Fazit der Interplastica und Upakovka in Russland
Russischer Markt gewinnt wieder an Schwung

Freitag, 10. Februar 2017 In Russland blickt man zuversichtlich auf das gerade begonnene Jahr: Nach schwierigen Zeiten, geprägt von politischen Spannungen, Ölpreisverfall und Rubelschwäche, gehen Experten jetzt davon aus, dass die heimische Wirtschaft die Rezession hinter sich lassen wird. Auch die Weltbank prognostiziert für 2017 ein Wirtschaftswachstum in Russland.

Das Forum Innovationparc
© Foto: Strajin Igor
Das Forum Innovationparc
Westliche Unternehmen setzen auf den Aufschwung und sehen sich darin bestätigt, ihre Geschäftskontakte auch in Krisenjahren gepflegt zu haben. Dass diese positiven Zukunftsaussichten insbesondere in der Kunststoff-, Kautschuk- und Verpackungsbranche und den verwandten Prozessindustrien gelten, bewiesen jetzt die Fachmessen Upakovka, 25th International Trade Fair for Processing & Packaging, und Interplastica, 20th International Trade Fair Plastics and Rubber, in Moskau. Die Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen führt zu einer wachsenden Nachfrage in der Produktion von Kunststoff- und Gummierzeugnissen und Verpackungen. Rund 800 Unternehmen aus 33 Ländern präsentierten vom 24. bis 27. Januar ihre Innovationen im Messegelände SAO Expocenter in Krasnaja Presnja.

23.000 Fachleute aus ganz Russland und den Nachbarstaaten besuchten die beiden Fachmessen. 2016 wurden 20.900 Besucher registriert. Die Stimmung in den Hallen war auffallend gut, die Aussteller berichteten von interessierten und auch orderbereiten Geschäftsleuten. Fachbesucher nutzen hier die Gelegenheit, die Neuentwicklungen des Weltmarktes kennenzulernen und gleich vor Ort mit den Anbietern zu verhandeln.

Westliche Technologie steht bei russischen Unternehmen nach wie vor hoch im Kurs. Und es besteht weiter erheblicher Investitionsbedarf: Insbesondere in der Produktion von Verpackungen, Nahrungsmitteln und Konsumgütern müssen die Prozesse und die Qualität der Produkte weiter optimiert werden.

Sonderthemen setzen Akzente

Wie groß das Interesse an innovativen Technologien ist, zeigte sich zur Upakovka auch in den neuen Sonderthemen der Messe. So erlebte der Innovationparc eine viel beachtete Premiere. Gut kam auch das Thema „75 Jahre PET“ an, das federführend vom VDMA-Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen organisiert und inhaltlich vom Industrieverband Kunststoffverpackungen (IK) unterstützt wurde.

Ebenfalls für große Aufmerksamkeit und Medienresonanz sorgte der offizielle Launch der Initiative Save Food auf dem russischen Markt. Schätzungen zufolge werden in Russland bis zu etwa 25% aller produzierten Nahrungsmittel nicht konsumiert. Ein Wert, der zwar unter dem weltweiten Durchschnitt von einem Drittel liegt, aber dennoch deutlich zu hoch ist.

2018 soll der Themenkomplex Industrie 4.0 im Fokus stehen.


Ausbau russischer Nahrungsmittelproduktion

Die deutschen Anbieter von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen gehören nach wie vor zu den wichtigsten Lieferanten für russische Betriebe. Vera Fritsche vom VDMA-Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen beurteilt die momentane Situation mit vorsichtigem Optimismus:

„Deutsche Technik ist nach wie vor gefragt. Dies zeigte sich auch auf der diesjährigen Upakovka. Der Ausbau der russischen Nahrungsmittelproduktion schreitet voran und russische und internationale Unternehmen investieren weiter in den Auf- und Ausbau der lokalen Produktionskapazitäten. Nach einer längeren Durststrecke hat sich 2016 die Nachfrage Russlands nach Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen aus deutscher Produktion wieder leicht erholt. In den ersten 11 Monaten von 2016 importierte Russland Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen aus deutscher Produktion im Wert von 304 €, ein Plus von knapp 8% im Vergleich zur Vorjahresperiode. Die deutschen Unternehmen sind wieder zuversichtlicher. So konnten einige auf der Messe Geschäftsabschlüsse tätigen und viele erwarten eine positive Entwicklung des Nachmessegeschäfts.“
stats