Verstrecken mussten Dickstellen durch beidseitigen Randbeschnitt von bis zu 150 mm entfernt werden, um die problemlose Weiterverarbeitung zu sichern. Die integrierte Dickenprofilregelung Optifilp-MDO für die Varex II sorgt für eine konstante Dicke über die gesamte Folienbreite der gereckten Folie. Das Ergebnis: 50% weniger Randbeschnitt und damit ein signifikant erhöhter Nettoausstoß der Blasfolien-Anlage.
Atmungsaktive Backsheet-Folien, beispielsweise für Windeln, sind ein Wachstumsmarkt. Im Blasfolienverfahren kann ein Down-Gauging Potenzial von rund 25 Prozent bei gleicher oder sogar besserer Produktperformance erreicht werden. © Foto: Windmöller & Hölscher KG
Atmungsaktive Backsheet-Folien, beispielsweise für Windeln, sind ein Wachstumsmarkt. Im Blasfolienverfahren kann ein Down-Gauging Potenzial von rund 25 Prozent bei gleicher oder sogar besserer Produktperformance erreicht werden.

Die hohen Geschwindigkeiten sind ein weiterer wichtiger Faktor, der von Blasfolienanlage und nachfolgendem Wickler beherrscht werden muss. „Die Varex II bietet einen Ausstoß von bis zu 700 kg pro Stunde bei einer Anlagengeschwindigkeit von bis zu 300 m/min. Damit erreicht die Varex II ein vergleichbares Geschwindigkeitsniveau wie die Gießfolientechnologie“, erläutert Dreier.

Abstimmung von Extrusion und Druck

Als Systemanbieter sichert W&H diese Leistungsstärke auch im nächsten Prozessschritt, dem Druck. „Unsere Kunden schätzen, dass wir Expertise in der gesamten Prozesskette mitbringen. Wir können Extrusion und Druck optimal aufeinander abstimmen. Die hochautomatisierte Flexodruckmaschine Vistafkex mit einer Geschwindigkeit von bis zu 800 m/min bietet beispielsweise eine leistungsstarke Maschine für die Bedruckung von atmungsaktiven Backsheet-Folien“, so Dreier.

Die beiden Experten sind sich sicher, dass das Blasfolienverfahren weiter im Bereich der Backsheet-Folie wachsen wird. „Gerade in Wachstumsmärkten wie dem Hygienemarkt ist der Wettbewerbsdruck hoch. Im Bereich der Windelprodukte stehen Markenartikler in Konkurrenz zu Eigenmarken. Die Varex II als hochleistungsfähige Blasfolienanlage bietet signifikante Effizienzsteigerungen, die hier erfolgsentscheidend für die Wirtschaftlichkeit sein können“, resümiert Hassan.

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