Krones gewinnt Energy Efficiency Award 2017
Die energieautarke Brauerei überzeugt Fachjury und Publikum

Mittwoch, 29. November 2017 CO2-neutrales Bier? Das mag im ersten Moment nach einer unrealistischen Wirtshausidee klingen. Doch die Krones AG meint das bierernst. Denn der Technologiekonzern aus der Oberpfalz hat einen detaillierten Plan entwickelt, mit dem sich eine energieautarke und CO2-neutrale Brauerei auf die Beine stellen lässt.

v.l.n.r. Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, Dr. Ralph Schneid, Product Management Breweries, Krones AG, Norbert Ottmann, Beratung Energiekonzepte Fabriken, Krones AG
© Foto: Deutsche Energie-Agentur
v.l.n.r. Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, Dr. Ralph Schneid, Product Management Breweries, Krones AG, Norbert Ottmann, Beratung Energiekonzepte Fabriken, Krones AG
Das Forschungsprojekt „Brewery of the Future“ beschäftigt die Krones Entwickler bereits seit einigen Monaten. Im September dieses Jahres war das Konzept schließlich so weit ausgereift, dass es auf der Branchenleitmesse Drinktec zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Dass das Thema energieeffizientes Brauen nicht nur beim Fachpublikum, sondern auch bei den Konsumenten ankommt, zeigte sich vor allem beim Kongress der Deutschen Energie-Agentur (kurz: Dena) am 20. November. Nach einem Pitch des Krones Produktmanagers Dr. Ralph Schneid wurde der „Brewery of the Future“ der Publikumspreis des Energy Efficiency Awards zuteil. Zur Wahl standen insgesamt drei Finalisten, die im Vorfeld des Wettbewerbs von einer Fachjury ermittelt wurden. Der endgültige Sieger wurde dann am Nachmittag der Preisverleihung per Live-Voting ermittelt und gleich im Anschluss mit dem Award ausgezeichnet.

60 Prozent Energieeinsprung für Brauerei-Betreiber

Die praktische Umsetzung der energieautarken Brauerei erfolgt mittels mehrerer aufeinander abgestimmter Technologien. Zu deren Kernkomponenten zählen:

  • Eine Biogasanlage zum Verwerten der Reststoffe
  • Ein modifiziertes BHKW zum Gewinnen von Wärme und Strom
  • Eine kontinuierliche Sieben-Tage-Produktion zum Abbau von Lastspitzen 
  • Die Energieschaukel Equitherm, die überschüssige Energie aus dem Sudhaus anderen Prozessschritten zuführt
  • Eine neuentwickelte Abfülltechnik, die im Prozess benötigte Kühlenergie für Sekundärprozesse ermöglicht

Bei einem Produktionsvolumen von 2,6 Millionen Hektolitern Bier erzeugt die energieeffiziente Brauerei in Summe einen jährlichen Überschuss von 1.534 MWh Wärme sowie 1.066 MWh Strom, der sich an andere Abnehmer weiterverkaufen lässt. Die Einsparung an elektrischer Energie beläuft sich im Vergleich zu einer Standardbrauerei auf 30 Prozent, bei thermischer Energie sogar auf rund 60 Prozent.




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