Offener Brief von „Rethink Plastic“ an EU-Kommission
NGOs fordern Reduzierung von Kunststoff

Montag, 17. Juli 2017 Die NGO „Rethink Plastic“ hat in einem offenen Brief an die EU-Kommission ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Benutzung von Kunststoff gefordert.

Kernteil der Forderung ist eine Optimierung der Recyclingprozesse von Kunststoffen.
© Foto: Fotolia/Africa Studio
Kernteil der Forderung ist eine Optimierung der Recyclingprozesse von Kunststoffen.
Die Rethink Plastic Allianz ist teil der weltweiten NGO-Bewegung gegen Kunststoffverschmutzung und setzt sich aus  NGOs wie dem „European Environmental Bureau“, der „Friends of the Earth Europe“, „Seas at Risk“ und „Zero Waste Europe“ zusammen. In dem offenen Brief wendet sich die Allianz an den Vizepräsident der EU-Kommission Frans Timmermans und fordert klare Maßnahmen zur Verminderung der Plastikmüllproduktion. Diese Maßnahmen sollen im Rahmen einer offiziellen EU-Strategie zur Reduzierung von Kunststoffmüll festgelegt werden.

Im Einzelnen fordert Rethink Plastic einen „festen Zeitplan, um baldmöglichst konkrete Maßnahmen einleiten zu können“. Da reines Recycling besonders im Hinblick auf Micro Plastics nicht effizient genug sei, müsse die Summe der Plastikprodukten eingedämmt werden, so die Argumentation von Rethink Plastic. Die Produktion von Einwegartikeln sollte minimiert werden. Weiter sollten Produkte zugunsten von besserer Langlebigkeit, Wiederverwendbarkeit, Gesundheitsgefährdung und Recycling überarbeitet werden. Schlussendlich fordert der Verband eine bessere Organisation der gesamten Wertschöpfungskette, um ein Maximum an Recycling zu erreichen.

Timmermans wird aufgefordert, aussagekräftige Gesetze gegen Kunststoffe nach der Sommerpause des EU-Parlaments auf den Weg zu bringen. Nebenher soll es einen auf Social-Media-Plattformen aufbereiteten „Plastic-Free Day“ geben.

Wie realistisch die Vision von „Rethink Plastic“ ist, bleibt abzuwarten. Gerade in hygienekritischen Bereichen wie etwa der Medizin oder der Lebensmittelverpackung ist nicht mit einem Abrücken von Einweglösungen zu rechnen.

Den offenen Brief im Original lesen Sie hier.
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