Neues von der Insel
CPI startet Projekt für smarte Medizinverpackungen

Mittwoch, 01. November 2017 Das Centre for Process Innovation (CPI), ein britisches Forschung- und Innovationszentrum im Bereich der Prozessfertigung, hat die erste Phase seines neuen „Medicines Smart Packaging“-Projekts angestoßen. Diese erste Phase wird unter dem Namen ‚SmartMed‘ laufen und soll definieren, welche Innovationen im Smart Packaging-Bereich für Medizin und medizinische Geräte besonders notwendig sind.

Das SmartMed-Projekt des CPI setzt auf Expertise im Bereich der gedruckten Elektronik, um intelligente Verpackungsanwendungen entwickeln zu können
© Foto: CPI
Das SmartMed-Projekt des CPI setzt auf Expertise im Bereich der gedruckten Elektronik, um intelligente Verpackungsanwendungen entwickeln zu können
Der Gesundheitssektor durchläuft momentan einen starken Wandel, der von vielen Faktoren (z.B. längere Lebenserwartung, Zunahme chronischer Krankheiten und die Ausrichtung der Pharmaindustrie auf zunehmend fortschrittliche und personalisierte Therapien) angetrieben wird. Außerdem steigt die Anzahl der Menschen, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen. Dadurch wiederum erhöht sich das Interesse der Krankenversicherungen, genau nachverfolgen zu können, wohin die einzelnen Medikamente gehen und wann die Patienten sie einnehmen. Für die Bewältigung dieser und anderer Herausforderungen werden große Hoffnungen in Smart Packaging gesetzt.

Gewinn für die gesamte Lieferkette

Von der Verwendung intelligenter Verpackungslösungen sollen nicht nur Vertriebsgesellschaften profitieren, die Medikamente über die gesamte Lieferkette hinweg verfolgen können, sondern auch Pharmaunternehmen, die Sensoren zur Überwachung von Umweltbedingungen während der Lagerung und Auslieferung nutzen können, die Temperatur, Feuchtigkeit und mögliche Beschädigungen registrieren. So ist sichergestellt, dass die Medikamente voll wirksam sind, wenn sie schließlich den Patienten erreichen. Intelligente Verpackungen für Medikamente könnten gedruckte Sensoren beinhalten, die den Patienten auch bei der Einhaltung der Einnahmeempfehlungen helfen sollen. Darin besteht eine große Herausforderung für den Gesundheitssektor, da viele Patienten ihre Medikamente nicht wie empfohlen einnehmen und somit ihre eigene Gesundheit gefährden und wirtschaftliche Verluste bei den Krankenversicherungen verursachen.

„Von der Herstellung bis in die Krankenhäuser und die Wohnungen der Patienten – digitale Technologien und neuartige Materialien haben das Potenzial, die Art und Weise, wie Medikamente verpackt und wie unterschiedliche Therapien verabreicht werden, zu revolutionieren“, betont Richard Baker vom britischen North East Local Enterprise Partnership (LEP), der das CPI-Projekt mitfinanziert.

Forderung nach Exzellenzzentrum

Der „Medicines Manufacturing Industry Partnership“ (MMIP), eine Kooperation zwischen der britischen Regierung und Vertretern der Industrie, fördert die Schaffung eines nationalen Exzellenzzentrums für Verpackungen im Medizinbereich. Dadurch sollen die nächste Generation der Verpackungstechnologie und die damit verbundenen intelligenten Geräte, die für neue Medikamente notwendig sind, gefördert werden. Dazu gehören auch spezielle Verpackungslösungen für die gesamte Lieferkette in der Medikamentenherstellung. Das Exzellenzzentrum soll es Medikamentenherstellern und Medizintechnologieanbietern gleichermaßen ermöglichen, ihre Nischenkapazitäten auszubauen und sich im globalen Marktplatz zu behaupten.

stats