FSC-Standard 3-0 tritt in Kraft:
Weichenstellung für moderne Waldwirtschaft in Deutschland

15.05.2018 Am 1. Juni 2018 tritt für Deutschland ein neuer FSC-Waldstandard in Kraft. In FSC-zertifizierten Wäldern in Deutschland gelten damit neue Regelungen als Grundlage für eine ökologisch fortschrittliche und sozial faire Forstwirtschaft.

FSC-Zertifizierung im Wald – Die Auszeichnung für moderne Forstwirtschaft in Deutschland.
© Foto: FSC
FSC-Zertifizierung im Wald – Die Auszeichnung für moderne Forstwirtschaft in Deutschland.
An der Überarbeitung des in Deutschland anerkanntesten und bekanntesten unabhängigen Standards für Waldbewirtschaftung waren unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen gleichberechtig beteiligt. Mit dem Standard 3-0 findet ein fast fünfjähriger Überarbeitungsprozess seinen Abschluss. Bis zum 1. Juni 2019 müssen alle FSC-zertifizierten Forstbetriebe nach den neuen Standards geprüft werden.

In den letzten Jahren wurde der Deutsche FSC-Standard unter Beteiligung einer breiten Öffentlichkeit entwickelt. Schlussendlich haben die ca. 200 Mitglieder von FSC-Deutschland den Standard mit großer Mehrheit angenommen. Darunter die großen Umweltverbände wie Greenpeace, WWF, NABU und BUND − aber auch Gewerkschaften wie die IG BAU, der BDF sowie die große Mehrheit der zertifizierten FSC-Forstbetriebe. Viele Forstbetriebe haben bereits auf die Akkreditierung des neuen Standards gewartet. Als Waldbesitzer erwarten sie durch die pragmatischeren Lösungen für die Waldbewirtschaftung, vor allem beim Umgang mit nichtheimischen Baumarten, bei Verjüngungsverfahren und bei Regelungen zur Feinerschließung, deutliche Erleichterungen für ihre tägliche Arbeit. In den letzten Monaten wurde noch eine Reihe von Indikatoren zur Prüfung des Standards angepasst, um eine internationale Vergleichbarkeit in der Systematik der FSC-Standards zu gewährleisten. Betroffen von den Anpassungen waren insbesondere Regeln zur Stakeholderbeteiligung, zum Wasserschutz, zur Korruptionsbekämpfung und zur Gleichbehandlung von Beschäftigten.

Relevante Regelungen
Besonders relevante Regelungen finden sich beispielsweise bei Fragen des Bodenschutzes und der Befahrung. So gilt, dass max. 13,5 Befahrungsprozente (Rückegassen und Maschinenwege) auf der Holzbodenfläche erlaubt sind. Schematische Hiebsverfahren erfahren weiter eine Begrenzung, mit der Ausnahmemöglichkeit, Eiche und  Kiefer bis 1 Hektar schematisch zu verjüngen. Die Regelungen zur Einschränkung nichtheimischer Baumarten wurden ebenfalls überarbeitet. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden bleibt wie bisher sehr restriktiv geregelt, ebenso wie das Verbot der Bodenbearbeitung und der systematischen Vollbaumnutzung zur Erzeugung von Waldhackschnitzeln.

Der Deutsche FSC-Standard 3-0 ist ab dem 1. Juni 2018 gültig. Bereits zertifizierte Betriebe werden bis spätestens 1. Juni 2019 nach diesem Standard geprüft, bei neuen Betrieben kommt der Standard ab 1. Juni 2018 zum Einsatz.

„Alle Beteiligten sind froh, dass wir nun die letzte Hürde der Anerkennung unseres Standards durch FSC International genommen haben. Das aufwändige Verfahren und die geforderte Genauigkeit in der Arbeit unterstreichen den hohen Anspruch, den der FSC an seine Standards stellt“, kommentiert Elmar Seizinger, Leiter Waldbereich bei FSC Deutschland.

Der Geschäftsführer des FSC Deutschland, Dr. Uwe Sayer, zieht eine positive Bilanz aus der Standardüberarbeitung: „Den Mitgliedern von FSC Deutschland ist es hiermit gelungen zu dokumentieren, dass der FSC in der Lage ist, die Grundlagen für moderne Forstwirtschaft zu schaffen. Es zeigt sich hier, dass unsere Organisation nicht ohne Grund die bekannteste und anerkannteste Organisation zur freiwilligen Zertifizierung von Forstwirtschaft ist.“


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