Internet of Things
Neuer Standard für industrielle Kommunikation gewinnt an Fahrt

Dienstag, 02. Mai 2017 Mit Belden/Hirschmann und Phoenix Contact haben zwei weitere wichtige Akteure ihre Unterstützung für OPC UA TSN angekündigt. Damit gewinnt der einheitliche Standard für die industrielle Kommunikation weiter an Fahrt.

Mit dem neuen Standard OPC UA TSN wird die Vereinheitlichung der Kommunikation in der industriellen Automatisierung weiter vorangetrieben.
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Mit dem neuen Standard OPC UA TSN wird die Vereinheitlichung der Kommunikation in der industriellen Automatisierung weiter vorangetrieben.
ABB, Bosch Rexroth, B&R, Cisco, General Electric, Kuka, National Instruments (NI), Parker Hannifin, Schneider Electric, SEW-Eurodrive und TTTech hatten auf der SPS IPC Drives im November 2016 angekündigt, OPC UA over Time Sensitive Networking (TSN) gemeinsam voranzutreiben. Diese Unternehmen sehen in OPC UA TSN den einheitlichen Standard für die Kommunikation in der Automatisierung und im Industrial IoT. Sie streben an, OPC UA TSN in künftigen Produktgenerationen zu unterstützen.

Kombination aus OPC UA und TSN

OPC UA TSN ist die Kombination des um Publisher/Subscriber (Pub/Sub) erweiterten OPC-UA-Protokolls und des TSN-Ethernet-Standards der IEEE. OPC UA TSN stellt alle nötigen Bausteine bereit, um die Kommunikation in der industriellen Automatisierung zu vereinheitlichen. Somit wird ermöglicht, dass Informationstechnologie (IT) und operative Technologien (OT) zusammenwachsen. Damit sind die Grundvoraussetzungen für das Industrial Internet of Things und Industrie 4.0 geschaffen. „Wir werden die Kombination der beiden Technologien in unseren Produkten aktiv unterstützen.

OPC UA TSN ist ein moderner, flexibler und einfacher Weg zwischen intelligenten Systemen in der Automatisierung in Echtzeit zu kommunizieren“, sagt Martin Müller, Vice President I/Os und Netzwerke bei Phoenix Contact, einem der weltweiten Marktführer in den Bereichen Elektrotechnik, Elektronik und Automatisierung. „Die Aktivitäten der OPC-UA-TSN-Initiative umfassen auch Beschreibungsformate, Funktionsprofile und Engineering-Use-Cases. Dadurch soll das Engineering in einer heterogenen Automatisierungslandschaft genauso einfach bleiben wie bisher. Aufgrund dieser vielfältigen Aktivitäten ist die Initiative eine der vielversprechendsten Ansätze, um einen Industrie-4.0-fähigen Standard zu definieren und dabei Echtzeit-Funktionalität auf Netzwerkebene zu bieten.“

Unterstützung durch Belden/Hirschmann

Belden/Hirschmann verstärkt die Initiative ebenfalls: „TSN und OPC UA sind eine großartige Chance auf ein universelles und herstellerübergreifendes Industrial IoT“, sagt Wolfgang Schenk, Managing Director Core Networking bei der Hirschmann Automation and Control GmbH. „Seit den frühen Tagen des Industrial Ethernet hat Hirschmann immer offene Standards unterstützt und mit seinem Know-how zahlreiche internationale Standardisierungsprojekte vorangebracht – wie die Standardisierung von TSN in IEEE 802.1 und IEEE 802. Als führender Anbieter von Komponenten für industrielle Kommunikationssysteme wird Hirschmann weiterhin die Integration von TSN in die wachsende Welt von Industrie 4.0 und IIoT-Netzwerken und -Protokollen unterstützen.“

Die Zusammenarbeit der Initiative findet im Rahmen des TSN-Testbeds des Industrial Internet Consortiums (IIC) und im Rahmen der OPC Foundation statt. Das Testbed wurde kürzlich um einen zusätzlichen Standort und weitere Mitglieder erweitert. Neben dem NI Industrial IoT Lab in Austin, Texas, gibt es nun auch ein Testbed in Erbach in Deutschland. Dort betreibt Bosch Rexroth einen Entwicklungsstandort für Steuerungs- und Kommunikationslösungen für das IoT. Dadurch können nun noch weitere Unternehmen neben ABB, B&R, Belden/Hirschmann, Cisco, General Electric, Intel, Ixia, Kuka, National Instruments (NI), Parker Hannifin, Phoenix Contact, Renesas, Schneider Electric, SEW-Eurodrive, TTTech und Xilinx an den Plugfests und dem Testbed teilnehmen.

Viele weitere schließen sich an

Kürzlich sind die Unternehmen Hilscher und Sick dem Testbed beigetreten und testen ihre OPC-UA-TSN-Geräte in dieser Umgebung. Armin Pühringer, Business Development Manager bei Hilscher, hebt die Bedeutung des deutschen Testbeds für europäische Automatisierungsunternehmen hervor: „TSN und OPC UA sind wichtige Technologien für die Zukunft des Industrial IoT. Die Testbeds in Amerika und Deutschland ermöglichen es, die Implementierung beider Technologien für das Industrial IoT zu demonstrieren. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung Standardisierung und Rollout für globale Märkte. OPC UA und TSN sind wichtig für unsere Kunden. Deswegen unterstützen wir diese Aktivitäten.“

Dr. Thomas Bürger, Vice President Engineering Automation Systems bei Bosch Rexroth, erklärt, wieso Bosch Rexroth in den europäischen Standort des IIC-TSN-Textbeds investiert: „Wir glauben, dass offene Plattformen, offene Standards und strategische Allianzen wichtige Erfolgsfaktoren für Kommunikationslösungen sind. Deswegen haben wir uns entschieden, das europäische TSN-Testbed der IIC auszurichten. Durch die kurzen Wege für europäische Anbieter erhoffen wir uns, dass das Innovationstempo steigt. Unsere Ziele sind es, den Aufwand für die Maschinenintegration zu reduzieren und die herstellerübergreifende Interoperabilität zu verbessern. Die rasch steigende Anzahl an Unternehmen, die sich am TSN-Testbed beteiligen, zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“



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