Gebo Cermex entwickelt ein Programm, das Produzenten die Vorteile von Industrie 4.0 zugänglich macht.
Agility 4.0

Montag, 28. November 2016 Auf der Brau Beviale 2016 hat Gebo Cermex das Agility 4.0-Programm vorgestellt. Dieses Programm für fortschrittliche Produktionssysteme (Advanced Production Systems - „APS“) steigert die Produktivität von Getränkeproduktionsstätten, da es sie vernetzter, flexibler und reaktiver macht.

 Alltägliche Abläufe einer Produktionsstätte können simuliert werden. Neue Produktionsmodelle können so entwickelt und getestet werden.
© Foto: Gebo Cermex
Alltägliche Abläufe einer Produktionsstätte können simuliert werden. Neue Produktionsmodelle können so entwickelt und getestet werden.
Der Wandel im Getränkemarkt beschleunigt sich. Die Distribution sucht nach kundenspezifischeren Liefermethoden und erhöhter Reaktionsfähigkeit, und angesichts veränderter Verbraucherverhalten muss die Verpackungsindustrie neue Wege für einen besseren, weil schnelleren, effizienteren, flexibleren und vielseitigeren Anlagenbetrieb finden.
Das Zeitalter von Industrie 4.0 rückt näher, und die intelligente Fabrik ist für Hersteller ein wichtiges, viel diskutiertes Thema geworden, was der Trend zu verstärktem Einsatz von Automatisierung, cyber-physischen Maschinen und Computersystemen für die Datenerfassung und -verarbeitung noch unterstreicht.

Auf der Brau Beviale hat Gebo Cermex seinen Beitrag zur Fabrik von Morgen präsentiert, insbesondere hinsichtlich der Anforderungen des Markts für Bier, Wein und Spirituosen, auf dem das Unternehmen eine mehr als 50-jährige Erfahrung aufweisen kann.

Simulation von Linienabläufen zur Entwicklung von Produktionskonzepten


Die künftigen Herausforderungen werden aufgrund der Komplexität der Entwicklung von Flaschen- und Dosenabfüllanlagen anhand computergenerierter Modellierung zu in Angriff genommen.

Durch die Kombination von Wissen mit computergestützten Systemen hat das Unternehmen eine virtuelle Fabrik entwickelt. Nun ist es möglich, alltägliche Abläufe einer Produktionsstätte präzise zu simulieren und somit neue Produktionsmodelle zu entwickeln und zu testen, zum Beispiel das entmaterialisierte Layout. Dadurch werden herkömmliche Verpackungslösungen durch Intralogistik ersetzt, bei der kleine spezialisierte Produktionsinseln mit automatisch geführten Fahrzeugen zur Handhabung von Halbzeugen oder Endprodukten verbunden werden. Auf diese Weise kann die Produktion in massivem Maßstab ohne Veränderung der Kosten kundenspezifisch angepasst werden. Dieses Konzept ist von Agilität geprägt, und seine Beweglichkeit konnten die Besucher in einer Virtual-Reality-Show live erleben.

Energieverbrauch simulieren und überwachen


Nachhaltige Produktionsprozesse und die Rolle, die optimierter Energieverbrauch dabei spielt, werden bei der Entwicklung von Fabriken immer wichtiger. Die Art des Energieverbrauchs und die Kohlenstoffbilanz einer Verpackungslinie sind inzwischen zentrale Faktoren bei Einkaufsentscheidungen.

Das als Teil des Programms Agility 4.0 eingeführte Tool zur Simulation des Energieverbrauchs kann zum Auditieren vorhandener oder zur Unterstützung bei der Konzeption neuer Anlagen eingesetzt werden. So ist es Getränkeproduzenten möglich, ein breites Spektrum in Frage kommender Konfigurationen zu testen, Designvarianten zu validieren und Vorschläge zur Energieeinsparung zu optimieren. Das Tool kann in Verbindung mit dem Eco Audit-Service von Gebo Cermex verwendet werden, um die Anlagen eines Getränkeproduzenten umweltfreundlicher zu gestalten.

Da die Bedeutung von Wasser als Ressource zunehmend wichtiger wird, ist das Wassermanagement insbesondere in Verbindung mit Tunnelmaschinen, wie z. B. Pasteuren, ebenfalls ein bedeutender Faktor im Nachhaltigkeitsbereich. Dazu tragen die zahlreichen Funktionen des Pasteurisiersystems Swing bei, mit dem Standard-Pasteure von Gebo Cermex jetzt nachgerüstet werden können. Wird es mit der Pasteurisierungssoftware Prince Plus gekoppelt, das kürzlich durch ein Modul zur Energieverbrauchsanalyse („Energy Advanced Diagnostic“) erweitert wurde, erzielt es die größten auf dem Markt erhältlichen Wassereinsparungen beim Pasteurisieren.

Von der Echtzeitüberwachung zur Video-Fernassistenz

Die Remote Video Assistance © Foto: Gebo Cermex
Die Remote Video Assistance


Um niedrige Gesamtbetriebskosten für die Investitionen in Maschinen zu erreichen, sind effektive Wartung und Fehlerbehebung vital für die Reduzierung kostspieligen Anlagenstillstands, insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Komplexität von Verpackungslinien.

Die Software zur Überwachung der Fördertechnik ist ein beachtlicher Schritt hin zur vernetzten Fabrik. Sie gibt Echtzeit-Ansichten des Betriebszustands der Fördertechnik für die gesamte Anlage aus, liefert Hinweise zur präventiven Wartung und generiert automatisch E-Mail-Warnungen mit Listen der zu ersetzenden Teile, was den kontinuierlichen Anlagenbetrieb sicherstellt. Und nicht weniger wichtig: Sollte ein Teil defekt sein, kann mit nur einem Klick eine Online-Bestellung aufgegeben werden.

Außerdem bietet Gebo Cermex nun Video-Fernassistenz an, eine Kombination von Video-, Audio- und Augmented-Reality-Technologien. Die Audio- und Videofunktionen ermöglichen den Experten von Gebo Cermex ein besseres Problemverständnis anhand der Echtzeitübertragung an ihren Standort, fast so, als wären sie an Ort und Stelle. Mit Augmented Reality kann das Problem dann erklärt und schließlich Hilfe zur Problemlösung erteilt werden. Der Bediener vor Ort sieht die Hände und Werkzeuge, die der Gebo-Cermex-Experte einsetzt, seinem Sichtfeld überlagert und erhält so präzise visuelle Führung bei den auszuführenden Handgriffen sowie verbale Anweisungen über den Audiokanal.

Umsetzbare Intelligenz eingebaut

Das Efficiency Improvement Tool © Foto: Gebo Cermex
Das Efficiency Improvement Tool


Man kann schwer verbessern, was nicht gemessen wird. Diese Binsenweisheit ist der Kern von EIT, dem Efficiency Improvement Tool zur Verbesserung der Effizienz, einem überzeugenden Beispiel für den Wert, den die vernetzte Fabrik schaffen kann. Es handelt sich um ein leistungsstarkes Echtzeit-Überwachungssystem, das wichtige Leistungsindikatoren der Maschinen, Produktflüsse und -staus sowie Verbrauchswerte permanent überwacht. Freilich reicht es nicht aus, ein System zu haben, das Produktionsdaten und Events erfasst, visuelle Dashboards und Leistungsvergleiche liefert. Der Markt sucht nach Systemen mit eingebauter Intelligenz, die Rohdaten in umsetzbare Informationen übersetzen. EIT behandelt Produktionsprobleme, um den anstehenden Herausforderungen zu begegnen, und antizipiert sie auch anhand von Trends und Prognosen ausgehend von Analysen der Historie und werkübergreifender Daten. So können Getränkeproduzenten Verluste reduzieren, ihre Produktionsziele erreichen und langfristig Prioritäten setzen.
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