Gerresheimer - hygienisch und sicher verpackt
Pharmaglas-Produktion mit modernen Packrobotern

Montag, 30. Januar 2017 Die Kunden aus der Pharmabranche bestellen jedes Jahr bei Gerresheimer in den Werken Essen und Lohr mehrere 100 Mio. Glasbehälter zur Verpackung von Medikamenten. Sind die Gläser produziert, müssen sie an den Kunden geliefert werden. Seit kurzem helfen Packroboter, die Pharmagläser gut und sicher zu verpacken.

Der Roboterarm legt ein Safe Pack auf der Palette ab
© Foto: Gerresheimer
Der Roboterarm legt ein Safe Pack auf der Palette ab
„Die innovative Automatisierung unserer Produktionsabläufe sichert den Standort und verbessert die Qualität unserer Produkte“, sagt Dr. Jürgen Unruh, Geschäftsführer bei Gerresheimer in Essen. Er ergänzt, dass die Installation der Packroboter in Essen Vorbildfunktion für andere Werke der Gerresheimer Gruppe haben wird.

Pharmazeutische Verpackungen, wie die Pharmaflaschen aus Glas von Gerresheimer, unterliegen strengsten Vorschriften und müssen keim- und partikelarm sein. Bei den hohen Temperaturen während der Glasformung werden alle Keime abgetötet. Um auch danach eine Kontaminierung auszuschließen, gelangen die Flaschen nach Durchlaufen des Entspannungsofens über ein Förderband direkt in den Reinraum. Mit Hilfe von verschiedenen mechanischen und optischen Kontrollen werden fehlerhafte Flaschen aussortiert. Nach der letzten Kontrolle werden die Flaschen bereits im Reinraum in der gewünschten Gebindegröße in einem Safe Pack, einer Sicherheitsschrumpffolie, keimfrei und hermetisch verpackt.

Die Safe Packs müssen so verpackt und palettiert werden, dass sie bruchsicher transportiert werden können. Bislang wurden sie von Mitarbeitern im Schichtdienst auf die Transportpaletten gepackt. Diese Arbeit erfordert viel Kraft, Konzentration und hat eine hohe Taktung. Um die daraus resultierenden Fehler in der Verarbeitung künftig auszuschließen, hat sich Gerresheimer zu einer weitgehenden Automatisierung der Palettierung entschlossen.
Steuerung der Safe Packs am Touchscreen © Foto: Gerresheimer
Steuerung der Safe Packs am Touchscreen


Über 1000 Packbilder

Die Auftragsnummer ist der Schlüssel, unter dem alle Daten für die Palettierung hinterlegt sind. Die Safe Packs werden gemäß Kundenspezifikation in der Verpackungsmaschine im Reinraum formiert und in die Folie eingeschweißt. Aktuell gibt es rund 1500 verschiedene Packbildvarianten, davon sind rund 1000 im Bereich der Safe Packs angesiedelt. Die Prüfung der Safe Packs auf das korrekte Packbild erfolgt künftig durch eine visuelle Dauerkontrolle mittels Kamerasystem mit 100%iger Zuverlässigkeit.


Die automatisierte Verpackung

Die Safe Packs werden über ein Fördersystem vom Reinraum zu den Roboter-Systemen transportiert und ausgerichtet. Der Roboter entnimmt vom Abnahmeplatz ein Safe Pack und legt es auf der Palette gemäß Packvorschrift ab. Dabei kann der Bediener über Touchscreen die Lage der Safe Packs beim Einrichten steuern. Bevor die nächsten Safe Packs in der zweiten Ebene abgelegt werden, entnimmt der Packroboter eine Zwischenlage zum Schutz. Die fertige Palette wird zum Pufferplatz vor den Drehteller befördert, dann folgt die nächste. Die Palettenzettel werden manuell von einem Bediener befestigt, der sie auch final freigibt. Danach können die Ausschleusung der Paletten und deren Transport zur Schrumpfverpackungsanlage erfolgen.
Die fertige Palette auf dem Weg zur Schrumpfungsanlage © Foto: Gerresheimer
Die fertige Palette auf dem Weg zur Schrumpfungsanlage

stats