Profitabler Digitaldruck
Blue Label Digital Printing setzt auf Cerm MIS und die Esko Automation Engine

Mittwoch, 30. August 2017 Die Integration einer umfassenden MIS-Software und flexibler Produktionssysteme kann einen Etikettendrucker komplett verändern. Wie etwa die Firma Blue Label Digital Printing. Der US-Druckdienstleister hat sein Cerm-MIS-System mit der Esko Automation Engine verknüpft und so die Produktion mit einem kleinen Druckvorstufenteam deutlich beschleunigt. Gleichzeitig konnte Blue Label Digital Printing seine Verkaufszahlen um den Faktor zehn erhöhen.

Mitarbeiter an einer Indigo-Digitaldruckmaschinen
© Foto: Blue Label Digital Printing
Mitarbeiter an einer Indigo-Digitaldruckmaschinen
Blue Label Digital Printing, mit Sitz in Lancaster, Ohio (USA), ist auf die Produktion kundenspezifischer Etiketten für Bier, Wein, Feinkost, Spirituosen, Säfte, Kosmetika und vieles mehr spezialisiert. Insgesamt 50 Mitarbeiter setzen kleine und große Stückzahlen innerhalb von drei bis fünf Arbeitstagen auf Indigo-Digitaldruckmaschinen von HP um. „Wir sind ein komplett digital aufgestellter Druckdienstleister für Etiketten und Verpackungen und haben uns auf hochwertige Etiketten in kleinen bis mittleren Auflagen spezialisiert. Unsere Etiketten und unser Service haben einen guten Ruf am Markt – wir machen keinen Unterschied, ob es sich um ein Produkt für den lokalen Bauernmarkt oder ein landesweit vertriebenes Markenprodukt handelt: wir passen uns den Bedürfnissen des Kunden an,“ so Andrew Boyd, President bei Blue Label Digital.

Integration in ein modernes MIS-System

Praktisch alle Aufgaben der Druckvorstufe wurden bislang von einem einzigen Mitarbeiter ausgeführt – von Dateneingang und der Vorbereitung der Druckvorlagen über das Versenden von Proofs zur Freigabe, bis hin zum Ausschießen jedes Auftrags für die digitalen Druckmaschinen. „Bis wir eine Teilzeitkraft einstellten, erledigte ein einziger Mitarbeiter die gesamte Druckvorstufe. Das war eine Menge Arbeit,“ erinnert sich Phil Herington, Systems Manager bei Blue Label Digital.

Blue Label setzte zwar bereits ein MIS-System ein, konnte aber damit nicht die gewünschten Berichte erstellen. Das Unternehmen hat entschieden, in ein MIS-System von Cerm zu investieren, um die gewünschten Daten über eine flexible Datenbank selektieren zu können. „Cerm ist ein kleineres Unternehmen und hat uns die Arbeit mit einem skalierbaren MIS-System erleichtert. Aus der Perspektive des Computerfreaks kann ich sagen, dass die Arbeit mit der SQL-Datenbank wesentlich einfacher war,“ so Boyd. „Mit Cerm konnten wir schneller wachsen und die Integration mit unserem Produktions-Workflow Esko Automation Engine besser verfolgen.“ Die MIS-Systeme von Cerm gelten als marktführend, ebenso wie Esko im Bereich Produktionssysteme für Etiketten und Verpackungen. Gemeinsam teilen sich die beiden Unternehmen die größte Anzahl Anwender in diesen Bereichen, mit mehr als 60 weltweit installierten Systemen zum Betrieb von digitalen, konventionellen und hybriden Etikettendruckmaschinen. Nach dem Kauf der Software wurden die Systeme schnellstmöglich zusammengefügt.

Ziel: profitabler Digitaldruck

Für reine Digitaldruckdienstleister sind die meisten Aufträge relativ klein. Man muss lernen, selbst mit Aufträgen zwischen 200 und 250 Euro gewinnbringend zu arbeiten. „Ein Druckdienstleister muss Aufgaben, die nicht zur Wertschöpfung beitragen, so kostenwirksam wie möglich gestalten. Die Esko Automation Engine bietet Step-and-Repeat und erstellt Proofs, die unser menschliches Bemühen um ein Vielfaches übertreffen,“ erklärt Boyd. „Unsere Druckvorstufe konnte dadurch Mehrwerte erwirtschaften, da sie sich direkt auf die Druckvorlage des Kunden anstatt auf den Ablauf konzentrieren kann.“

Aufträge werden ab jetzt in zwei Phasen durchgeführt. Die Druckvorlagenvorbereitung wird weiterhin manuell ausgeführt, jedoch werden die Erstellung und Freigabe der Proof-Dateien, sowie das Versenden der Step-and-Repeat-Dateien in Sammelform (die endgültigen, freigegebenen Vorlagen) automatisch von der Automation Engine erledigt. Bediener legen die Dateien einfach in einem Cerm-Ordner ab, wo sie von der Automation Engine bearbeitet und für den Proof und den Druck vorbereitet werden.

„Seit der Integration der Systeme ist unser Wachstum um den Faktor zehn gestiegen. Wir verarbeiten jetzt rund 200 Druckvorlagen pro Tag – vorher waren es etwa 20,“ erklärt Boyd. „Inzwischen kämen wir ohne das System gar nicht mehr zurecht. Wir konnten mit nur wenigen zusätzlichen Angestellten unseren Durchlauf maßgeblich erhöhen. Ohne das System bräuchten wir einen ganzen Raum voller Mitarbeiter, die den ganzen Tag lang nur manuell Step-and-Repeat durchführen.“

Die Lücke schließen: Automation Engine und Cerm spielen ihre Vorteile aus

„Jetzt legen wir die Datei einfach im Cerm-Ordner ab, und die Automation Engine erledigt den Rest. Mit einem einzigen Workflow werden alle Proofs erstellt und nachverfolgt. Wir arbeiten mit einem individuell angepassten Workflow, den ich selbst entwickelt habe. Wenn der Kunde die Datei freigegeben hat, wird sie von einem anderen Workflow übernommen und für die Druckmaschine ausgeschossen,“ fügt Herington hinzu. „Für den Step-and-Repeat-Workflow versendet das MIS-System von Cerm auf Knopfdruck die Auftragsinformationen einschließlich der benötigten Formate und Abstände sowie dem Etikettenmaterial im JDF-Format an die Automation Engine.“ Die Automation Engine bereitet die Dateien für die Druckmaschine vor. Das MIS-System von Cerm erfasst und überwacht den Status aller Aufträge durch alle Produktionsphasen hindurch bis hin zum Versand, inklusive der Informationen von der Druckmaschine.

„Eine beträchtliche Anzahl unserer Kunden schickt Aufträge mit mehr als 100 verschiedenen Einzelartikeln. Es wäre ein Albtraum, diese Aufträge ohne die Verknüpfung von der Automation Engine und dem Cerm MIS-System abzuwickeln“ so Boyd.

Cerm entnimmt alle Arbeiten demselben Kostenangebot und stellt die Aufträge für die Produktion zusammen. Bei der Terminplanung sind zwar manuelle Eingriffe notwendig, jedoch läuft die gesamte Produktionsplanung automatisch ab. „Stellen Sie sich beispielsweise einen Auftrag vor, der aus 60 verschiedenen Etiketten besteht,“ erläutert Boyd. „Das Cerm-System weist dem Produktionssystem in dem Fall zehn verschiedene Auflagen mit sechs verschiedenen Etikettenströmen zu. Cerm sendet dann die Informationen an die Esko Automation Engine, die automatisch den Step-and-Repeat der sechs Etiketten für alle zehn Auflagen durchführt.“
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