ATEX approbierte Kontrollwaage

Montag, 17. Februar 2014

© Foto: Mettler-Toledo Garvens
Hersteller von Lebensmitteln, Pharmaprodukten, Kosmetika und mit hoher Geschwindigkeit transportierten Konsumgütern profitieren nun von der verbesserten Sicherheit ihrer Produktionslinien in explosionsgefährdeten Fertigungsumgebungen dank einer neuen Kontrollwaage mit ATEX-Zulassung von Mettler-Toledo Garvens. Die innovative Kontrollwaage XS3 verfügt über eine außergewöhnlich hohe Wägeempfindlichkeit, wodurch kostspielige Produktverluste auf ein Minimum reduziert werden. Darüber hinaus erfüllt ihr fortschrittliches Design die europäischen ATEX-Sicherheitsanforderungen für Geräte, die in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden. Da die Kontrollwaage über ein antistatisches Förderband verfügt, eignet sie sich zudem besonders gut zur Inspektion kleiner und leichtgewichtiger Produkte.

Die EU-Richtlinie 94/9/EG (ATEX 95) legt grundlegende Sicherheitsanforderungen für Geräte in Ex-Bereichen fest, z. B. für die Produktion staubiger, pulverförmiger Produkte oder brennbarer Gase und Aerosole. Diese Materialien können in größeren Mengen und bei Einwirkung einer entsprechenden Zündquelle eine Explosion verursachen, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Mitarbeiter und Geräte bedeutet. Gemäß den ATEX-Standards werden solche Produktionslinien nach Zonen klassifiziert, die sich auf Art und Schweregrad des Explosionsrisikos beziehen. Vor der Auswahl von Geräten für ihre Produktionslinie müssen Hersteller die entsprechende Dokumentation zur Bestätigung der Zonenklassifizierung beschaffen. Diese muss alle erforderlichen Informationen beinhalten, um Zulieferern die Bereitstellung der am besten geeigneten Lösungen zur Einhaltung der Vorschriften zu ermöglichen.

Neben der erstklassigen Wägeempfindlichkeit verfügt die Kontrollwaage XS3 über eine ATEX-Zertifizierung als Gerät der Kategorie 3 und eignet sich somit für den Einsatz in gasgefährdeten Umgebungen der Zone 2 (Kategorie 3G) sowie Staubatmosphären der Zone 22 (Kategorie 3D). Das Förderband des Systems wurde für den Transport leichtgewichtiger Produkte konzipiert und besteht aus antistatischem Kunststoff, der in Kombination mit dem elektrisch leitenden Edelstahlgehäuse den Förderbandmotor und die Wägezellen umschließt und das Risiko einer Funkenbildung durch eine statische Aufladung minimiert.

Der Steuerschrank – eine der drei Hauptkomponenten der Kontrollwaage – ist hermetisch abgedichtet, sodass ein Kontakt der elektronischen und elektrischen Komponenten im Steuerschrank mit der umgebenden explosionsgefährdeten Atmosphäre vermieden wird. Auch beim Bedienterminal wurden antistatische Materialien verwendet, um das Risiko der elektrischen Funkenbildung zu reduzieren und das Terminal als Zündquelle auszuschließen. Darüber hinaus wurden spezielle Anschlusszuführungen für Kabel und Funktionen zur Energiebegrenzung für Schalter und Sensoren entwickelt, um maximalen Explosionsschutz zu gewährleisten.

„Alle Elemente der XS3-Kontrollwaage mit ATEX-Zertifizierung, darunter die Wägevorrichtung, das Bedienterminal und der Steuerschrank, sind auf die strenge Einhaltung von Sicherheitsstandards ausgelegt“, erläutert Thorsten Germersdorf, Product Manager bei Mettler-Toledo Garvens. „Bei den meisten Szenarien ist allein die explosionsgeschützte Wägevorrichtung der explosionsgefährdeten Atmosphäre ausgesetzt, Terminal und Schrank sind sicher isoliert, sodass der maximale Schutz aller am System tätigen Bediener stets gewährleistet ist.“

HMI und Steuerschrank können gemäß den ATEX 3-Spezifikationen speziell für den Einsatz in Produktionslinien angepasst werden, bei denen eine Isolierung der explosionsgefährdeten Zone problematisch ist. Die Kontrollwaage XS3 verfügt über eine ATEX-Dokumentation mit einer Konformitätserklärung, Wartungsempfehlungen und Sicherheitsanforderungen für den sicheren Maschinenbetrieb.

Die Waage kann mit zusätzlichen Funktionen ausgestattet werden, um die individuellen Anforderungen der jeweiligen Produktionslinie zu erfüllen und die Einhaltung ähnlich gestalteter Sicherheitsrichtlinien in außereuropäischen Märkten sicherzustellen. Hierzu zählen die Richtlinien des National Supervision and Inspection Centre for Explosion Protection and Safety of Instrumentation (NEPSI) in China, der Korean Occupational Safety and Health Agency (KOSHA) in Korea sowie der Factory Mutual Insurance Company (FM Global) in den USA. Benannte Stellen, wie der Technische Überwachungsverein (TÜV) und der Deutsche Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein (DEKRA) oder Sira Certification in Großbritannien, können mit der Durchführung unabhängiger Konformitätsbeurteilungen beauftragt werden. Auf dieser Grundlage kann die Konformität mit außereuropäischen Standards belegt werden.

„Bei vielen Herstellungsprozessen besteht ein Explosionsrisiko, sogar bei Lebensmitteln und Kosmetika. Deshalb müssen die Hersteller ihr Möglichstes tun, um die Gefahr für Mitarbeiter zu minimieren und mögliche Schäden an ihren Anlagen zu verhindern“, erläutert Kerstin Bernhart, Marketing Manager bei Mettler-Toledo Garvens. „Zudem suchen viele Hersteller aus den unterschiedlichsten Branchen angesichts steigender Produktionskosten nach Möglichkeiten zur Erhaltung ihrer Gewinnmargen, indem sie die unnötige Verschwendung von Produkten auf ein Minimum reduzieren.  Eine fortschrittliche, empfindliche Kontrollwägetechnik, die die strengen Voraussetzungen für eine ATEX-Zertifizierung erfüllt, ermöglicht den Herstellern nicht nur die Optimierung der Produktionslinieneffizienz, sondern auch die Einhaltung höchster Sicherheitsstandards für ihre Mitarbeiter.“

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BU: Die Kontrollwaage ist ATEX appropiert und wurde zur Optimierung von Produktionslinien entwickelt.

Foto: Mettler-Toledo Garvens
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