Multi-Shop- und Marktplatz-Strategien an der Spitze
Studie: EHI und Statista erfassen E-Commerce-Markt in Deutschland

Dienstag, 12. September 2017 Wie in den vergangenen Jahren konnte der deutsche E-Commerce-Umsatz auch in 2016 deutlich zulegen. Die deutschen Top 100 E-Commerce-Händler erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz – mit physischen Gütern – von 27,4 Mrd. Euro. Verglichen mit den Onlineumsätzen im Jahr 2015 (24,4 Mrd. Euro) bedeutet dies eine Umsatzsteigerung von gut 12 Prozent. Dies ergab die Studie „E-Commerce-Markt Deutschland 2017“.

Nicht unerwartet ist Amazon am Umsatzstärksten in Deutschland.In der Schweiz erreichen sie nur Platz drei.
© Foto: EHI Retail Institute
Nicht unerwartet ist Amazon am Umsatzstärksten in Deutschland.In der Schweiz erreichen sie nur Platz drei.
Ein Großteil des deutschen Onlineumsatzes fällt erneut auf die Top 3: Amazon.de (8,1 Mrd. Euro), Otto.de (2,7 Mrd. Euro) und Zalando.de (1,1 Mrd. Euro) erzielen gemeinsam rund 12 Mrd. Euro Umsatz – das entspricht rund 44 Prozent des Gesamtumsatzes der Top 100.

„Es ist kein Zufall, dass gerade die Top-3-Onlineshops auch als Plattform bzw. Marktplatz agieren, da ihre große Kundenbasis ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Die Beispiele Otto und Media Markt Saturn zeigen aber, dass auch eine Multi-Shop-Strategie erfolgreich sein kann“, so Christoph Langenberg, E-Commerce-Experte beim EHI.
Multi-Shop- und Marktplatz-Strategien

Auch wenn in diesem Ranking Marktplatzumsätze nicht berücksichtigt werden, ist doch auffällig, dass die Top-3-Player ihre Onlineshops auch als Marktplätze betreiben. Ihr großer Bekanntheitsgrad verschafft ihnen einen besseren sowie breiteren Kundenzugang und macht sie zu einem attraktiven Partner für andere Händler.

Der Erfolg von Multi-Shop-Strategien zeigt sich im Ranking vor allem an der Otto Group und Media Markt Saturn Retail Group. Otto mit mehr als 10 Shops in den Top 100 erwirtschaftet über 4,8 Mrd. Euro. Mediamarkt.de, Saturn.de und Redcoon.de, die alle zum selben Unternehmen gehören, würden zusammengerechnet mit einem Umsatz von 1,03 Mrd. Euro an vierter Stelle rangieren. Mit ihren unterschiedlichen Shops können die Unternehmen verschiedene Zielgruppen erreichen und deren individuelle Shopping-Bedürfnisse bedienen. Zugleich besetzen sie wichtige Nischen in einem dynamischen Markt.

Bewegung bei Lebensmitteln und Medikamenten

Als erster Lebensmittelvollsortimenter hat Rewe.de es mit Platz 58 und einem Umsatz von 108 Mio. Euro in Liste der Top 100 geschafft. Auch Hellofresh.de hat eine gute Entwicklung gezeigt und ist von Platz 63 auf Platz 27 vorgerückt. Die Branche erwartet für das laufende Geschäftsjahr die Zahlen des in diesem Jahr gestarteten Online-Lebensmittel-Services Amazon Fresh.

Auch der Onlinehandel mit Medikamenten nimmt Fahrt auf. Acht Apotheken befinden sich mittlerweile im Ranking und erzielen zusammen rund 1 Mrd. Euro Umsatz. An deren Spitze rangiert Docmorris.de auf Platz 15 mit 317 Mio. Euro Umsatz.
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