B+B: Anwendungsbericht Dr. Franz Köhler Chemie GmbH
Ausstattung mit serialisierten Datamatrix-Codierungen

16.05.2018 Um den gesetzlichen Vorgaben der neuen FMD-Richtlinien entsprechen zu können, wird man bei Dr. Franz Köhler Chemie GmbH künftig alle etikettierten Produkte und deren Verpackungen mit serialisierten Datamatrix-Codierungen nach internationalen Standards ausstatten.

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© Foto: B+B Automations- und Steuerungs-GmbH
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Damit soll die Nachverfolgbarkeit des Produkts, der Charge und der Verkaufseinheit über alle Logistikebenen zuverlässig abgedeckt werden.
Zur Umsetzung dieser Ziele mussten entsprechende Track & Trace-Funktionalitäten in neue und vorhandene Konfektionierungsanlagen integriert werden. Außerdem ist die Erweiterung der IT-Infrastruktur erforderlich, um mit geeigneter Software das Handling der Informationen und deren Steuerung/Zuteilung an die einzelnen Anlagen zu übernehmen. Hard- und Softwarekomponenten sollen modular aufgebaut sein, damit bei neuen Anforderungen jederzeit nachgerüstet werden kann.

Die 1959 gegründete Firma Dr. Franz Köhler Chemie GmbH wurde von Dr. Gernot Köhler in zweiter Generation zu einem innovativen, forschungsstarken und leistungsfähigen Pharmaunternehmen ausgebaut. Die Produkte des Unternehmens, Organprotektive Lösungen, Röntgenkontrastmittel, Antidota, Elektrolytlösungen sowie Arzneimittel für die Intensivmedizin, belegen Spitzenpositionen im internationalen Vergleich. Nahezu alle Produkte stammen aus eigener Forschung und Entwicklung. Die Herstellung der flüssigen Arzneimittel erfolgt am Standort Bensheim unter GMP-Bedingungen, die den höchsten internationalen Ansprüchen entsprechen. 160 Mitarbeiter produzieren ca. 30 verschiedene medizinische Produkte im täglichen Einschichtbetrieb.


Hardwarekomponenten des Projekts

Als Partner für die Realisierung dieses Projektes wählte man die B+B Automations- und Steuerungstechnik GmbH in Beerfelden. Mit ausschlaggebend für diese Wahl waren Ortsnähe und hohe Beratungskompetenz.

Die von B+B gelieferten Hardwarekomponenten beinhalten unter anderem:

1) HSF – einen leistungsstarken Friktionsanleger, der Faltschachteln aus dem Stapel heraus vereinzelt und mit zwei parallel laufenden Gurtbändern zur Bedruckungsstation führt. Dort werden sie durch einen Thermal-Inkjet mit Serialisierungsdaten in Form von Strich- oder Datamatrixcodes und Text gekennzeichnet. Die gedruckten Daten werden durch eine integrierte Kamera gelesen und im Dialog mit der b+b Site Manager Software ausgewertet. Danach werden die Faltschachteln manuell vom Schuppenauslageband entnommen und an verschiedene Handverpackungslinien verteilt.

2) STS – eine Arbeitsstation für das Einlesen von bereits serialisierten Produkten. Eine Formatdatenbank stellt die aktuellen Auftragsdaten bereit und zeigt diese auf dem Bildschirm der STS an. Der Bediener legt nacheinander die bereits mit Seriennummern bedruckten und etikettierten Packungen auf das Sichtfeld des Arbeitstisches und startet den jeweiligen Lesevorgang per Fußschalter. Eine integrierte Kamera registriert den sichtbaren Serialisierungscode und leitet diesen an die angeschlossene Datenbank weiter. Nach dem Erreichen der vorgegebenen Stückzahl pro Verpackungseinheit generiert die STS ein auftragsbezogenes Etikett für die Faltschachtel. Nachdem die Etikettenentnahme der Datenbank per Handscanner gemeldet wurde, ist die STS bereit für das Einlesen weiterer Produkte.

3) LSS-V – eine Kameraeinheit mit Serialisierungsmodul (Leseeinheit), integriert in eine bestehende Produktionslinie.
Produkte werden manuell auf ein Transportband gesetzt und dann kontinuierlich an der Kamera vorbeigeführt. Dort erfolgt die Lesung und Auswertung der vorgedruckten Serialisierungsdaten im Dialog mit den b+b Software Modulen (b+b SiteServer und b+b SiteManager. Bei nicht lesbaren Daten wird das Band gestoppt und die manuelle Entnahme der nicht lesbaren Produkte per Lichtschranke überwacht.
Die Steuerung und Datenkommunikation der beschriebenen Hardwarekomponenten fügt sich nahtlos in die IT-Infrastruktur des Kunden ein.

Softwarekomponenten des Projekts

Der b+b Site Server dient als zentrale Datenbank und übergeordnete Schaltzentrale für alle  weiteren Softwaremodule. Es werden Datenbank-Daten und Nutzerberechtigungen verwaltet. Von hier aus erfolgt auch die Kommunikation mit den Produktionslinien und externen Systemen sowie  der Daten- und Meldungsaustausch mit externen Repository- Datenbanken (z.B. EU-Hub) auf XML-Basis.

Die zentrale Verwaltungssoftware für die Datenbank des b+b Site Servers ist der b+b Site Manager. Er bedient die Benutzeroberfläche zur Verwaltung aller Fertigungsaufträge und beschickt die Produktionslinien mit den Produktionsdaten. Nach Chargenende werden die gesammelten Daten, unter anderem auch die Listen der Seriennummern, automatisch von den Linien an den b+b Site Manager zurückgemeldet.
 
Alle Serialisierungsaufträge in der Produktion werden durch die b+b Work Order Label Module Software erzeugt. Hier werden die für einen Auftrag erforderlichen  pharmaspezifischen Daten (z.B. Auftrags-, Artikel- und Chargennummer, Verfallsdatum und mehr) eingegeben oder per Handscanner erfasst. Ergänzend dazu werden von der Software automatisch die für den Auftrag benötigten Seriennummern generiert oder importiert. Anschließend kann der Auftrags-Datensatz für ein sofortiges Drucken von serialiserten Produktetiketten oder Faltschachteln genutzt werden.

Wichtig zu erwähnen ist auch das b+b Aggregation Module. Es realisiert Druck, Prüfung und Erfassung der Aggregations- und Seriennummern aller Primär-, Sekundär- und Tertiäretiketten. Das Modul greift dafür auf die in der Datenbank des b+b Site Servers enthaltenen Auftrags-, Chargen- und Artikeldaten zu, die mit der Site Manager Software verwaltet werden.  

Zu guter Letzt sollte auch das für den Versand integrierte b+b Packing List Module genannt werden. Damit werden die serialisierten Produktetiketten per Handscanner beim Verpacken erfasst. Das Softwaremodul übergibt sowohl die erfassten Nummern als auch die Versandnummer an den b+b Site Server und veranlasst den automatischen Druck einer Packliste.

Fazit

Nach jetzigen Stand des Projektes und der Support in den einzelnen Projektphasen wird die mit b+b gemachten Erfahrungen von der Dr. Franz Köhler Chemie sehr positiv bewertet:
Neben einem fairen Preis-/Leistungsverhältnis waren die solide, einfach zu bedienende  Gerätetechnik und komfortable Steuerung des gesamten Systems ausschlaggebend für unsere Kaufentscheidung. Hervorheben möchten wir auch das sehr gute  Prozessverständnis des Lieferanten für unsere teilweise speziellen und sehr individuellen Vorgaben und deren erfolgreiche Umsetzung.
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