Neues Faltschachteln-Inspektionssystem von QTM Service
Wer überwacht die Null-Fehler-Produktion?

Freitag, 23. Juni 2017 In allen Faltschachtelbetrieben besteht Einigkeit darüber, ausschließlich fehlerfreie, d.h. vollständig anforderungskonforme, Faltschachteln an die Kunden auszuliefern. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, können Lieferreklamationen teuer werden, oder sogar zum Verlust des Kunden führen.

Extrem hochauflösende und leistungsfähige Kamerasysteme kombiniert mit einer angepassten Software ermöglichen eine effiziente, effektive und zuverlässige Qualitätsprüfung von Faltschachteln.
© Foto: QTM
Extrem hochauflösende und leistungsfähige Kamerasysteme kombiniert mit einer angepassten Software ermöglichen eine effiziente, effektive und zuverlässige Qualitätsprüfung von Faltschachteln.
Um dies auszuschließen, haben sich Hersteller von Faltschachteln mit der Qualitätssicherungs-Strategie „Null-Fehler Produktion“ umfangreiche Prüfaufgaben auferlegt. Diese erstrecken sich über die gesamte Produktionskette -  die Druckvorstufe, den Druck, die Folienveredelung, das Stanzen und Prägen sowie das Falten und Kleben. Eine wesentliche Herausforderung ist, dass die Ansprüche und damit Prüfkriterien in den unterschiedlichen Faltschachtelsegmenten (von Kosmetika über Pharmazie zu Food-Verpackungen) sehr individuell sind.

Überwachung der „Null-Fehler-Produktion"

Aber wie stellt man sicher, dass nur „Null-Fehler Produkte“ zum Kunden gelangen? Die Antwort liegt auf der Hand: Am Ende der Produktionskette sollte jede Faltschachtel geprüft sein.

Der Mensch alleine kann diese Aufgabe nicht effizient und ausreichend wirkungsvoll bewältigen - hier ist also Unterstützung erforderlich. Extrem hochauflösende und leistungsfähige Kamerasysteme kombiniert mit einer angepassten Software ermöglichen eine effiziente, effektive und zuverlässige Qualitätsprüfung der Faltschachteln.

Aber wo setzt man diese Systeme ein? Einige Anbieter sind der Meinung partiell, also an jedem Glied der Produktionskette, ist eine Einzelüberwachung erforderlich. Dies ist technologisch sehr aufwendig und kann zu unbefriedigenden Ergebnissen führen. Beispielsweise wirkt eine Kameraeinrichtung in einer Faltschachtelklebemaschine aufgrund von Bauraum (Kamera von unten, da Druckbild unten) nur sehr eingeschränkt. Fehlerhaft ausgeworfene Faltschachteln können zudem nicht nochmal geprüft werden, da diese bereits gefaltet und geklebt die Maschine durchfahren haben.

Checkmate 50 als Rundum-Inspekteur

„Wir haben uns mit diesem Thema beschäftigt und bieten zusammen mit unseren Partnern Autoprint Machinery Manufacturers („Autoprint“) und Lucid Imaging („Lucid“) eine offline arbeitende Inspektionskontrolle an, die Checkmate 50“, so Jürgen Wyes, Geschäftsführer der QTM Service GmbH. Bei dieser Maschine werden die Faltschachteln über einen Riemeneinleger auf ein Vakuumband geführt, jedoch mit der Druckseite nach oben. Dadurch bietet der Prüfraum der Checkmate mehr Platz für insgesamt drei Hochleistungskameras in optimaler Anordnung; dies erlaubt eine umfassende und von störenden Lichteinflüssen unbeeinflusste Abtastung der Faltschachteln.
Bei der Checkmate 50 werden die Faltschachteln über einen Riemeneinleger auf ein Vakuumband geführt, jedoch mit der Druckseite nach oben. Dadurch bietet der Prüfraum sehr viel mehr Platz für die drei Hochleistungskameras. © Foto: QTM
Bei der Checkmate 50 werden die Faltschachteln über einen Riemeneinleger auf ein Vakuumband geführt, jedoch mit der Druckseite nach oben. Dadurch bietet der Prüfraum sehr viel mehr Platz für die drei Hochleistungskameras.

Über ein vom Anwender erstelltes Referenzbild aus allen Einzelnutzen der Stanzauflage werden die Prüfkriterien der Auflage festgelegt. In einem Durchgang prüft die Checkmate 50 dann Farbabweichungen, Codefehler, Textfehler, Druck-/Stanzpasser, fehlender Foliendruck, fehlende Blindprägung, Kratzer und vieles mehr. Von der Unterseite werden Textfehler oder Verschmutzungen erkannt. Als weitere Besonderheit, verfügt die Checkmate 50 über eine innovative, selektive Toleranzsteuerung. Diese erlaubt, nicht jedem Defekt überall und immer die gleiche Bedeutung beizumessen, denn die Sensitivität der Fehlererkennung kann für jede Prüfzone individuell angepasst werden.

Vom System als fehlerhaft erkannte Faltschachteln werden unbeschädigt separat ausgeschleust. Über das interne Diagnoseprogramm wird jeder fehlerhafte Nutzen gespeichert und mit allen Prüfergebnissen visualisiert. Der Anwender entscheidet dann, ob diese Faltschachteln mit veränderten Prüfparametern nochmals die Checkmate 50 durchlaufen, oder ob Sie entsorgt werden müssen. Somit ist gewährleistet, dass wirklich nur 100 % fehlerfreie Ware zum Kunden kommt.

Personalverlagerung statt Neueinstellung

„Es ist natürlich richtig, dass für diese Prüfung zusätzliches Personal zur Bedienung abgestellt werden muss. Aber es werden ja auch Mitarbeiter zur Sicherstellung der Produktqualität eingesetzt. Die Bedienung würde also allenfalls Personalkapazitäten verlagern“, so Wyes. „Darüber hinaus erhält das QS-Management aus den Fehlerprotokollen der Checkmate 50 wertvolle Informationen zur Fehlervermeidung bei Folgeaufträgen.“

Verfügbarkeit und Herstellung

QTM Service stellt die Checkmate 50 erstmalig im September 2017 für Tests durch Kunden im Werk Schwalmtal zur Verfügung. Gebaut wird die Checkmate 50 vom QTM-Partner Autoprint, Hersteller von Präzisionsmaschinen für die Druckindustrie mit Sitz in Coimbatore, Indien.

Erschienen in packREPORT Nr. 4 April/2017

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