Mehr Transparenz im Warenfluss
Testo Industrial Services baut RFID-Projekt mit AISCI aus

Mittwoch, 06. September 2017 Testo industrial services setzt für die effiziente Abwicklung der zu kalibrierenden Messgeräte auf eine RFID-Lösung. Beratungs- und Umsetzungspartner ist der Auto-ID-Spezialist AISCI Ident.

Am Laboreingang wird auf einem Bildschirm die Scannung angezeigt.
© Foto: Testo industrial services
Am Laboreingang wird auf einem Bildschirm die Scannung angezeigt.
Testo industrial services wächst mit rund 20 Prozent pro Jahr, die zu überprüfende Anzahl an Geräten steigt stetig weiter an. Um dieses Volumen effizient abwickeln zu können und die Transparenz in den Prozessabläufen zu erhöhen, haben Testo und AISCI Ident eine leistungsfähige RFID-Lösung entwickelt. „In der Vergangenheit wussten wir nicht zu jedem Zeitpunkt des Prozesses, wo sich ein Kundengerät in unserem weitläufigen, dreistöckigen Gebäude gerade befindet“, sagt Andreas Lickert, Leiter Logistik bei Testo industrial services am Unternehmenssitz in Kirchzarten im Schwarzwald. „Heute ist das vollkommen klar.“ 

In einem ersten Schritt hat das Unternehmen in der Auftragsabwicklung bereits vor einigen Jahren eine Barcodelösung mit Handscanner eingeführt, um die Geräte zu erfassen. Dies stellte zumindest die eindeutige Verknüpfung von Gerät und Auftrag sicher. An der Transportkiste, in der das Kundengerät liegt, wurde jetzt in einem zweiten Schritt ein RFID-Tag angebracht und acht RFID-Gates im Gebäude installiert. Die RFID-Reader sind mit einem Präsenzmelder ausgestattet, die Antennen werden erst aktiv, sobald ein Transportwagen beziehungsweise Transportbehälter ankommt. Da die Behälter während des gesamten Vorgangs – und bei Bedarf auch im Fahrdienst zum Kunden – nicht mehr ausgetauscht werden, also kein Umpacken der Geräte mehr stattfindet, ist somit die Transparenz des Prozessablaufes garantiert. „An sämtlichen neuralgischen Punkten wie der Auftragsannahme, dem Übergang zu den Laboren oder dem Versand sind RFID-Gates installiert, an denen die Nummern der Transportbehälter beim Empfänger erfasst werden“, erklärt Lickert. „Dadurch können System und Auftrag transparent und verwechslungsfrei quasi rund um die Uhr nachverfolgt werden.“ Auch die gesamte Historie jedes einzelnen Vorgangs ist lückenlos dokumentiert.


Pulkerfassung als wesentlicher Vorteil

Einer der großen Vorteile der RFID-Lösung ist die Pulkerfassung, die ein paralleles Auslesen mehrerer unterschiedlicher Tags über stationäre Lesestationen in den Übergängen etwa zum Wareneingang oder den Laboren ermöglicht. „Wenn sich auf einem Transportfahrzeug verschiedene Transportbehälter befinden, können diese alle auf einmal erfasst werden“, sagt AISCI-Projektleiter Sascha Radovic. „Das spart enorm Zeit und Kosten.“

Zunächst hat AISCI zu Demozwecken im Vorfeld eine stationäre Anlage des Herstellers Alien Technologies, bestehend aus dem UHF RFID Reader/Writer ALR-9900+ EMEA und zirkularen RFID-Antennen, installiert. Damit wurde die Möglichkeit der Pulkerfassung getestet. Schnell hat sich herausgestellt, dass die UHF-Frequenz die einzig mögliche Lösung war, um auf einer größeren Lesedistanz eine gute Pulkerfassung zu ermöglichen. Diese Pulkerfassung habe auch den entscheidenden Zeitvorteil und bessere Transparenz gegenüber einer Barcodelösung geliefert. „Bereits im Test hat sich bestätigt, dass die Lösung sehr gute Erfassungsergebnisse liefert“, sagt Radovic. „Testo hat im Vorfeld auch andere Anbieter im Test gehabt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis und die unterschiedlichen Möglichkeiten der Datenübertragung über RS232 oder LAN/Ethernet sowie die Möglichkeit einer schnellen Inbetriebnahme haben dann den Ausschlag für unsere Anlage von Alien gegeben.“
Die Montageansicht der RFID-Antennen im Detail. © Foto: Testo industrial services
Die Montageansicht der RFID-Antennen im Detail.

Als Kennzeichnungslösung für die Behälter wurden Smart-Labels des gleichen Herstellers ausgewählt, weil dieser bereits in seinen Standardformaten eine breite Auswahl widerstandsfähiger bedruckbarer Etiketten liefert. „Das Aufkommen beziehungsweise der Nachdruck der Etiketten hält sich in Grenzen, daher hat sich Testo zum Beschreiben der RFID-Tags und parallelem Bedrucken der Etiketten auf Empfehlung von AISCI für den Desktop-Drucker Zebra ZD500R entschieden“, so Radovic.


Acht weitere RFID-Stationen kommen zum Einsatz

Mit dem bisher Erreichten ist man bei Testo industrial services sehr zufrieden. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Beratungskompetenz von AISCI Ident haben uns von Anfang an überzeugt“, zieht Logistikchef Lickert ein erstes positives Zwischenfazit. „Die AISCI-Mitarbeiter waren da, sobald man sie gebraucht hat – das hat die Zusammenarbeit für uns sehr angenehm gemacht.“ Auch die Nachverfolgung der Prüfmittel beziehungsweise Messgeräte, die zu groß für die Transportkisten sind und bei denen das RFID-Etikett direkt auf Metall aufgebracht werden müsste, wurde in dem Projekt mit einer anderen Lösung realisiert.

„Aus diesem Grund haben wir uns auch dazu entschieden, diese RFID-Anwendung im Unternehmen weiter auszurollen“, so Lickert. „Aus Platz- und Kapazitätsgründen entsteht derzeit ein neues Gebäude, das wir im Verlauf des ersten Quartals 2017 in Betrieb nehmen werden und wo wir auch auf RFID setzen werden.“ Testo industrial services hat hierfür mittlerweile acht weitere stationäre Anlagen bestellt. Diese sollen nach Fertigstellung des neuen Gebäudes installiert werden. Außerdem will der Kalibrierungsspezialist zeitnah drei weitere Standorte mit einer ähnlichen Lösung ausstatten, um auch dort die Transparenz in den Abläufen weiter zu erhöhen.





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