Deutsche Hülsenindustrie gut beschäftigt
Engpässe auf dem Markt für Altpapier und steigender Kostendruck

Montag, 03. April 2017 Die deutschen Hersteller von Hartpapierhülsen für die Papier-, Folien- und Textilindustrie sind mit der Mengenentwicklung im Jahr 2016 zufrieden. Der Umsatz lag leicht über dem Vorjahresniveau bei rd. € 250 Mio. Auch die ersten drei Monate dieses Jahres sind gut angelaufen.

Der Rohstoff „Hülsenwickelkarton“ hat sich drastisch verteuert bei gleichzeitiger Verknappung.
© Foto: Kunert Gruppe
Der Rohstoff „Hülsenwickelkarton“ hat sich drastisch verteuert bei gleichzeitiger Verknappung.
Die Branche ist jetzt mit massiven Kostenerhöhungen konfrontiert. So hat sich der Rohstoff „Hülsenwickelkarton“ drastisch verteuert bei gleichzeitiger Verknappung. Hintergrund sind Engpässe auf dem Markt für Altpapier – dem Rohstoff für Hülsenwickelkarton. Verantwortlich hierfür sind die in den letzten Wochen stark gestiegene Nachfrage aus China nach Altpapier und die neu geschaffenen Kapazitäten für Wellpappenrohpapiere, die enorme Mengen an verfügbarem Altpapier vom Rohstoffmarkt nehmen. Die Verknappung von Hülsenwickelkarton wird auch durch Kapazitätsschließungen verschärft, was die Hülsenhersteller sehr beunruhigt. Die Preiserhöhungen für Hülsenwickelkarton liegen mittlerweile im zweistelligen Prozentbereich. Die Branche ist alarmiert, da weitere Verteuerungen drohen.

Nicht nur die Rohstoffpreise für Hülsenwickelkarton haben angezogen, auch im Personalbereich, bei Frachten und Klebstoffen steigen die Belastungen. Bei Dextrinleim ist nach einem Brand in einem der größten Produktionswerke in Europa die Versorgung eingeschränkt und es ist zu drastischen Verteuerungen gekommen.

Im weiteren Verlauf des Jahres 2017 rechnen die Hülsenhersteller mit einer unverändert guten Beschäftigung. Getrübt wird die positive Auftragslage allerdings erheblich durch die Kostenwelle, die jetzt die Branche überrollt.
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