Mit Henkel und Saperatec in Richtung Kreislaufwirtschaft
Verbundfolien effektiv wiederverwerten

Montag, 02. Oktober 2017 Flexible Verpackungen werden immer beliebter. Das Marktsegment wächst stetig, einer Studie von Smithers Pira zufolge bis 2020 auf 114 Milliarden Dollar. Mit Blick auf die vielseitige Einsetzbarkeit dieser Verbundmaterialien und ihre herausragenden Verpackungseigenschaften verwundert das nicht: So schützen flexible Verpackungen vor allem Lebensmittel optimal vor Umwelteinflüssen und verlängern deren Haltbarkeit.

Der Einsatzbereich flexibler Verpackungen ist groß – genau wie das Wachstum dieses Marktsegments. Nachhaltige Lösungen für das Recycling werden entsprechend immer wichtiger
© Foto: Henkel AG & Co. KGaA
Der Einsatzbereich flexibler Verpackungen ist groß – genau wie das Wachstum dieses Marktsegments. Nachhaltige Lösungen für das Recycling werden entsprechend immer wichtiger
Dabei sind sie leicht, robust und platzsparend – ein entscheidender Vorteil in der Logistik. Und nicht zuletzt weisen sie so auch eine gute CO2-Bilanz auf. Doch in ihrer Zusammensetzung aus verschiedenen Materialien liegt in puncto Nachhaltigkeit auch eine Herausforderung: Ihr Recycling ist komplex. Das gilt insbesondere für Folienverbunde aus unterschiedlichen, für die Wiederverwertung inkompatiblen Materialien. Gemeinsam mit dem führenden Hersteller für Klebstoffe Henkel hat der Technologieanbieter Saperatec nun eine Lösung entwickelt, um die einzelnen Schichten aufzutrennen. So wird eine Wiederverwertung möglich. Für die Verpackungsindustrie ist das ein wichtiger Schritt, denn die gesetzlichen Vorgaben zur Wiederverwertung von Kunststoffen werden verschärft. Zudem können die Unternehmen so ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele besser erreichen.

Die Bestandteile aus endlichen Ressourcen müssen erneut dem Produktionsprozess zugeführt werden

Die Popularität von flexiblen Verpackungen ist auf ihre vorteilhaften Eigenschaften zurückzuführen. Denn im Verbund kommen die verschiedenen Stärken der einzelnen Lagen zum Tragen. Doch eben diese Verbindung der unterschiedlichen Materialien macht den Recyclingprozess zu einer Herausforderung: Oft bleibt nur die Möglichkeit einer thermischen Verwertung. Eine effektive Kreislaufwirtschaft (englisch: Circular Economy) ist aber nur möglich, wenn die Bestandteile aus endlichen Ressourcen erneut dem Produktionsprozess zugeführt werden können. Nur so lässt sich die Entkopplung von Wachstum und Ressourcenverbrauch erreichen.

Recycling und Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft als Kernelementen der europäischen Nachhaltigkeitsstrategie

Rückenwind erhält die Entwicklung auch durch die Politik: Das Recycling und die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft gehören zu den Kernelementen der europäischen Nachhaltigkeitsstrategie. Damit möchte die Europäische Union sicherstellen, dass Wirtschaftswachstum, Umweltschutz und soziale Integration Hand in Hand gehen. Einen weiteren wichtigen Impuls setzt das im März 2017 in Deutschland verabschiedete Verpackungsgesetz. Der Bundestag fordert darin bis 2022 einen deutlichen Anstieg der Recyclingrate gebrauchter Verpackungen von bisher 50,2 Prozent auf mindestens 63 Prozent.

Saperatec und Henkel bieten eine neue Recycling-Lösung

Um hier im Bereich der flexiblen Verpackungen geeignete Lösungen zu bieten, kooperiert der Klebstoffhersteller Henkel mit Saperatec, dem Technologieführer für das Auftrennen von verklebten aluminiumhaltigen Verbundstrukturen.
Die 2011 gegründete Saperatec GmbH hat hierfür eine patentierte Technologie entwickelt, die Mehrschichtverbundmaterialien in die einzelnen Lagen zerlegt. Dieses Verfahren ermöglicht eine höchstmögliche stoffliche Wiederverwertung, sodass auf die Verbrennungsprozesse der energetischen Verwertung komplett verzichtet werden kann. Um dies zu verwirklichen betreibt das in Bielefeld ansässige Unternehmen seit 2014 eine Pilotanlage. Den Verarbeitungsprozess in der Anlage erklärt Dr. Sebastian Kernbaum von Saperatec: „Proprietäre Trennflüssigkeiten ermöglichen erstmals in einem Recyclingverfahren das Trennen der einzelnen Verbundschichten. Diffusionsprozesse an den Grenzflächen erlauben dabei eine Auftrennung, ohne das Material aufzulösen. Die einzelnen Lagen (Polyethylen, PET und Aluminium) werden im Anschluss an den Trennprozess sortiert und als hochwertige Materialien für verschiedenste Anwendungen in die Wertschöpfungskette zurückgeführt.“

Klebstoffe sind Schlüsselfaktoren für die Trennung
Voraussetzung für dieses hochwertige und höchsteffektive Recycling von flexiblen Verpackungen ist der Einsatz geeigneter Klebstoffe. „Nur dann lassen sich die einzelnen Lagen derart sauber und wertstofferhaltend trennen“, erklärt Dr. Dennis Bankmann, Product Development Loctite Liofol Europe bei Henkel. Die richtigen, grundlegenden Eigenschaften der verwendeten Klebstoffe und Beschichtungen sind dem Henkelexperten zufolge Schlüsselfaktoren für das optimale Recycling. „Henkel Adhesives Technologies arbeitet neben der Kooperation mit Saperatec auch an weiteren Lösungen, reine Kunststoffverbunde trennbar und damit hochwertig rezyklierbar zu machen“, beschreibt Alexander Bockisch, Market Development Flexible Laminates bei Henkel, die Initiativen des Unternehmens für mehr Nachhaltigkeit.
Denn nur wenn bereits im Produktionsverfahren die Grundvoraussetzungen für die Wiederverwertung geschaffen werden, kann ein ganzheitlicher Prozess entstehen, wie ihn eine Kreislaufwirtschaft verlangt. Diese Ganzheitlichkeit macht dabei eine Kooperation über die gesamte Wertschöpfungskette notwendig. Diese Überzeugung treibt Henkel bei der Kooperation mit seinen Partnern aus der Industrie für flexible Verpackungen zu diesem Thema an.

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