Verunreinigungen in Nahrungsmitteln durch Mineralöl
Was sind MOSH, POSH und PAO? Wir erklären es!

Dienstag, 14. November 2017 Mineralöl besteht aus einer Vielzahl von unterschiedlichen chemischen Verbindungen. In Lebensmittelanalysen wird eine Gruppe aus MOSH, POSH und PAO genannt. Aber wofür stehen die Abkürzungen und was heißt das für das Ergebnis? Wir erklären es!

MOSH steht für die englische Abkürzung „Mineral Oil Saturated Hydrocarbons“, zu Deutsch „Gesättigte Kohlenwasserstoffe aus Mineralöl“. Damit ist eine Mischung aus Paraffinen (offenkettige Kohlenwasserstoffe) und Naphtenen (cyclische, kreisförmige Kohlenwasserstoffe) gemeint, die meistens hoch alkyliert sind. Sie kommen von Natur aus im Mineralöl vor, können aber auch während des Raffinerierungsprozesses entstehen.

POSH steht für „Polyolefin Oligomeric Saturated Hydrocarbons“, was für gesättigte, oligomerische Kohlenwasserstoffe aus Polyolefin steht. Oligomere sind große Moleküle, die aus mehreren gleich oder ähnlichen aufgebauten Molekülketten, sogenannten Monomeren, bestehen. Ein viele Monomere umfassender Stoff wird Polymer genannt. Polyolefine sind Polymere aus Stoffen mit mindestens einer Doppel-Kohlenstoff-Verbindung (Alkene). Sie kommen zum Beispiel in Weichmachern vor.

PAO steht für Poly-Alpha-Olefine. Damit ist die Stoffgruppe der Isoparaffine gemeint, in der es charakteristisch kurze Haupt- und lange Seitenketten gibt. PAO wird in synthetischen Motorenschmierölen oder in Kleber eingesetzt.
Die Gruppe, in der MOSH zusammen mit POSH und PAO zusammengefasst werden, trägt einen Anteil von rund 75-85 Prozent im Mineralöl.

Warum wird in Analysen MOSH, POSH und PAO nicht getrennt?

Der Grund für diese unpräzise Zusammenfassung ist im Labor zu finden. Dort werden die Bestandteile mittels eines Verfahrens namens Flüssigchromatographie-Gaschromatographie-Flammenionisationsdetektion (LC-GC-FID) analysiert. Einzelne Stoffe werden in der graphischen Auswertung als Spitzen angezeigt. MOSH/POSH und PAO sehen sich jedoch im Analyseverfahren so ähnlich, dass sie in der Auswertung keine Spitze, sondern ein breites Plateau bilden und so nicht zuverlässig voneinander unterschieden werden können. Bei der Analyse von Verunreinigungen in Lebensmittel wird deswegen nicht nach den einzelnen Gruppen aufgeteilt, sondern einfach nur der Anteil von MOSH, POSH und PAO zusammengenommen. Das ist nicht weiter problematisch, da die drei Gruppen in ihrer Gesundheitsschädlichkeit ungefähr gleich eingeschätzt werden.

Wie gefährlich sind eigentlich MOSH/POSH/PAO?

Grundsätzlich gibt es keine abgesicherten Daten über die Toxizität von Mineralöl für den Menschen. Mitunter das macht es schwierig, Grenzwerte für entsprechende Gesetze zu bestimmen. Alle Empfehlungen für Grenzwerte stammen aus Tierversuchen. Unstrittig sind jedoch die nicht gesundheitsfördernden Eigenschaften des Stoffgemisches. Der Körper kann MOSH zu etwa 90 Prozent resorbieren. Es lagert sich im Körperfett und in Organen wie den Lymphknoten, der Leber oder der Milz ein. Es kann dabei nur sehr langsam wieder abgebaut werden. In Experimenten konnte man darüber hinaus nachweisen, dass Mineralölgemische mit niedriger Viskosität zu Entzündungen in verschiedenen Organen führen können. Im Gegensatz zu MOAH stehen diese Stoffe nicht im Verdacht, krebserregend zu sein.
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